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Der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung kann auch für Lehrlinge ratsam sein.

Tipps für Azubis

Welche Versicherungen Lehrlinge benötigen

Mit Beginn der Ausbildungs zu Lehrlinge nicht mehr über ihre Eltern mitversichert. Doch eine Expertin rät, nicht unüberlegt und nicht zu viele Verträge abzuschließen.

„Azubis sollten sich keinesfalls überversichern“, rät Daniel Dodt vom unabhängigen Verbraucherportal toptarif. de. „Es gibt einige Versicherungen, die für jeden Berufsanfänger unerlässlich sind. Andere wiederum sind nur in besonderen Fällen oder erst nach Ende der Ausbildung erforderlich. Um die knappe Kasse zu schonen, empfiehlt es sich sorgfältig zu prüfen, welche Policen wirklich notwendig sind“, rät der Fachmann.

Auszubildende benötigen eine eigene Krankenversicherung und können sich nicht mehr über die Eltern versichern. Alle Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen zahlen einen einheitlichen Beitragssatz ihres Arbeitsentgeltes, wobei sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Beiträge teilen. Hinsichtlich der Leistungen und Zusatzbeiträge gibt es zwischen den einzelnen Versicherungen jedoch Unterschiede. Für Berufseinsteiger, die weniger als 325 Euro im Monat verdienen, übernimmt der Arbeitgeber den vollen Krankenversicherungsbeitrag.

Lehrlinge erfüllen mit ihrem Verdienst in der Regel nicht die Aufnahmekriterien für eine private Krankenversicherung. Wer sich zum Lehrbeginn nicht um eine Krankenversicherung kümmert, wird über den Betrieb pflichtversichert. Für Auslandsaufenthalte und Reisen sollten Berufseinsteiger zusätzlich eine Auslandskrankenversicherung abschließen.

Befinden sich die Auszubildenden in der ersten Berufsausbildung, können sie sich in der Regel über die Privathaftpflichtversicherung der Eltern mitversichern. Die Versicherung zahlt, wenn anderen unabsichtlich Sachoder Personenschäden zugefügt wurde und beugt einem etwaigen finanziellen Ruin vor. Lehrlinge, die eine Berufsausbildung abgeschlossen haben oder verheiratet sind, benötigen eine eigene Haftpflichtversicherung.

Ratsam ist zudem der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung, da sie bei krankheitsund berufsbedingter Invalidität finanziell einspringt. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund empfehlenswert, dass in den ersten Berufsjahren in der gesetzlichen Rentenversicherung keine und nach der Ausbildung nur geringe Ansprüche bei Berufs- und Erwerbsunfähigkeit bestehen.

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Überdies ist es sinnvoll, einen Vertrag mit Nachversicherungsgarantie abzuschließen. In diesem Fall kann später die Rentenleistung der Police erhöht werden, ohne dass sich der Versicherte erneut einer Gesundheitsprüfung unterziehen muss. Der Abschluss einer solchen Versicherung birgt für junge Menschen Vorteile, weil sie in der Regel gesund sind und die Einstiegstarife daher relativ niedrig ausfallen.

Ziehen Berufseinsteiger in eine eigene Wohnung, sollten sie über eine Hausratversicherung nachdenken. Eine solche Police ist empfehlenswert, wenn neues und hochwertiges Mobiliar angeschafft wird. Die Hausratversicherung schützt vor Schäden durch Einbruchdiebstahl, Feuer, Leitungswasser, Sturm oder Hagel sowie Raub und ist bereits für fünf bis zehn Euro im Monat erhältlich.

Falls Auszubildende ein Auto besitzen, ist eine Kfz-Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben. Junge Fahrer mit wenig Fahrerfahrung müssen relativ hohe Beiträge zahlen. Oftmals wird es günstiger, wenn das Auto beim Anbieter der Eltern oder als deren Zweitwagen versichert wird. Viele Versicherer gewähren Vergünstigungen für Autohalter, die bereits mit 17 ihre Fahrprüfung abgelegt und am begleiteten Fahren teilgenommen haben.

Eine Krankenzusatz- und private Rentenversicherungen kann man nach Ende der Ausbildung abschließen. Am wichtigsten ist es aber, sich umfassend über die angebotenen Leistungen zu informieren und die Preise der verschiedenen Anbieter zu vergleichen, um zu sparen.

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