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Fühlen sich Schüler ungerecht benotet, hilft oft ein Gespräch mit dem Lehrer.

Schule und Ausbildung

Bei Zeugnis-Streit gibt's manchmal Nachsitzen im Gerichtssaal

Fühlen sich Schüler ungerecht benotet, hilft oft ein Gespräch mit dem Lehrer. Bisweilen landen umstrittene Zeugnisse aber auch vor Gericht. Einige Beispiele:

- Die Wiedereinführung der sogenannten Kopfnoten beschäftigte in mehreren Bundesländern die Gerichte. In Mecklenburg-Vorpommern wurde erstmals 2009 das Arbeits- und Sozialverhalten von Schülern bewertet. In Greifswald klagte die Tochter des Landeselternratsvorsitzenden dagegen, unter anderem weil die 14-Jährige davon die freie Entfaltung der Persönlichkeit und die Unantastbarkeit der Menschenwürde verletzt sah. Das Oberverwaltungsgericht sah allerdings keine Verletzung von Grundrechten und wies die Klage ab.

- Lehrer dürfen bei Zeugnisnoten laut Verwaltungsgericht Braunschweig vom Durchschnitt der Klassenarbeiten und der mündlichen Mitarbeit abweichen. Bei verschlechterten Noten zum Jahresende könnten sie schlechtere Noten geben, entschied das Gericht 2010. Es wies die Klage eines Gymnasiasten ab, der in Französisch trotz des rechnerischen Schnitts von 4,41 eine 5 erhalten hatte und nicht versetzt wurde.

- Nach Ansicht eines Schülers aus Rheinland-Pfalz wurde seine Abitur-Note 2014 mit 1,6 falsch berechnet. Im Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht Trier wollte er eine Verbesserung um 0,1 Punkte durchsetzen, weil er sich vor dem Medizinstudium benachteiligt sah. Das Gericht teilte seine Einschätzung nicht. Zwar gebe es bei der Berechnung seiner Gesamtnote „Bedenken“, bei der Vergabe von Medizin-Studienplätzen wirke sich die Differenz aber nicht aus.

- Oberstufenschüler werden zu Recht nicht versetzt, wenn sie sich nicht in den Unterricht einbringen und dafür schlechte Noten bekommen, entschied 2010 das Verwaltungsgericht Aachen. Die Mitarbeit eines Schülers der Jahrgangsstufe 12 war als „kaum vorhanden“ bis „gar nicht vorhanden“ beurteilt worden, wegen der Note mangelhaft in vier Fächern wurde er nicht versetzt. Der junge Mann gab den Lehrern die Schuld dafür und zog vor Gericht. Die Kammer stellte klar, gerade in der gymnasialen Oberstufe seien Schüler selbst verpflichtet, an ihrer Bildung mitzuwirken. Tun sie das nicht, dürften sie sich nicht über schlechte Noten beklagen.

dpa

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