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Unabhängige Vermögensverwalter bieten Anlegern in unsicheren Zeiten Orientierung. Über die Verunsicherung der Investoren und die Lösungen, die die Anlagespezialisten zu bieten haben, diskutierten die Experten beim Finanzforum „Unabhängige Vermögensverwalter“ der Mediengruppe Münchner Merkur tz.

Finanzforum mit Experten

Die Branche befindet sich auf einem guten Weg

Beim Finanzforum „Unabhängige Vermögensverwalter“ der Mediengruppe Münchner Merkur tz diskutierten Anlageexperten aus Süddeutschland, Österreich und der Schweiz über Themen, die die Branche bewegen.

Im Mittelpunkt des Interesses: Was wollen die Kunden wirklich und wie können die Häuser sie erreichen?

Niedrige Zinsen, Höchststände an den Börsen, explodierende Immobilienpreise in Top-Lagen, gefährlich hohe Staatsschulden, eine durchaus manipulative Europäische Zentralbank, Deflationsängste, riskante geopolitische Konstellationen: Man kann nicht behaupten, dass die aktuelle Situation an den weltweiten Märkten langweilig wäre. Doch noch mehr: Auf viele Anleger wirkt das Umfeld sogar bedrohlich – und das wirkt sich auf das Investment-Bewusstsein aus.

Große Herausforderungen

„Viele heutige Investoren befinden sich nach den Krisen der vergangenen Jahre und den aktuell unsicheren Aussichten in einer Art Schockstarre. Sie wollen Sicherheit, Transparenz und Liquidität – und tun sich deshalb schwer, sich an der Börse zu engagieren“, sagt Holger H. Gachot (StarCapital). Er und zahlreiche weitere Vermögensverwalter aus Süddeutschland, Österreich und der Schweiz waren auf Einladung der Mediengruppe Münchner Merkur tz zum Finanzforum „Unabhängige Vermögensverwalter“ zusammengekommen, um über Branchenthemen zu diskutieren. Gachot weist aber auch darauf hin, dass die Herausforderungen für die Unabhängigen Vermögensverwalter groß seien: „Der Marktzugang mit Produkten wie eigenen vermögensverwaltenden Fonds ist kompliziert, und die Banken sind ein starker Wettbewerber.“ Der Schweizer Thomas Hirsiger (Finiens Wealth Management) spricht hinsichtlich der allgemeinen Finanzindustrie von einer „verbrannten Branche“ und von „Produkten ohne Glaubwürdigkeit“. Vielmehr müssten die Unabhängigen Vermögensverwalter lernen, wie Unternehmer zu den Investoren zu sprechen, nicht wie Finanzberater. „Wir sind Unternehmer mit der Kernkompetenz im Anlagebereich.“ In eine ähnliche Richtung argumentiert Christian Fischl von Huber, Reuss & Kollegen. Unabhängige Vermögensverwalter müssten auf sehr hohem Niveau mit den Kapitalmärkten und den Kunden gleichermaßen verbunden sein, um die Anleger – auch die jüngeren – dauerhaft erreichen zu können. Und auch Melanie Fulczyk vom Mitveranstalter Berenberg betont, dass die Unabhängigen Vermögensverwalter sich als Unternehmer mit Verantwortung positionieren sollten. „Und sie müssen mehr erklären, dass auch Kunden mit kleineren Vermögen bei ihnen gut aufgehoben sind.“ „Wir als unabhängige Vermögensverwalter stehen nicht untereinander in Konkurrenz, der Markt ist groß genug. Wir müssen zu Stabilität zurückfinden, der Kunde ist verunsichert und braucht die Hilfe des Unabhängigen Vermögensverwalters“, ist sich Dr. Volker Gronau von USM Finanz sicher. Uwe Adamla, Dr. Ehrhardt Vermögensverwaltung, formuliert noch deutlicher: „Das Geschäft der Unabhängigen Vermögensverwalter wird weiter wachsen“, und auch Andreas Hausladen von Fonds-Administrator Universal-Investment sieht die Branche auf einem guten Weg hin zu einer „kritischen Masse“.

Echte Alternative zu Banken

Sicherheit und Transparenz – dass diese Faktoren für die Verbraucher eine wichtige Rolle spielen, darüber waren sich die Experten einig.

Für Andreas Grünewald von FIVV und gleichzeitig Vorstandsvorsitzender des Verbandes unabhängiger Vermögensverwalter sollten die Anlageexperten noch mehr Wert auf die Weiterempfehlungen legen und ihre Kunden gezielt dazu ansprechen. Das sei ein Weg zum Erfolg. „Wir müssen an den zufriedenen Kunden dranbleiben und immer wieder erklären, dass sich die strategische Geldanlage lohnt.“ Und wie Volker Gronau sieht auch Grünewald die Unabhängigen Vermögensverwalter nicht untereinander als Konkurrenten, sondern im Wettbewerb mit den Banken. Ralf Borgsmüller von der PSM Vermögensverwaltung weiß aus den deutschlandweiten Veranstaltungen seiner Gesellschaft, dass die Vermögensinhaber aktuell verunsichert sind wie kaum jemals zuvor – und dass Aufklärung Not tut. „Wir müssen den Unterschied zwischen den Unabhängigen Vermögensverwaltern und den Banken immer wieder erläutern und uns als echte Alternative präsentieren.“ Für Mathias Rusterholz sind die Banken zwar nicht per se negativ besetzt. „Aber wir müssen die Vertrauensperson für den Kunden sein“, sagt der Schweizer, der für PEH Vermögensmanagement tätig ist, und ergänzt weiter, „dass die Finanzkrisen der letzten Jahre zwar die Unsicherheit der Anleger verstärkt haben – gleichzeitig aber das Vertrauen in unseren unabhängigen Betreuungsstil gestiegen ist. Das spüren wir in unseren täglichen Gesprächen und wird auch durch aktuelle Marktstudien belegt.“

„In Zeiten, in denen sich immer mehr Banken aus der individuellen Kundenberatung zurückziehen, ist gerade das persönliche Vertrauensverhältnis zum Kunden der Trumpf, den Vermögensverwalter ausspielen können“, ergänzt Winfried Stürzbecher (Ampega Investment), hier bestehe deutliches Wachstumspotenzial. Welche Aufgaben Unabhängige Vermögensverwalter haben, zeigt Marco Herrmann (Fiduka-Depotverwaltung) auf. „Kunden sind ängstlich wegen der aktuellen Geldpolitik und wollen trotz Inflationsängsten in Cash bleiben. Gemeinnützige institutionelle Anleger erwirtschaften mit klassischen Spareinlagen nicht mehr genug Rendite, um ihre Zwecke zu erfüllen. Wir sind gefragt, die Strategien zu entwickeln, mit denen sich die Kunden wohlfühlen und trotzdem Gewinne machen.“ Zudem müsse etwas für die wirtschaftliche Bildung getan werden, damit beispielsweise Aktien ihren Ruf als spekulative Investments verlören. Für Michael Gillessen (Berenberg) muss die Branche immer wieder auf die Substanz von Aktien hinweisen. „Man kann den Wert anfassen. Deutschland ist ein Volk von Unternehmern durch den starken Mittelstand, also muss es eigentlich auch ein Volk von Aktionären sein.“

„Wo will der Kunde hin? Diese Frage gilt es zu beantworten. Wir müssen die Vermögensverwaltung transparent gestalten und immer wieder die Verbindung zwischen den Kundenzielen und der Umsetzung in der Vermögenverwaltung herstellen“, konstatiert Josef Tafertshofer von der FIMAX Vermögensberatung. Dazu gehöre auch, Verluste zu minimieren, wie Andreas Kneidl vom österreichischen Bankhaus Jungholz darstellt. „Wenn Verwalter und Kunde vertrauensvoll zusammengewachsen sind, verstehen die Anleger auch, dass sie sich mit einer niedrigeren Rendite zur Reduzierung des Risikos durchaus anfreunden können.“

Von Patrick Peters

Bereits das zweite Forum

Finanzkompetenz gebündelt an einem Ort: die Teilnehmer des Forums „Unabhängige Vermögensverwalter“.

Daniel Schöningh, Geschäftsführer der Mediengruppe Münchner Merkur tz, freute sich, die Anlageprofis aus dem Kreise der Unabhängigen Vermögensverwalter sowie Vertreter der Partner Ampega Investment, Berenberg Bank, BlackRock Investment Management/ ishares, DJE Kapital, Verband unabhängiger Vermögensverwalter und Universal-Investment bereits zum zweiten Mal zum Forum „Unabhängige Vermögensverwalter“ zu begrüßen. Intensive Diskussionen erfordern eine gute Basis. Für die nötige Stärkung sorgte der renommierte Koch Holger Stromberg, der mit seinem Team die Finanzexperten in der Event-Location Campus Loft in München bewirtete. Martin Bauer vom prämierten Weingut Emil Bauer & Söhne aus Landau in der Pfalz begleitete die Gänge mit ausgesuchten Tropfen. Der Familienbetrieb baut bereits in der fünften Generation Wein an. Überraschungsgast war der Düsseldorfer Mediziner Max Timm. Von Hause aus Internist und Sportmediziner, hat sich Timm auf Präventivmedizin spezialisiert und schilderte den Anlagespezialisten die neuesten Methoden, langfristig fit zu bleiben. Nur wenige Regeln müsse man dazu beachten, trug der Arzt überzeugend vor.

JGR

Die Teilnehmer des Finanzforums „Unabhängige Vermögensvewalter“ im Überblick

  • Bankhaus Jungholz: Andreas Kneidl, Leiter Portfolio Management
  • Berenberg: Michael Gillessen, Direktor, Leiter Vermögensverwalter Office Frank Eichelmann, Leiter Relationship Management Vermögensverwalter Office Melanie Fulczyk, Prokurist Vermögensverwalter Office

  • Dr. Ehrhardt Vermögensverwaltung: Uwe Adamla, Mitglied des Vorstands

  • FIDUKA-Depotverwaltung GmbH: Marco Herrmann, Geschäftsführer

  • FIMAX Vermögensberatung GmbH: Josef Tafertshofer, Vermögensverwalter

  • Finiens Wealth Management AG: Thomas Hirsiger, Vorstandsvorsitzender

  • FIVV AG: Andreas Grünewald, Vorstand

  • Huber, Reuss & Kollegen Vermögensverwaltung GmbH: Christian Fischl, Geschäftsführer

  • Mediengruppe Münchner Merkur tz: Daniel Schöningh, Geschäftsführer

  • PEH Vermögensmanagement GmbH: Mathias Rusterholz, Senior-Vermögensmanager

  • PSM Vermögensverwaltung GmbH: Ralf Borgsmüller, Partner

  • Sigmund Freud Privat-Universität Wien: Prof. Dr. Thomas Druyen, Direktor

  • Solution Asset Management GmbH: Jörg Scholl, Geschäftsführer

  • StarCapital AG: Holger H. Gachot, Vorstand

  • USM Finanz AG: Dr. Volker Gronau, Vorstand

  • Vermögenskultur AG: Herbert Keilhammer, Vorstand

  • BlackRock Investment Management: Christian Bimüller, Vice President ishares

  • Universal-Investment-Gesellschaft mbH: Andreas Hausladen, Leiter Private Label Business Development

  • Ampega Investment GmbH: Winfried Stürzbecher, Direktor Vertrieb institutionelle Kunden

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