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Die Herde läuft häufig in die falsche Richtung. Anleger, die antizyklisch handeln, haben oft mehr Erfolg als die Masse.

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Geldanlage: Besser antizyklisch investieren

Gegen den Strom zu schwimmen, seinen eigenen Weg zu gehen – das ist nun auch in der Geldanlage nicht einfach.

Denn der Mensch neigt nun einmal dazu, sich in der Gruppe sicherer zu fühlen – das gilt sowohl für die Gesellschaft als auch für die Geldanlage. Dabei gibt es eine Reihe von Argumenten, die für antizyklisches Handeln sprechen.

Die Deutsche Telekom-Aktie Anfang des 21. Jahrhunderts beinahe auf Höchstständen gekauft? In den neuen Markt investiert, kurz bevor dieser sich im Frühjahr 2001 pulverisierte? Osteuropäische Investments geordert – natürlich kurz vor der Subprime-Krise 2008? Und dann die darauf folgenden Kursstürze voll aussitzen müssen? Hand aufs Herz – welcher Geldanleger kann von sich sagen, er wäre bei keinem dieser Dramen dabei gewesen? Schlimmer noch – wer hat vielleicht sogar alle drei mitgemacht?

Holger H. Gachot, Vorstand der StarCapital AG kennt solche Geschichten aus seinen Mandantengesprächen zur Genüge. Und er kennt auch die Mechanismen, die selbst erfahrene Geldanleger immer wieder in dieselben Fallen tappen lassen: „Der Mensch ist von Natur aus nun einmal ein Herdentier – er fühlt sich in der Gruppe wohl und geschützt.“ Und tut dann natürlich auch das, was viele Menschen um ihn herum auch tun. In den angesprochenen Marktphasen, insbesondere in der Phase des „Neuen Marktes“, traten Aspekte wie Sicherheit, Transparenz oder Liquidität völlig in den Hintergrund, nur die scheinbar hohe Rendite zählte. Beim Geldanlegen bedeutet das meist, zum falschen Zeitpunkt in bereits übertreibende Märkte zu investieren. Das Gegenteil, nämlich die antizyklische Geldanlage, hat sich die Starcapital AG aus dem hessischen Oberursel auf die Fahne geschrieben. Antizykliker steigen dann in Märkte ein, wenn sich die negativen Signale mehren, der Pessimismus steigt und in Folge Verkaufsdruck aufkommt und die Aktien in den Keller gehen. „Viele Menschen sehen das nicht als einen idealen Zeitpunkt an, dabei ist genau dann eine wichtige Voraussetzung für ein Investment gegeben.

Mut und Disziplin nötig

Anleger, die gut analysieren und in solchen Phasen Mut und Disziplin beweisen, haben die Chance, günstig zu kaufen“, erklärt Holger H. Gachot die Theorie hinter seiner Strategie. Diese Anlagestrategie hängt vom richtigen Investitionszeitpunkt ab. Und für jeden Investor stellt sich ja die Frage, wie sich die Zukunftsperspektiven insbesondere bei Aktienmärkten möglichst treffsicher bestimmen lassen. Grundlage für derlei Einschätzungen ist bei der StarCapital AG eine hauseigene Kapitalmarktforschung, die die gesamtwirtschaftlichen Daten mehrerer Datenanbieter länder- beziehungsweise branchenspezifisch auswertet und dazu die einzelnen Quellen miteinander verknüpft. In der aktuellen Marktanalyse des Hauses lag der Fokus ganz auf dem so genannten Shiller-Cape, auch Shiller-KGV genannt. Entwickelt hat es der Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Shiller von der US-amerikanischen Eliteuniversität Yale. Die Börsenkennziffer berechnet sich aus dem Verhältnis von aktuellem Indexstand zu den durchschnittlichen inflationsbereinigten Unternehmensgewinnen je Aktie in den vergangenen zehn Jahren. Je niedriger das Shiller-Cape, desto günstiger ist der Aktienmarkt.

Auf lange Sicht belegbar

Fast automatisch kommen Antizykliker da zu dem Schluss, dass aktuell niedrig bewertete Börsen kräftig steigen können, während überbewertete und somit teure Aktienmärkte nur wenige Zuwächse gewinnen können oder sogar verlieren. Für sehr lange Zeiträume kann man diesen Zusammenhang tatsächlich belegen. Über zehn bis 15 Jahre lässt sich die Rendite eines Aktienindex mit dem Shiller-Cape recht gut einschätzen. Die Studie zeigt denn auch, welche Märkte nach Ansicht der Experten Entwicklungsperspektiven bieten und welche nicht. Rund 20 Mitarbeiter, davon viele im Research, stellen solche und ähnliche Überlegungen zusammen, die bei der Anlage der verwalteten Gelder helfen sollen. Um den Ansatz der Vermögensverwalter im direkten Kundenkontakt realisieren zu können, ist ein Anlagevermögen ab einer Millionen Euro Liquidität vonnöten, um das Kapital entsprechend streuen zu können. Anleger haben aber die Möglichkeit, auch mit geringeren Beträgen über ihre Hausbank direkt in die Fonds von StarCapital zu investieren, und profitieren damit genauso von den Anlagemöglichkeiten. Insgesamt haben die Hessen rund 2,5 Milliarden Euro Assets under Management. Neben privaten Anlegern nehmen insbesondere Family Offices, Pensionskassen und Dachfonds die Dienste der Antizykliker in Anspruch. Getreu dem Motto: Immer gegen den Strom schwimmen.

Nicole Wildberger

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