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Bilanzen unter der Lupe: Die Experten der KFM Deutsche Mittelstand prüfen Unternehmen genau, bevor sie deren Anleihen in ihren Fonds nehmen.

Anleihefonds

Nur die guten ins Töpfchen

Mittelstandsanleihen bieten Anlegern gute Ertragschancen, wenn sie professionell geprüft und gemanagt werden. Zum Beispiel in einem Fonds.

Vermögensverwalter müssen sich heute schon genau umsehen, wenn sie für ihre Anleger lukrative Investments suchen. Angesichts der niedrigen Zinsen fällt es schwer, Geldanlagen zu finden, die annähernd stetige und dabei noch auskömmliche Erträge bringen. Gute Anleihen sind oft nur in großen Stückelungen, zum Beispiel ab 100.000 Euro, erhältlich. Zudem müssen auch hier wie bei Aktien die Emittenten, zum Beispiel die Bonität des Unternehmens, genau analysiert werden.

Genau hier ist die KFM Deutsche Mittelstand AG tätig. Als Fondsinitiator stellt sie Vermögensverwaltern, aber auch institutionellen Investoren wie Versicherern oder Stiftungen, Anlagelösungen zur Verfügung. Viel Beachtung findet der Deutsche Mittelstandsanleihen Fonds (ISIN LU0974225590). Er enthält Anleihen von Unternehmen wie Alfmeier, Katjes oder Heidelberger Druck.

Veränderungen fallen auf

Mittelstandsanleihen – sind das nicht genau die Papiere, mit denen viele Anleger auf die Nase gefallen sind? Hans-Jürgen Friedrich, Vorstand der KFM Deutsche Mittelstand AG, wehrt sich entschieden gegen eine Pauschal-Verurteilung. Zum einen spreche die Performance des Fonds eine andere Sprache. Vor allem komme es auf gründliche Qualitäts- und Bonitätsprüfungen an. "In der Vergangenheit wurde das Anlageinstrument von einigen Unternehmen missbraucht", räumt Friedrich ein. Angesichts eines Gesamtmarktvolumens von 138 Milliarden Euro könnten die Ausfälle aber nicht für eine Diskreditierung des Gesamtsegments sprechen.

Hans-Jürgen Friedrich, Vorstand der KFM Deutsche Mittelstand AG

Gegenüber Einzelinvestments zeigt der Fonds zudem seine wichtigste Stärke: Durch eine breite Streuung auf viele verschiedene Titel verteilt der Fonds die Risiken. Dazu kommt die Expertise der Anlage- und Kreditspezialisten, die die Unternehmen auf Herz und Nieren prüfen, bevor sie deren Anleihen kaufen. Das zahlt sich aus: Einige Unternehmen, die Schiffbruch erlitten hatten, waren den Analysten schon in dieser Prüfphase unangenehm aufgefallen; die Anleihen kamen nicht ins Portfolio. Da die Unternehmen aber auch nach Kauf der Papiere kontinuierlich überprüft werden, fielen den Experten Verschlechterungen der Unternehmenszahlen meist schon frühzeitig auf. Sie konnten die Anleihen rechtzeitig abstoßen und manchmal sogar noch mit Kursgewinnen verkaufen, etwa die German Pellets-Anleihe. Der Holzpellets-Produzent ging später in Insolvenz.

Selbst Ratingagenturen hatten in solchen Fällen oft noch keine Gefahr gewittert. Die KFM-Anleihespezialisten setzen hingegen auf ein eigenes Scoring-System. "Damit können wir Besonderheiten der Unternehmen besser herausarbeiten und Chancen-/Risikoprofile angemessener bewerten als über Ratings, die häufig sehr schablonenhaft arbeiten", erklärt Friedrich. Als Beispiel nennt er den Betreiber des Kreuzfahrtschiffes MS Deutschland, der trotz eines Ratings von A- insolvent wurde. Das Problem: "Das Rating war auf die Schiffshypothek abgestellt, betriebswirtschaftliche Verluste fielen so nicht auf", sagt Friedrich.

Der Markt wächst

Doch selbst die Anleiheprofis können auch mal kalt erwischt werden. So befindet sich gerade das Immobilienunternehmen Gewa in Insolvenz. In solchen Fällen erweist sich die Fondskonstruktion als hilfreich. "Wir bündeln die Interessen der Anleger", sagt Friedrich. Die Profis können den Schuldnern mit ihrer Marktmacht und Expertise ganz anders gegenübertreten als einzelne Privatanleger.

Grundsätzlich sieht der Experte für Mittelstandsanleihen einen wachsenden Markt. Denn für Banken engt sich der Kredit-Spielraum künftig wegen einer zunehmenden Regulierung weiter ein – Stichworte Basel III und Basel IV. Und die Qualität sei bei Neuemissionen deutlich gestiegen, stellt Friedrich fest. Insgesamt übersteige das Volumen der Anleihenmärkte das der Aktienmärkte. Allein die KFM beobachtet und überwacht gerade 182 Unternehmen mit einem Gesamtvolumen von 70 Milliarden Euro.

Den Kunden – ob Privatanleger, Vermögensverwalter oder institutionelle Investoren – nehmen die Anleiheprofis damit viel Arbeit ab. Ohne den Fonds müssten zum Beispiel Vermögensverwalter ständig die Bonitätsentwicklung von Unternehmen selbst prüfen, allein schon, damit diese nicht aus der Risiko-Bandbreite der Anleger fallen, die die Papiere in ihren Depots haben. Friedrich zeigt sich überzeugt: "So kann sich jeder auf seine Arbeit konzentrieren. Vermögensverwalter haben mehr Kapazitäten für die Betreuung ihrer Kunden und können die transparente Dokumentation ausgewählter Einzeltitel im Fonds in der Beratung einsetzen."

Jürgen Grosche

Alle Infos zum Finanzforum "Unabhängige Vermögensverwalter" finden Sie hier.

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