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Die Vermögensverwalter von Eichler & Mehlert konzentrieren sich wieder vermehrt auf Europa. Die Lage habe sich stabilisiert.

Börsen

"Wir erwarten, dass sich die Märkte wieder an ökonomischen Daten orientieren"

Die Vermögensverwaltung Eichler & Mehlert aus Düsseldorf und München setzt verstärkt auf europäische Wertpapiere und traut der Eurozone weiteres Wachstum zu.

Kathrin Eichler, Geschäftsführende Gesellschafterin von Eichler & Mehlert

Das Wort von den „politischen Börsen“ macht seit einigen Jahren vermehrt die Runde. Und das wohl zu Recht, wenn man auf die Entwicklungen der wichtigen Indizes im Zusammenhang mit (geo-)politischen Ereignissen schaut: Die Entscheidung der Briten, Austrittsverhandlungen mit der EU zu führen (Brexit), die Wahl Donald Trumps zum 45. US-Präsidenten und die Risiken vor den Wahlen in Frankreich und den Niederlanden sind nur drei Beispiele, die sich auf die Märkte ausgewirkt haben.

Damit sei es jetzt vorbei, ist sich Vermögensverwalterin Kathrin Eichler (Eichler & Mehlert) sicher. "Wenn wir nach vorne schauen, reduziert sich die Wahrscheinlichkeit politischer Börsen erheblich. Die wichtigsten Wahlen sind mit pro-europäischen Ergebnissen gelaufen, die Aufregung über bestimmte Entscheidungen hat sich gelegt. Wir erwarten, dass sich die Märkte jetzt wieder an ökonomischen Daten orientieren. Das macht die Geldanlage natürlich planbarer." Die Vermögensverwaltung, die private und semi-institutionelle Anleger betreut, hat auf diese Prognose bereits reagiert. "Wir konzentrieren uns wieder vermehrt auf Europa. Die Eurozone ist stabil und weist gute Wirtschaftszahlen auf. Damit befinden wir uns in guter Gesellschaft, denn auch internationale Asset Manager investieren ihre Gelder wieder in Europa", sagt Kathrin Eichler.

Risikopuffer im Depot

Konkret bedeutet das, dass Kathrin Eichler und ihr Kollege Reinhard Vennekold mittlerweile deutlich weniger US-Werte in den Depots haben als noch vor einigen Monaten. Aber nicht, weil man den USA nicht mehr traue, sondern weil die Chancen in Europa besser seien, betont Vennekold, der den Standort München seit November 2016 für Eichler & Mehlert betreut. „US-Aktien sind im Durchschnitt sehr hoch bewertet. In Europa sind die Preise für Aktien noch vergleichsweise günstig. Das wollen wir natürlich nutzen, um durch einen niedrigen Einstieg die Renditechancen zu erhöhen.“ Freilich sind die Vermögensverwalter weiter in den USA investiert, betreiben aber verstärktes Stock Picking und suchen die Aktien aus, die noch ein attraktives Kurs-GewinnVerhältnis (KGV) aufweisen. In Europa stehen aktuell zyklische Werte im Fokus.

Auch auf der Anleihenseite sind die Vermögensverwalter weiterhin aktiv – wenn auch nicht so stark wie in der Vergangenheit. "Wir haben die Allokation in Renten nach und nach abgebaut, bleiben aber in kurzlaufende Papiere weiterhin investiert. Das schafft einen Risikopuffer im Depot und kann auch für Rendite sorgen. Immerhin haben wir in den vergangenen Jahren mit unserer Rentenstrategie zwischen fünf und sieben Prozent jährliche Rendite erzielt", betont Kathrin Eichler.

Fonds steht gut da

Reinhard Vennekold macht sich auch vor der kommenden Zinserhöhung in den USA keine Sorgen. Das sei kein Risiko für die Wirtschaft, sondern ein Zeichen, dass es gut laufe – sonst käme sie nicht. "Wir sind davon überzeugt, dass sich höhere Zinsen nicht negativ auf die Märkte auswirken werden. Schaut man auf die Börsengeschichte, ist der Aktienmarkt regelmäßig bei Zinserhöhungen ebenfalls gestiegen. Die bekannten Crashs hatten nie mit einer einzigen Anpassung des Leitzinses zu tun." Insofern könne man ganz gelassen sein, müsse aber aktiv am Depot arbeiten. "Mit einer Strategie, die nur auf Kaufen und Halten basiert, kommt man dauerhaft nicht weit. Das gilt für alle Segmente. Und diesen Mehrwert des aktiven Managements bieten wir als Vermögensverwalter."

Die Zahlen sprechen für Eichler & Mehlert, dafür muss man nur in den von der Vermögensverwaltung gemanagten Fonds „EM Global“ schauen. Dieser verfolgt einen Absolute Return-Ansatz, konzentriert sich also auf die absolute Wertsteigerung der Anlage unabhängig von einer Benchmark wie dem Dax oder dem MSCI World. Mit einer Rendite im laufenden Jahr von mehr als 4,5 Prozent steht der Fonds gut da, ebenfalls bei den Risikokennziffern. Die Volatilität, also die Schwankungsbreite, liegt bei rund 6,3 Prozent, das Sharpe Ratio, das die Überrendite einer Anlage im Verhältnis zum Risiko beschreibt, bei 2,176 Punkten. "Je höher dieser Wert, desto weniger Risiko ist der Vermögensverwalter eingegangen, um die Rendite zu erwirtschaften. Wir sind stolz, dass wir ein derart positives Rendite-Risiko-Verhältnis darstellen können", sagt Kathrin Eichler.

Patrick Peters

"Aktienanlage ist keine Hexerei"

Laut dem Deutschen Aktieninstitut halten sich bei den Bürgern in Deutschland hartnäckig viele Vorurteile gegenüber der Aktienanlage. Die Experten geben Tipps, die Anleger als Grundregeln nutzen können.

Die Aktienkultur in Deutschland müsste besser gefördert werden, meint das Deutsche Aktieninstitut. "Leider halten sich bei den Bürgern in Deutschland hartnäckig viele Vorurteile gegen- über der Aktienanlage", stellt Dr. Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts (DAI), fest. "Ein Großteil der Bevölkerung glaubt, dass die Aktienanlage kompliziert sei, hohe Risiken berge und nur für Leute mit viel Geld geeignet sei. Dabei verhält es sich mit der Aktienanlage so wie mit dem Scheinriesen Turtur in den Geschichten von Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer. Von der Ferne wirkt Turtur riesig und furchteinflößend, doch je näher man ihm kommt, desto kleiner und vertrauenserweckender wird er. Wer sich dem Thema Aktien nähert, wird dieselbe Erfahrung machen", betont Bortenlänger. "Wer in der Vergangenheit sein Geld in den Deutschen Aktienindex investiert hat, konnte, wie unser Rendite-Dreieck zeigt, bei einem Anlagehorizont von 20 bis 30 Jahren jährliche Renditen von sechs bis neun Prozent erwirtschaften", unterstreicht Bortenlänger.

Aktienanlage sei keine Hexerei, heißt es beim DAI. Das Institut hat einige Grundregeln aufgestellt. Wer diese beachte, werde an seiner Aktienanlage viel Freude haben. Vor der Anlage in Aktien sollte Anleger Reserven für kurz- und mittelfristige Konsumbedürfnisse aufbauen, zum Beispiel auf dem Girokonto, mit Tagesgeld oder festverzinslichen Wertpapieren. Ebenso müsse das Investment in Aktien breit gestreut sein. Der Anleger dürfe nicht alles auf eine Karte (also nur eine oder sehr wenige verschiedene Aktien) setzen, damit bei wirtschaftlichen Problemen eines einzelnen Unternehmens nicht sein gesamtes Vermögen in Gefahr gerate.

Für erste Erfahrungen mit der Aktienanlage sei es sinnvoll, monatlich kleinere Beträge in einen Fondssparplan oder ETFs zu investieren. Dieses kontinuierliche Vorgehen reduziere auch das Risiko, den falschen Einstiegszeitpunkt zu erwischen. Und zuletzt gelte: "Über allem steht, dass man für Aktien eine langfristige Anlageperspektive haben sollte, um von kurzfristigen Kursschwankungen unabhängig zu sein", so das DAI. Um die Bürger von den Vorteilen der Aktie zu überzeugen, bedarf es neben Initiativen Finanzexperten aber auch der Unterstützung der Politik. "Aktien müssen beispielsweise viel stärker in der betrieblichen und privaten Altersvorsorge eingesetzt werden, um sicherzustellen, dass die Menschen auch im Alter ihren Lebensstandard halten können. Hier muss die Politik aktiv werden", fordert Bortenlänger.

Alle Infos zum Finanzforum "Unabhängige Vermögensverwalter" finden Sie hier.

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