+
Wann greift die gesetzliche Unfallversicherung? Foto: Daniel Naupold

Unfallschutz auch bei Mini-Umwegen auf dem Arbeitsweg

Ein Mann steigt auf dem Weg zur Arbeit noch einmal aus seinem Auto aus, um das Hoftor zu schließen. Er rutscht dabei aus und bricht sich die Schulter. Die gesetzliche Unfallversicherung will dies nicht als Arbeitsunfall anerkennen. Zu Unrecht, entschied nun ein Gericht.

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Wenn Berufstätige auf dem Weg zur Arbeit einen Umweg machen und dabei einen Unfall haben, kann der gesetzliche Unfallschutz entfallen. Von diesem Grundsatz gibt es allerdings eine Ausnahme:

Steigt jemand zum Beispiel beim Verlassen seines Hauses nur kurz aus dem Auto aus, um ein Hoftor zu schließen und rutscht er dabei aus, so ist das höchstens ein "geringfügiger Umweg". Der Unfall ist dann versichert. Auf ein entsprechendes Urteil des Hessischen Landessozialgerichts (Az.: L 3 U 108/15) weist der Bund-Verlag hin.

Im verhandelten Fall ging es um den Hausmeister einer Schule, der morgens mit seinem Wagen von seinem Grundstück gefahren und dann noch einmal ausgestiegen war, um das Hoftor zu schließen. Dabei rutschte er auf glattem Boden aus und brach sich kompliziert die Schulter. Die Behandlungskosten betrugen rund 36 900 Euro. Die Unfallversicherung weigerte sich zu zahlen. Sie argumentierte, das Schließen des Hoftores sei ein nicht versicherter Umweg auf dem Weg zur Arbeit.

Das sah das Hessische Landessozialgericht allerdings anders. Selbst wenn man annehmen würde, dass hier eine Unterbrechung des Arbeitswegs vorliegt, sei diese nur geringfügig - und habe damit keinen Einfluss auf den Versicherungsschutz, befanden die Richter.

Urteil

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Chefs sagen: Das ist der schlimmste Fehler im Bewerbungsgespräch
Wer denkt, das Bewerbungsgespräch sei an seiner Persönlichkeit gescheitert, der irrt oft. Der größte Fehler ist ein ganz anderer - und einfach zu vermeiden. 
Chefs sagen: Das ist der schlimmste Fehler im Bewerbungsgespräch
Darum sollten Sie alle zwei Jahre den Job wechseln
Häufige Jobwechsel machen sich nicht gut im Lebenslauf? Diese Einstellung sollten Sie dringend überdenken, denn Firmentreue bringt ihnen einen großen Nachteil.
Darum sollten Sie alle zwei Jahre den Job wechseln
Jobportal: Arbeitgeber locken mit Betreuungsangeboten
Unternehmen versuchen mit Extraleistungen Arbeitnehmer zu werben. Dabei sind Betreuungsmöglichkeiten für Kinder in Jobanzeigen am häufigsten zu finden.
Jobportal: Arbeitgeber locken mit Betreuungsangeboten
Wie Sie besser werden, wenn Sie die richtigen Fragen stellen
Ein erfolgreiches Gespräch hängt in erster Linie davon ab, welche Fragen wir stellen. Das behauptet der Gründer eines erfolgreichen Startups - und verrät Tipps.
Wie Sie besser werden, wenn Sie die richtigen Fragen stellen

Kommentare