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Wie kann man den Spagat zwischen Sicherheit und Rendite in zinsschwachen Zeiten hinbekommen? Ein heißes Thema, das die Finanzexperten diskutierten.

Unabhängige Vermögensverwalter

Strategien des Hauses ins Schaufenster stellen

Vermögensverwaltende Fonds kommen in vielen Häusern zum Einsatz. Neben der Transparenz und niedrigen Gebührenstruktur steht die Performance im Vordergrund.

Unabhängige Vermögensverwalter bieten ihren Kunden nicht nur individuelle Konzepte in der Finanzportfolio-Verwaltung an. Viele Gesellschafter managen auch vermögensverwaltende Fonds, in denen sich die hauseigene Strategie wiederfindet und in die Kunden auch mit kleineren Vermögen oder monatlichen Einzahlungen einsteigen können. Michael Gillessen aus dem Vermögensverwalter-Office von Berenberg betont beim Finanzforum „Unabhängige Vermögensverwalter“ von Münchner Merkur tz, dass es immer mehr solcher Fonds gebe. „Als Berenberg unterstützen wir die Verwalter dabei, ihre Fonds zu vermarkten und zu platzieren. Das wollen wir noch stärker ausbauen, um eine breite Wahrnehmung für die Produkte herzustellen.“ Die Vorteile der vermögensverwaltenden Fonds stellt ein weiterer Partner der Verwalter heraus, Andreas Hausladen vom Fonds-Administrator Universal Investment. „Die Fonds eignen sich nicht nur als Schaufenster, um Aufmerksamkeit im Markt zu schaffen. Sie lassen sich auch für die Vermarktung über digitale Kanäle einsetzen. Wichtig ist, dass immer deutlich gemacht wird, dass die Fonds sehr transparent sind und es keine Interessenskonflikte gibt, was bestimmte Werte oder Gebühren angeht.“ Apropos Transparenz: Diese stellt auch Manfred Köberlein von Ampega Investment in den Vordergrund und sagt, dass die Produkte tatsächlich an Transparenz gewonnen hätten und dass das Niveau generell immer besser werde.

„Mit dem Transparenzbericht gibt es mittlerweile sogar ein Tool, das die Informationspolitik von Fonds auf ein neues, qualitativ getriebenes Niveau hebt“, ergänzte Tobias Karow von Rödl & Partner. „Dem Maschinenraum eines Fonds“, so Karow weiter, „waren Anleger damit noch nie so nahe.“ Christian Bimüller von BlackRock fügt hinzu, dass man vor knapp zwei Jahren ein erfolgreiches Partnerprogramm namens iShares Connect an den Start gebracht hat, in dem Anbieter von ETF-Portfoliolösungen, zum Beispiel im Rahmen eines Fondsmantels, aktiv in der Vermarktung und Außendarstellung unterstützt werden.

Für den Vermögensverwalter Josef Tafertshofer (Fimax Vermögensberatung) sind selbst gemanagte Fonds ein gutes Kommunikationsmittel mit dem Anleger. Über regelmäßige Monatsberichte würden umfangreiche Informationen vermittelt. „Gleichzeitig erlauben Fonds aber auch, dass Anleger von Wertpapieren profitieren, die sonst nur in sehr großen Stückelungen erhältlich sind, insbesondere Unternehmensanleihen.“ Die Möglichkeit, durch Fonds auch kleinere Mandanten zu bedienen, stellt Andreas Grünewald (FIVV AG) heraus, und zugleich betont er, dass die Unabhängigen Vermögensverwalter immer vermitteln müssten, dass in den Fonds eine echte Vermögensverwaltung stattfinde. „Ein Fonds sollte aber auch zum Risikoprofil des Kunden passen, von daher muss dieser vom Vermögensverwalter sorgfältig ausgewählt werden“, sagt Christian Fischl von Huber, Reuss & Kollegen, „fühlt sich ein Kunde jedoch mit Einzeltiteln wohler, sollte ein Vermögensverwalter auch in der Lage sein, dies ab einer gewissen Summe umzusetzen.“ Auch Dr. Jens Bies vom Fondsmanager Skalis Asset Management stellt die Performance in den Vordergrund. „Am Ende des Jahres muss ein positiver Ertrag stehen.“ Dies unterstreicht Uwe Adamla (Dr. Ehrhardt Vermögensverwaltung) und sagt zudem, dass auch in großen Portfolios viele Fonds zum Einsatz kommen können. Zur Zukunft befragt, sieht Bies einen Schwerpunkt im Mischfonds-Bereich und im Mix der Assetklassen. Christian Bimüller vom ETF-Anbieter iShares erläutert, dass im ersten Quartal 2016 sehr stark Anleihen-ETFs wie beispielsweise Unternehmens- und Staatsanleihen von Investoren gekauft wurden. Andreas Grünewald fordert, bei den Kunden weiterhin für die Aktie zu werben, Christian Fischl beobachtet den Weg hin zu Qualität und Substanz, und im Bereich der Rohstoffe setzt Holger H. Gachot (StarCapital) auf Aktien und Anleihen, während Thomas Lenerz von I.C.M. Independent Capital Management betont, dass physisch hinterlegte Goldwerte ebenso eine Option seien.

Patrick Peters

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