+
Zur Arbeit sollten Sie besser immer direkt fahren - sonst könnte die Unfallversicherung Ärger machen.

Vorsicht

Unfall auf dem Arbeitsweg? In diesem Fall zahlt die Versicherung nicht

  • schließen

Arbeitnehmer sind auf dem Weg zur Arbeitsstätte und zurück gegen einen Unfall versichert. Doch in einem gängigen Fall darf die Unfallversicherung die Zahlung verweigern.

Sie kennen das ja vielleicht: Auf dem Weg zur Arbeit oder zurück erledigt man gerne noch ein paar Sachen, etwa im Supermarkt einkaufen oder noch schnell ein Paket von der Post abholen. In diesem Fall sollten Sie aber aufpassen, dass Ihnen nichts passiert, denn bei einem Unfall kann die Versicherung des Arbeitgebers die Anerkennung als Arbeitsunfall bzw. Wegeunfall verweigern.

Versicherung verweigert Anerkennung als Arbeitsunfall - aus diesem Grund

So geschehen in einem Fall , der vor dem Landessozialgericht Baden-Württemberg landete (Az.: L 8 U 4324/16): Wie die Deutsche Presseagentur berichtete, musste ein Mann um 13:30 Uhr bei der Arbeit sein. Dafür braucht er in der Regel 25 bis 30 Minuten. Weil er jedoch auf dem Weg zu seinem Betrieb noch bei einem Waschsalon vorbeifahren wollte, um Wäsche zu waschen, startete er bereits um 9:30 Uhr seine Fahrt. 

Auf dem Weg zur Wäscherei passierte es dann: Der Mitarbeiter wurde in einen Verkehrsunfall verwickelt und zog sich ein Schädel-Hirn-Trauma sowie mehrere Knochenbrüche zu und musste mehrere Wochen im  Krankenhaus behandelt werden.

Auch interessant: Vorsicht - In diesen Fällen droht eine ordentliche Kündigung.

Das Fatale daran: Weil der Mann früher als eigentlich nötig zur Arbeit aufgebrochen war, lehnte die Unfallversicherung des Arbeitgebers die Anerkennung als Arbeitsunfall ab. Er sei schließlich nur deshalb früher aufgebrochen, weil er den Zwischenstopp beim Waschsalon einlegen wollte. Auch die Argumentation des Mannes, er habe schließlich Dienstkleidung reinigen wollen, verlief im Sande - der Arbeitgeber hatte auf Nachfrage des Sozialgerichts in Freiburg angegeben, dass für den Versicherten seit Jahren keine Dienstkleidungspflicht bestünde. 

Die Klage wurde daraufhin abgewiesen und scheiterte auch später vor dem Landessozialgericht. Da nützte es auch nichts, dass der Waschsalon auf dem direkten Arbeitsweg des Mannes lag. Für das Urteil des Landessozialgerichts war entscheidend, dass der Weg zum Waschsalon nicht mit der Arbeit zusammenhänge, sondern sich der Mann aus privaten Gründen früher auf den Weg gemacht hatte. 

Umweg auf dem Arbeitsweg: In diesen Fällen werden Wegeunfälle anerkannt

Umwege auf dem Weg zur Arbeit oder zurück müssen aber nicht pauschal unversichert sein. Wegeunfälle zählen etwa auch dann als Arbeitsunfälle, wenn Sie aus diesen Gründen einen Umweg fahren:

  • um Ihre Kinder aus einer Betreuungeinrichtung abzuholen bzw. hinzubringen,
  • wenn Sie Teil einer Fahrgemeinschaft sind oder 
  • bei Umwegen aufgrund von Staus oder Baustellen. 

Lesen Sie auch:  Was Beschäftigte nach einem Arbeitsunfall tun müssen.

Wollen Sie über aktuelle Karriere-News auf dem Laufenden bleiben? Dann folgen Sie unserer Branchenseite auf dem Karriereportal Xing.

Von Andrea Stettner

Ranking: Diese acht Berufe machen depressiv

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Konkurrentin darf keine dienstliche Beurteilung erstellen
Ein Arbeitgeber muss seine Mitarbeiter unvoreingenommen und möglichst objektiv beurteilen. Wer also für ein Bewerbungsverfahren von einem Konkurrenten beurteilt wird, …
Konkurrentin darf keine dienstliche Beurteilung erstellen
Gibt es bald kein Homeoffice mehr? Düstere Aussichten nach Zeiterfassungs-Urteil
Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom Mai fürchten viele Arbeitgeber und -nehmer die Stechuhr. Aber wie sieht es mit Homeoffice und Reisezeiten aus?
Gibt es bald kein Homeoffice mehr? Düstere Aussichten nach Zeiterfassungs-Urteil
Frau (24) bewirbt sich bei Agentur - die stellt sie bloß wegen dieses Fotos
Sie ist jung, schön und auf der Suche nach einem Job: Doch als sich die 24-jährige Emily Clow bewarb, bekam sie keine Einladung, sondern erlebte einen bösen Schreck.
Frau (24) bewirbt sich bei Agentur - die stellt sie bloß wegen dieses Fotos
Schülerpraktika für beide Seiten zum Erfolg machen
Für Schüler ist ein Praktikum oft die erste Gelegenheit, einen potenziellen Arbeitgeber kennenzulernen. Eine Ausbildungsexpertin gibt Tipps, wie sich Praktikanten gut im …
Schülerpraktika für beide Seiten zum Erfolg machen

Kommentare