+
Unternehmen mit angemessenem Frauenanteil in Führungspositionen sind häufig erfolgreicher als männerdominierte Firmen.

Führungspersonal-Index

Neuer Fonds spiegelt Gender-Thema

Die Kapitalverwaltungsgesellschaft Ampega hat als erste einen Fonds aufgelegt, der sich an dem neuen German Gender Index der Börse Hannover orientiert. Anlagekriterium ist also die Parität von Mann und Frau in den Führungspositionen.

Erstmals können Anleger in Deutschland jetzt einen Fonds kaufen, der Aktien deutscher Unternehmen umfasst, die beim Führungspersonal eine hohe Zahl von weiblichen Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern haben. Premiere war erst im April 2015. Da startete die Börse Hannover ihren neuen German Gender Index. Er bildet die 50 deutschen Titel ab, die sich bei der Unternehmensführung durch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen weiblichen und männlichen Führungskräften in Vorstand und Aufsichtsrat auszeichnen. So zeigt er börsentäglich die Wertentwicklung der Unternehmen, die dem Leitbild einer so genannten hohen Gender-Diversität folgen.

Gleichgewichtung der Geschlechter

Im gleichen Monat legte die Ampega Investment mit dem „Ampega GenderPlus Aktienfonds“ als erste Kapitalverwaltungsgesellschaft einen Publikumsfonds auf, der diesen Index als Grundlage für das Portfoliomanagement hat. Aus dem gesamten Index der aktuell rund 50 Titel investiert der Fonds derzeit in 37 davon. „Wir sehen die große Bedeutung des Themas in der Öffentlichkeit“, sagt Manfred Köberlein, Geschäftsführer der Ampega Investment, und führt weiter aus: „Mit dem Fonds ermöglichen wir es auch privaten Investoren, der Idee einer Gender-Parität in Führungspositionen zu folgen.“

Manfred Köberlein, Ampega.

Manfred Köberlein und sein Team sind von diesem Ansatz überzeugt und setzen entsprechend hohe Erwartungen in den Fonds mit dem Alleinstellungsmerkmal Gleichgewichtung der Geschlechter in Führungspositionen. Entsprechend dem Index investiert der Fonds rein in deutsche Aktien. Für die konkrete Titelauswahl ist vor allem die Dividendenstärke der Aktien ein Auswahlkriterium. Genauer gesagt: Neben dem Gender-Ansatz sind sechs Punkte bei der Titelauswahl ausschlaggebend, um in den Fonds zu gelangen. Das sind zum einen Dividendenrendite, Dividendenwachstum, Dividendenkontinuität sowie Gewinnstabilität, Payout Ratio (das ist der Quotient aus Dividende je Aktie und Gewinn je Aktie) und Dividend Free Cashflow Cover, kurz FCF Cover genannt (sprich: wie oft kann die Dividende aus dem freien Cashflow eines Unternehmens bezahlt werden, verfügt es also über genügend Barreserven).

Alles in allem verfolgt der Fonds damit gleich zwei Strategien: Nachhaltigkeit auf der Gender-Ebene und Kontinuität bei den Dividendenzahlungen. So erhalten die Anleger nach Ansicht von Manfred Köberlein ein Wachstumsprodukt mit gleichzeitig sehr guter Dividendenrendite. Auf die Gründe für diesen Investmentansatz angesprochen, führt Manfred Köberlein aus, dass der Gender-Diversity-Ansatz ein bisher kaum beachtetes Kriterium ist, das aber durchaus als Qualitätsfilter dienen kann. Schließlich stehe in der wirtschaftlichen Diskussion derzeit die Frage im Raum, ob Unternehmen mit Frauen und Männern in Führungspositionen nicht erfolgreicher seien als solche, die ausschließlich von Männern geleitet würden.

Zwar lasse die Studienlage derzeit keine eindeutige Aussage zu, eine Tendenz zu besseren Ergebnissen von gemischt-geschlechtlichen Führungsetagen sei aber durchaus zu erkennen. So wiesen renommierte Studien wie beispielsweise das „Research Institute“ der Credit Suisse und „Women Matter“ von McKinsey auf einen weltweit erkennbaren Trend hin, nach dem gemischt-geschlechtlich geführte Unternehmen messbar erfolgreicher sind.

Wegweisende McKinsey-Studie

Laut der McKinsey-Studie „Women Matter“ sind männlich-weibliche Führungsteams und ihre Unternehmen deutlich erfolgreicher bei Gewinnmarge und Unternehmensperformance, was sich wiederum im Aktienkurs positiv auswirkt. Die Studie besagt weiterhin, dass Unternehmen mit einer hohen Frauenquote in den Vorstandsetagen die höchste Performance erlangten. Der wechselseitige und komplementäre Führungsstil wird in der Studie als wesentliche Ursache für die bessere Performance angegeben. Die Frage nach der Wirkung von Frauen in der Unternehmensführung sei somit eine ernsthafte Performance- (Aktienkurs) und Gewinnmargen-Frage (Dividende) bei Aktiengesellschaften. Nach Sicht von Manfred Köberlein eignet sich der Ampega GenderPlus Aktienfonds besonders als Ansparplan zur langfristigen Vermögensbildung.

NICOLE WILDBERGER

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Jobsuche: Fünf Dinge, Sie im Dezember noch erledigen können
Im Dezember ist eh nicht mehr viel los auf dem Stellenmarkt? Trotzdem können Sie am Jahresende noch vieles in Sachen Bewerbung erledigen und später Zeit sparen.
Jobsuche: Fünf Dinge, Sie im Dezember noch erledigen können
Was intelligente Bewerber im Internet niemals tun würden
Personaler nutzen Facebook, Instagram und Co. schon längst für die Talentsuche. Das kann heikel werden - aber kluge Bewerber wissen, worauf es ankommt.
Was intelligente Bewerber im Internet niemals tun würden
Führungskräfte gehen öfter an ihre Leistungsgrenze
Führungskräfte leiden unter Stress im Job genauso, wie andere Arbeitnehmer - sogar oft mehr, wie eine Untersuchung zeigt. Denn oftmals wird erwartet, dass sie mehr als …
Führungskräfte gehen öfter an ihre Leistungsgrenze
Vorstellungsgespräch: Mit diesen fiesen Fragen werden Sie getestet
Fangfragen gehören zu jedem Vorstellungsgespräch. Doch welche fiese Fragen erwarten Bewerber? Und wie beantworten sie diese am Besten?
Vorstellungsgespräch: Mit diesen fiesen Fragen werden Sie getestet

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion