Auf einem Wochenkalender steht in grüner Schrift das Wort „Urlaub“.
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Nicht einfach: Urlaubsplanung in Corona-Zeiten.

Urlaubsanspruch in Corona-Zeiten

Kann mich mein Chef zwingen, während des Lockdowns frei zu nehmen?

Urlaubsanspruch, Resturlaub und Urlaubsplanung in Corona-Zeiten: Oft sind die Interessen von Mitarbeitern und Arbeitgebern gegensätzlich. Wir geben wichtige Tipps.

Köln – Am 31. März steht für Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland ein wichtiger Stichtag an: Genau an diesem Tag verfällt laut Gesetz der Urlaubsanspruch aus dem Vorjahr. Doch gerade in Zeiten des Coronavirus* haben sich da bei vielen Urlaubstage aus dem Vorjahr angesammelt, denn wer wollte schon gerade in den letzten Monaten ohne Aussicht auf Freizeit und Entspannung daheim rumsitzen? Im Gegensatz dazu haben viele Unternehmen ein Interesse daran, dass ihre Mitarbeiter auch während des Lockdowns Urlaub nehmen – und das nicht nur aus Sorge um deren Gesundheit: Sondern auch, weil sie fürchten, dass plötzlich alle gleichzeitig im Urlaub sind, sobald sich ein Ende der Corona-Einschränkungen abzeichnet.

Urlaub und Resturlaub in Corona-Zeiten: 24RHEIN* hat mit einem Spezialisten für Arbeitsrecht gesprochen. Thomas Niklas ist Fachanwalt für Arbeitsrecht in Köln* und macht zumindest denjenigen Hoffnung, die auch in den letzten Jahren Urlaubstage über den 31. März hinaus übertragen konnten. „Liegt eine betriebliche Übung – also ein Anspruch aufgrund einer wiederholten tatsächlichen Handhabung im Unternehmen – vor, dass der Resturlaub auch nach dem 31. März noch genommen werden darf, dann gilt der Urlaubsanspruch auch länger. Dieser Fall muss nicht schriftlich festhalten werden, es reicht, wenn es im Unternehmen immer so gehandhabt wird“, erklärt der Experte.

Auch für das Urlaubsjahr 2021 sind die Eingriffsmöglichkeiten der Unternehmen begrenzt. Möchte ein Arbeitnehmer aufgrund des Lockdowns keinen Urlaub nehmen, kann der Arbeitgeber ihn nicht dazu zwingen. Es sei denn, es liegen „dringende betriebliche Gründe vor“. Zum Beispiel, wenn die ganze Firma Betriebsferien macht oder wenn Urlaubstage genommen werden müssen, um Kurzarbeit einführen zu können.

„Arbeitgeber sollten aber ihrer Pflicht nachgehen, die Mitarbeiter frühzeitig – am besten schon zu Beginn des Jahres – über ihren Urlaubsanspruch im Einzelnen zu informieren“, sagt Thomas Niklas. Den Chefinnen und Chefs rät der Experte daher, am Jahresanfang einen Urlaubsplan für das komplette Jahr mit den Angestellten zu erstellen. Idealerweise wird der gesamte Anspruch verplant. „Dann bleibt auch kein Urlaub übrig“, so Arbeitsrechtexperte Thomas Niklas.

Was Arbeitnehmer beachten müssen, die in Kurzarbeit waren oder noch sind, ob man seinem Chef angesichts der Angst vor Infektionen seinen Urlaubsort nennen muss: Mehr Tipps zum Thema Urlaubsanspruch während Corona-Pandemie* erfahren Sie bei 24RHEIN. (jaw) *24RHEIN ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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