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Andreas Grunewald, Unabhängiger Vermögensverwalter aus München und Vorsitzender des Verbands Unabhängiger Vermögensverwalter.

Unabhängige Vermögensverwalter

„Wir wollen den Verwaltern ein Gesicht geben“

Wer heute auf der Suche nach einer Anlagemöglichkeit für sein Vermögen ist – sei es zum langfristigen Aufbau oder zur Sicherung –, hat die Wahl aus unterschiedlichsten Möglichkeiten.

Eine davon ist die Branche der Unabhängigen Vermögensverwalter. Die Experten sind nicht an Vertriebsvorgaben einer übergeordneten Bank gebunden und investieren die ihnen anvertrauten Gelder ausschließlich im Interesse der Kunden. Dabei verfolgen sie ihre hauseigene Strategie und setzen auf eine dauerhafte, enge und persönliche Beziehung zu ihren Kunden.

„Für unsere Mitglieder sprechen gute Argumente. Wir müssen die Dienstleistung allerdings im Markt und bei den Kunden deutlich bekannter machen. Unser Ziel ist es, der Branche vor allem regional ein Gesicht zu geben“, sagt Andreas Grünewald, Unabhängiger Vermögensverwalter aus München und Vorsitzender des Verbands unabhängiger Vermögensverwalter (VuV). „Deshalb haben wir Ende April erstmals in Hamburg mit Verbandsmitgliedern eine Publikumsveranstaltung durchgeführt und die Vermögensverwalter mit mehr als 130 potenziellen Kunden zusammengebracht. Unser Pilotprojekt war sehr erfolgreich, weshalb wir das Format nun schrittweise in anderen Regionen wiederholen möchten.“ Primär gehe es dem Verband darum, die Bekanntheit der Branche zu erhöhen. Dass durch das entwickelte Werbekonzept auch die einzelnen Vermögensverwalter profitieren und gegebenenfalls neue Kunden gewinnen können, sei umso erfreulicher.

Die Vernetzung vor Ort sei grundsätzlich wichtig, besonders jedoch für Anbieter von Dienstleistungen mit personenbezogener Komponente. „Wer vor der eigenen Haustür ein Gesicht hat und durch gute Leistungen weiterempfohlen wird, hat gute Marktchancen. Unabhängige Vermögensverwalter können ihre Stärken besonders im persönlichen Kontakt mit ihren Kunden ausspielen und müssen daher für hohe Bekanntheit in ihrer Region kämpfen.“ Dennoch dürfe auch die Internetpräsenz nicht vernachlässigt werden. Der Verband investiere daher zusätzlich in Online-Marketing-Maßnahmen, wodurch Unternehmensprofile der Vermögensverwalter auf der Verbandswebseite bessere Platzierungen im Google-Ranking erhalten (SEO).

Fonds als Schaufenster

Neben den Unternehmen verhelfe man auch ihren Fonds zu mehr Bekanntheit. Auf www.fondsweb.de/vuv werden Fonds Unabhängiger Vermögensverwalter gelistet. „Fonds sind ein gutes Schaufenster für die Qualität eines Vermögensverwalters und als Einstiegsinstrument auch für Kunden ohne Vorerfahrungen geeignet. Daher bemühen wir uns auch um mehr Aufmerksamkeit für die Fonds unserer Mitglieder. Trotz persönlicher Nähe müssen Kunden auch im Internet abgeholt werden, wo sie sich oft aufhalten“, ergänzt Grünewald.

Neben der Unterstützung der Mitglieder hat sich der VuV auch der Förderung der ökonomischen Bildung in Deutschland verschrieben – mit besonderem Fokus auf jüngere Generationen. „Finanzbildung ist der beste Schutz für Anleger. Wer sich in den Märkten und mit Risiken auskennt, kann sich selbst schützen. Wir freuen uns über aufgeklärte Anleger, die im Unabhängigen Vermögensverwalter einen kompetenten Ansprechpartner suchen und die auch bei temporären Schwierigkeiten an den Märkten Ruhe bewahren“, erläutert Grünewald.

Eine große Veränderung der Zahl aller Unabhängigen Vermögensverwalter erwarte Grünewald indes nicht: „Die Anzahl wird nicht zunehmen, dafür sind die regulatorischen Rahmenbedingungen bereits zu scharf. Inzwischen entfallen im Schnitt circa 20 Prozent der täglichen Arbeitszeit auf die Bewältigung regulatorischer Auflagen. Darunter leiden Kunden und Vermögensverwalter gleichermaßen. Wir als Verband müssen hier ansetzen und unsere Mitglieder nach Kräften entlasten. Neben einem breiten Informations- und Schulungsangebot bieten wir mit einem Compliance Management-System und einer Customer Relationship Management-Anwendung sogar maßgeschneiderte Softwarelösungen für Vermögensverwalter an, die viele Aufgaben deutlich beschleunigen und kostengünstig erhältlich sind. Parallel setzen wir uns selbstverständlich für eine Deregulierung ein.“

Patrick Peters

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