Vermögenswirksame Leistungen

So holen Sie sich das Extra-Geld vom Chef

München - Den Geheimtipp-Status haben die Vermögenswirksamen Leistungen längst hinter sich gelassen. Die tz erklärt, worauf Sparer achten sollten und welcher Vertrag für wen geeignet ist.

Den Geheimtipp-Status haben die Vermögenswirksamen Leistungen (VL) längst hinter sich gelassen: Über 13 Millionen VL-Verträge laufen derzeit in Deutschland. Der Clou: Die Firma legt Geld drauf – und manchmal beteiligt sich sogar der Staat. Im neuen Finanztest-Heft hat die Stiftung Warentest die Verträge unter die Lupe genommen. Die tz erklärt, worauf Sparer achten sollten und welcher Vertrag für wen geeignet ist:

Wer kann vermögenswirksame Leistungen erhalten? 

Grundsätzlich alle Arbeitnehmer, Beamten, Richter, Soldaten und Auszubildende Anspruch. Wer in Teilzeit beschäftigt ist, bekommt eine anteilige Zahlung.

Wie viel Geld gibt’s vom Chef dazu? 

Das hängt von der Branche ab. Die genaue Höhe ist häufig in den Tarifverträgen geregelt. Die Spannbreite geht von 6,65 Euro bei Mitarbeitern im öffentlichen Dienst bis 40 Euro monatlich für Bank-Mitarbeiter. Wie es in Ihrem Betrieb geregelt ist, erfragen Sie am besten beim Betriebsrat oder in der Personalabteilung. Geld gibt’s aber nur, wenn der Arbeitnehmer einen passenden VL-Vertrag vorlegt. Die VL wirken wie eine Gehaltserhöhung und werden mit Steuern und Sozialabgaben belastet.

Wie kann man den passenden Vertrag finden? 

Das hängt maßgeblich vom Sparziel ab. Wer eine Immobilie finanzieren will, kann die VL zum Tilgen eines Kredits oder für einen Bausparvertrag nutzen. Wer sein Geld anlegen möchte, kann das mit einem Banksparplan, einem Aktienfonds. Sparer sollten außerdem überprüfen, ob sie auch noch die staatliche Arbeitnehmersparzulage bekommen – die gibt es nicht bei jeder Sparform.

Wer bekommt noch zusätzlich Geld vom Staat? 

Das hängt vom zu versteuernden Einkommen ab. Wenn das unter 17 900 Euro liegt – bei Ehepaaren unter 35 800 Euro – gibt der Staat Geld dazu. Für die Förderung von Fondssparplänen liegt die Grenzen sogar bei 20 000 Euro für Alleinstehende und bei 40 000 Euro für Ehepaare. Das zu versteuernde Einkommen errechnet sich aus dem Bruttojahreseinkommen abzüglich steuerlicher Posten wie zum Beispiel der Pendlerpauschale und anderen Werbungskosten. Wer hier viel absetzen kann, kann also unter diese Grenze rutschen.

Wie viel Geld gibt der Staat dazu? 

Das hängt von der Anlageform ab. Arbeitnehmersparzulage für’s Bausparen oder die Tilgung eines Kredits liegt bei bis zu 43 Euro jährlich, die für einen Aktienfondssparplan bei bis zu 80 Euro jährlich. Für Banksparpläne gibt es keine Zulage.

Für wen ist der Bausparvertrag etwas? 

Für Sparer, die ein Haus bauen oder einen Wohnung kaufen oder sanieren wollen. Der Vorteil: Sparer sichern sich schon heute einen günstigen Zins für ein späteres Darlehen. Der Haken: Der Vertrag läuft sieben Jahre. Sind die Zinsen auch dann noch niedrig, hätte sich eher ein Sparplan mit besserer Verzinsung gelohnt.

Und der Banksparplan? 

Er ist etwas für sicherheitsorientierte Sparer. Schon bei Vertragsabschluss weiß der Sparer, wie viel Geld nach sieben Jahren für ihn rausspringt. Den besten Zins bietet der Sparplan der Degussa-Bank: 3,39 Prozent Zinsen bundesweit und ohne Bedingungen. Allerdings ist der Zins variabel. Sparpläne sind nur etwas für Arbeitnehmer, die keine staatliche Zulage bekommen.

Lohnen sich Aktienfonds? 

Sie bieten die höchstmögliche Rendite auf lange Sicht. Allerdings auch das höchste Risiko. Denn wenn die Aktien zum Sturzflug ansetzen, kann am Ende der siebenjährigen Laufzeit gar ein Minus drohen. Läuft alles prima, sind aber 5- 10 Prozent Rendite drin. Für VL-Sparer sind Indexfonds, sogenannte ETFs, die erste Wahl. Sie sind günstiger als aktiv gemanagte Fonds und bilden einen Aktienindex – etwa den Dax – ab.

Mk.

Alte Verträge aussitzen

Wer bereits einen Vertrag hat und den Eindruck gewonnen hat, nicht das beste Angebot gewählt zu haben sollte den Vertrag trotzdem druchhalten – besonders wenn er auch Anspruch auf staatliche Förderung hat. Die ist bei vorzeitiger Kündigung nämlich meist verloren. Außerdem verzichten Banksparplan-Sparer auf den Bonus, der viele Angebote erst attraktiv macht.Sind die sieben Jahre Laufzeit um, können sich Sparer dann guten Gewissens nach einem besseren Vertrag umschauen.

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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