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Schön, wenn sich Renditen von Gipfel zu Gipfel entwickeln. Doch im Anlage-Alltag ist oft Geduld gefragt, und vorsichtigen Anlegern ist eine stabile Entwicklung lieber als ein Gipfelsturm bei anschließender rasanter Talfahrt.

Unabhängige Vermögensverwalter

Reich mit Vermögensverwalter-Fonds

Auch Anleger mit kleinem Geldbeutel können vom Know-how der Unabhängigen Vermögensverwalter profitieren – über ihre Fonds. Viele Fonds ermöglichen sogar mit Sparplänen den Vermögensaufbau.

Man muss nicht gleich mehrere 100.000 Euro mitbringen, um in den Genuss des langjährigen Fachwissens eines Vermögensverwalters zu kommen. Viele Gesellschaften bieten auch schon für ein kleines Vermögen den Einstieg in die Champions League der Geldanlage an. Und wer noch kein Vermögen hat, aber eines ansparen möchte, der kann sogar ganz klein einsteigen: mit einem Fonds-Sparplan. Viele Finanzportfolio-Manager haben in den letzten Jahren eigene Fonds gegründet, mit denen sie ihre Investmentstrategien für ein breiteres Publikum öffnen. Einige davon mit gigantischem Erfolg, denn so mancher Fonds hat die magische Milliardengrenze überschritten.

Aber es muss nicht gleich eines der Dickschiffe unter den Vermögensverwalter-Fonds sein: Die Branche bietet mittlerweile ein breites Spektrum an Investmentfonds an – vom international aufgestellten, reinen Aktienfonds über den flexibel gemanagten Mischfonds bis hin zum soliden Rentenfonds. Wichtigster Unterschied gegenüber vielen anderen Fonds: Anlageentscheidungen werden unabhängig von Bankinteressen getroffen, in der Regel stecken die Vermögensverwalter auch ihr eigenes Geld in den Fonds.

Ein Beispiel dafür ist Dr. Jens Ehrhardt aus Pullach, einer der erfolgreichsten und bekanntesten Vermögensverwalter Deutschlands. Er kam 1987 als erster Vermögensverwalter auf die Idee, sein Know-how über einen eigenen Fonds einem großen Publikum zugänglich zu machen. FMM-Fonds hieß damals die Innovation, die bis heute noch unter dem Dach seiner Gesellschaft DJE Kapital AG existiert. Unter den diversen Fonds der Pullacher befindet sich unter anderem der DJE - Dividende & Substanz, der nicht von Dr. Jens Ehrhardt, sondern von seinem Sohn Dr. Jan Ehrhardt gemanagt wird. Der Nachwuchs versteht sein Handwerkszeug, denn der weltweit anlegende Fonds mit einem Schwerpunkt auf dividenden- und substanzstarken europäischen Aktien entwickelte sich in den letzten Jahren prächtig und mehrte das Vermögen der Anleger um knapp 100 Prozent.

Allerdings sollten Anleger nicht allein nach den großen Namen schauen, denn oftmals finden sich gerade unter den Vermögensverwalter-Fonds zahlreiche Perlen, die sich zwar nicht immer auf den vordersten Renditeplätzen tummeln, dafür aber oftmals mit geringen Schwankungen und konstanten Wertzuwächsen punkten. Einige Beispiele dafür sind hier aufgeführt. Andreas Grünewald von der Münchner FIVV FinanzInformation & Vermögensverwaltung AG etwa steht mit seinem FIVV-MIC-Mandat-Offensiv für einen flexiblen vermögensverwaltenden Fonds. Grünewald investiert zwar offensiv auf den internationalen Märkten, aber er achtet genau auf die Strukturierung des Fondsvermögens. In den Fonds kommen nur Titel, die einen mehrstufigen FIVV-Auswahlprozess überstehen. Durch eine breite Streuung über unterschiedliche Anlageklassen, Länder, Branchen und Einzeltitel mit dem Schwerpunkt Aktien eignet sich der Fonds besonders für chancenorientierte Anleger.

„Im Einkauf liegt der Gewinn“

Ebenfalls international ausgerichtet ist der Value Aktienfonds MMT Global Value B. Allerdings setzen die Manager Felix Schleicher und Markus Walder vom Münchner Vermögensverwalter Value Asset Management auf unterbewertete Unternehmen mit nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen. Ihre Vorliebe für diesen wertorientierten Anlagestil (Value) kommt nicht von ungefähr, denn Legenden wie André Kostolany haben diesen Stil geprägt – und Schleicher hat früher an der Seite des Altmeisters der Börsenanlage gearbeitet. „Im Einkauf liegt der Gewinn“, lautet die Maxime von Felix Schleicher. Investoren kaufen unterbewertete Qualitätsaktien günstig ein und profitieren von der Kurssteigerung bis zum „fairen Wert“ der Aktie. Schleicher ist überzeugt: „Der positive Trend unterbewerteter Qualitätsaktien steht erst am Anfang.“

Ebenfalls auf Value-Aktien setzt Matthias Bohn von der P&S Vermögensberatungs AG in Bayreuth mit dem P&S Renditefonds. Der gute Ansatz des flexiblen vermögensverwaltenden Fonds leidet in den letzten Monaten unter den Folgen der Geldschwemme an den Märkten. „Wir haben die Titelauswahl im Fonds mit einem sogenannten Cashflow-Konzept kombiniert“, so Bohn. „Wir versuchen, aus Zinsen, Dividenden und Optionsprämien ein zusätzliches Einkommen im Fonds zu generieren. Ziel sind derzeit zwischen drei bis fünf Prozent im Jahr an Zusatzeinnahmen.“ Perioden der „Underperformance“ von Value-Investments sieht Bohn als gute Gelegenheiten für einen günstigen Einstieg.

Ganz auf deutsche Aktien konzentriert sich die Knoesel & Ronge Vermögensverwaltung in Würzburg mit ihrem KR Fonds Deutsche Aktien Spezial. Die beiden Gesellschafter Jochen Knoesel und Dr. Ulrich Ronge sehen ihren knapp 80 Millionen Euro großen Fonds als idealen Depotbaustein. Die Verlustrisiken sind angesichts einer geringen Volatilität von nur fünf Prozent tatsächlich klein. Das gelingt den Fondsmanagern, indem sie Aktien mit angekündigten, beschlossenen oder bereits wirksamen Übernahmeangeboten oder anderen Sondersituationen kaufen. Ein Fonds für Anleger, die ruhig schlafen möchten, aber dennoch mittel- bis langfristig Renditechancen nutzen wollen.

Total flexibel kann die Berliner Sigavest Vermögensverwaltung mit ihrem SIGAVEST Vermögensverwaltungsfonds UI auf den internationalen Märkten anlegen. Zum vermögensverwaltenden Ansatz gehört, dass die Investitionsquote in schwierigen Marktphasen auf bis zu null Prozent reduziert werden kann. Schwerpunktmäßig wird das Vermögen neben Einzelaktien in Aktien- und Vermögensverwaltende Fonds sowie ETFs investiert.

Einen lupenreinen Rentenfonds managt Peter Schneider von Schneider, Walter & Kollegen Vermögensverwaltung in Köln. Sein SWuK Renten Flexibel UI ist für defensive Investoren geeignet und wird von dem erfahrenen Renten-Fachmann mit sicherer Hand geführt. Er setzt auf eine angemessene und stetige Wertentwicklung. Anleger wurden mit einer jährlichen Performance mit 2,39 Prozent belohnt. „Aufgrund niedriger Zinsen und unser Initiative für Stiftungen haben wir unsere institutionelle Anteilsklasse für jeden Anleger ohne Mindestanlagebetrag geöffnet“, kündigt Schneider an.

Einen ähnlichen defensiven Ansatz führt die BPM Berlin Portfolio Management mit ihrem Rentenfonds Rücklagenfonds T – ein „Brot und Butter“-Publikumsfonds, der ausschließlich in Investment-Grade-Anleihen kürzerer Laufzeiten investiert. Währungs- und Zinsänderungsrisiken sichert das Fondsmanagement konsequent ab. „Damit eignet sich der Rücklagenfonds, bei einer empfohlenen Mindestanlagedauer von zwölf Monaten, exzellent für die risikoarme Rücklage liquider Mittel – ohne allerdings auf attraktive Renditen zu verzichten“, so Geschäftsführer Uwe Günther. Das klassische Sparbuch schlägt BPM damit um Längen.

Vielversprechende Fonds

Während viele der hier vorgestellten Fonds seit Jahren auf dem Markt sind, überraschen Vermögensverwalter immer wieder mit neuen, innovativen Fondsideen. Fünf vielversprechende Fonds haben wir in der Tabelle aufgeführt. Auch hier ist die Bandbreite groß, es lohnt sich daher, die Entwicklung dieser Fonds in den nächsten Monaten mitzuverfolgen. Das Bankhaus Jungholz etwa ist mit einer ganzen Familie an vermögensverwaltenden Konzepten auf den Markt gekommen, beispielhaft aufgeführt ist der Vermögensmandat Strategie. Myra Capital wartet mit einem Deutschlandfonds mit Vermögensverwaltungscharakter auf (MYRA German Allocation Fund), Tresides Asset Management mit einem europäischen Mischfonds, der in Aktien, Renten und Rohstoffe investiert (Tresides Balanced Return). OVIDPartner aus Dortmund wartet mit dem OVID Infrastructure HY Income UI Fonds auf, der ganz auf Infrastruktur ausgerichtet ist und dennoch täglich verfügbar ist. Einen besonders interessanten Ansatz verfolgt Mandelbrot Asset Management mit seinem Mandelbrot Market Neutral Germany, der erst seit wenigen Monaten gehandelt wird. Das Münchner Unternehmen hat eine mathematische Aktienstrategie entwickelt, die den deutschen Markt langfristig und strukturell schlagen soll, und strebt eine Ziel-Rendite von durchschnittlich acht Prozent pro Jahr an.

José Macias

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