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Sie begleiten Unabhängige Vermögensverwalter in der Umsetzung ihrer Strategien (von links): Frank Eichelmann, Melanie Fulczyk und Michael Gillessen.

Markt wächst kontinuierlich weiter

Finanzprofis im Aufwind

Der Markt für Unabhängige Vermögensverwalter entwickelt sich dynamisch weiter. Allein in den letzten fünf Jahren ist er um rund acht bis zehn Prozent gewachsen – jährlich.

Die Privatbank Berenberg, die seit 15 Jahren mit einer eigenen Einheit Vermögensverwalter betreut, spricht von einem regelrechten Boom, vor allem in Bayern. Es sind fast ausschließlich ehemalige Banker und Berater von Finanzhäusern, die sich einen Traum erfüllen: „Viele Bankprofis machen sich als Unabhängige Vermögensverwalter selbstständig, weil sie nicht mehr gewillt sind, sich von Vorgaben, Produkt- und Provisionsverkauf treiben zu lassen“, erläutert Michael Gillessen, Leiter des Berenberg Vermögensverwalter Office. „Unternehmerische Freiheit und der Wunsch, die eigenen Ideen im Sinne der Kunden zu verwirklichen, sind Haupttreiber dieser Entwicklung“, ergänzt Frank Eichelmann, Leiter Relationship Management Berenberg Vermögensverwalter Office.

Dornröschen-Dasein beendet

Doch es geht nicht nur um Neugründungen. Der gesamte Markt der Unabhängigen Vermögensverwalter in Deutschland, der viele Jahre lang ein Dornröschen-Dasein fristete, entwickelt sich jetzt dynamisch. „In den letzten fünf Jahren ist der Markt jährlich um circa acht bis zehn Prozent gewachsen“, berichten die beiden Experten. Besonders positiv wirkt sich diese Entwicklung in Bayern aus. Melanie Fulczyk, die seit vielen Jahren vom Standort München aus als Relationship Managerin Vermögensverwalter in Süddeutschland betreut, sieht eine sehr dynamische Entwicklung: „Viele Vermögensverwalter sind in sich gewachsen, die Depots der Bestandskunden haben sich erfreulich entwickelt, gleichzeitig gewinnen sie durch persönliche Empfehlungen immer mehr Kunden!“ Diese Wachstumsraten sind erstaunlich, weil die Branche nach wie vor ein Kernproblem hat: In der breiten Öffentlichkeit ist immer noch nicht bekannt, was einen Unabhängigen Vermögensverwalter ausmacht – und wie er sich von einer Bank unterscheidet. „Die Steigerung des Bekanntheitsgrades ist eines der wesentlichen Ziele der Branche und des Verbandes Unabhängiger Vermögensverwalter, in der die meisten Unabhängigen organisiert sind“, betont Gillessen. Gerade bei vermögenden Anlegern hat die Branche deutlich zugelegt. Unter anderem, weil sie im Gegensatz zu vielen Banken ihre Expertise nicht ausschließlich ab Summen im Millionenbereich anbietet. „Man muss nicht sehr vermögend sein, um einen Vermögensverwalter in Anspruch zu nehmen“, widerlegt Melanie Fulczyk ein Vorurteil. „Und selbst Klein-Anleger können von ihren Strategien profitieren, etwa über die zahlreichen Investmentfonds, die Vermögensverwalter aufgelegt haben.“

Mit Rat und Tat zur Seite

Deutschlands ältestes Privatbankhaus hat sich mit seinem Vermögensverwalter Office bundesweit auf die Branche spezialisiert. „Wir verstehen uns als Problemlöser sowie Unternehmensberater und begleiten Unabhängige Vermögensverwalter in der Umsetzung ihrer Strategien“, erläutert Michael Gillessen. Die Spezialisten sind daher nicht nur bei der Existenzgründung zur Stelle. Sie unterstützen bei Gesprächen mit der Finanzaufsicht BaFin, stehen als Depotbank zur Verfügung, bieten spezielle IT-Lösungen an, helfen bei der Entwicklung eigener Investmentfonds oder entwickeln Marketing-Strategien. Und sogar bei der Unternehmensnachfolge (hier gibt es einen steigenden Bedarf) stehen Michael Gillessen und sein Team mit Rat und Tat zur Seite.

Betreuung von Private-Label-Fonds

Ein Beispiel für die Zusammenarbeit sind die Auswirkungen der Regulierung. Unabhängige Vermögensverwalter müssen in vielen Bereichen die gleichen Anforderungen erfüllen wie eine Bank. Da die meisten Unternehmen aber mittelständisch strukturiert sind, sind hochspezialisierte Dienstleistungen gefragt. „Viele Vermögensverwalter konzentrieren sich daher auf die Kundenbetreuung und das Portfolio-Management. Alle anderen Dienstleistungen lagern sie aus – das spart Zeit und Geld“, so Eichelmann. Besonders erfolgreich sind die Berenberg-Spezialisten bei der Gründung und Betreuung von Private-Label-Fonds. Mit solchen Fonds öffnen Vermögensverwalter ihre Anlagestrategie für ein breites Publikum. „Die Branche ist auch hier äußerst innovativ“, so Melanie Fulczyk. Die Bandbreite reicht dabei vom Infrastruktur-Fonds über flexible Mischfonds bis zum gewinnträchtigen Gesundheitsfonds.

Von José Macias

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