+
Bäcker atmen oft Mehl ein. Das kann zu Asthma führen. Wer den Verdacht hat, an einer Berufskrankheit zu leiden, wendet sich am besten an die zuständige Berufsgenossenschaft.

Wenn der Job krank macht

Verdacht auf Berufskrankheit - was nun zu tun ist

In manchen Berufen wie Frisör oder Bäcker gibt es ein erhöhtes Risiko, aufgrund des Jobs zu erkranken. Was sollten Betroffene tun, wenn der Verdacht auf eine Berufskrankheit besteht?

Ständiger Ausschlag an den Händen oder Asthma: Bei manchem Betroffenen mit solchen Symptomen liegt der Verdacht nahe, dass die Gesundheitsprobleme ihre Ursache in den Arbeitsbedingungen haben.

Verdacht auf Berufskrankheit hat sich nur in der Hälfte der Fälle bestätigt

Der behandelnde Arzt kann den Fall dann bei der zuständigen Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse melden, erläutert Elke Biesel von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Eine andere Möglichkeit ist es, sich direkt an die Berufsgenossenschaft oder die Unfallkasse zu wenden. Im Jahr 2015 gab es in Deutschland insgesamt 76.991 Anzeigen mit dem Verdacht auf eine Berufskrankheit. Der Verdacht wurde in knapp der Hälfte der Fälle (37.149) bestätigt. Am häufigsten anerkannt wird Lärmschwerhörigkeit.

Nur 77 Berufskrankheiten werden anerkannt

Nach dem Gesetz gilt eine Erkrankung nur dann als beruflich bedingt, wenn sie in der Berufskrankheiten-Liste aufgeführt ist. In der derzeitigen Fassung sind dort 77 Krankheiten aufgenommen. Nach der Anzeige des Verdachts beginnt der Unfallversicherungsträger zu ermitteln. Liegt eine Berufskrankheit vor, wird auf verschiedenen Wegen versucht, sie zu mildern und zumindest einen schlimmer werdenden Verlauf aufzuhalten.

Berufskrankheit: Eine Rente wird nur selten zuerkannt

Bei einer Beeinträchtigung mit einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 20 Prozent wird zudem eine Rente gezahlt. Das ist allerdings eher selten der Fall: Von den 37.149 Fällen, bei denen sich 2015 der Berufskrankheitsverdacht bestätigt hat, wurde in 5049 Fällen eine Rente zuerkannt.

Doch was ist, wenn der Unfallversicherungsträger die Berufskrankheit erst gar nicht anerkennt? In diesem Fall können Betroffene zunächst einen Widerspruch einlegen. Bringt dieser nichts ein, gibt es noch die Möglichkeit der Klage vor dem Sozialgericht.

dpa/tmn

Wie werde ich...? Bäcker/in

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

So klappt Jobsharing in der Praxis
Die 40-Stunden-Woche passt immer weniger in die Lebenskonzepte der Menschen. Jobsharing ist ein Modell, um das aufzufangen. Drei Tandems erzählen, worauf es bei Planung …
So klappt Jobsharing in der Praxis
Wie werde ich Pferdewirt/In?
Welches Pferdekind wünscht sich das nicht? Jeden Tag reiten wie die Helden aus Bibi & Tina oder Wendy. Also aus dem Hobby einen Beruf machen. Pferdewirte erwartet aber …
Wie werde ich Pferdewirt/In?
Firma will Kennzeichnung: Frauen sollen in der Arbeit Anstecker tragen, wenn sie ihre Periode haben
Ein Geschäft in Japan hat für Frauen, die ihre Regel haben, den "Perioden-Anstecker" eingeführt. Die Aktion stößt auf wenig Gegenliebe - insbesondere im Netz wird …
Firma will Kennzeichnung: Frauen sollen in der Arbeit Anstecker tragen, wenn sie ihre Periode haben
Wer hat Vorrang bei der Urlaubsplanung?
Wer hat Vorrang bei der Urlaubsplanung?

Kommentare