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Wer bei der vorzeitigen Rente dazuverdienen will, sollte genau rechnen. Die starren Grenzen können zu einer massiven Rentenkürzung führen. Die Regeln zur künftigen Teilrente sollen das ändern.

Arbeiten im Alter

Alterseinkünfte: Zuverdienstgrenzen in der Rente

Einfache Frage – schwere Antwort: Wie viel darf derzeit ein Rentner hinzu verdienen, ohne seine Rente zu schmälern oder gar ganz einzubüßen? Die Hinzuverdienstmöglichkeiten sind sehr großzügig ausgelegt. Doch: Wer nicht aufpasst, kann nicht gewollte Einbußen erleiden.

Es gilt folgender Grundsatz: Wer eine „Vollrente“ vor dem 65. Geburtstag bezieht* - egal, ob mit Abschlägen wegen der vorzeitigen Inanspruchnahme oder ohne -, der kann bis zu 450 Euro im Monat hinzuverdienen, ohne auch nur einen Euro an Rente einzubüßen. In zwei Monaten im Laufe eines Kalenderjahres dürfen es bis zu 900 Euro sein. Das gilt sowohl für Bezieher einer Erwerbsminderungsrente als auch einer vorzeitigen Altersrente.

Eine sogenannte Alters-Teilrente lässt dem Rentner beim Hinzuverdienst durchaus einen wesentlich größeren Spielraum als 450 Euro im Monat. Es gibt sie als 2/3-, 1/2- oder auch 1/3-Teilrente. Die Hinzuverdienstgrenzen werden bei solchen Renten meist individuell ermittelt, wobei es gesetzliche Mindestwerte gibt.

Entscheidend sind hierbei das vor Beginn der ersten Altersrente versicherte Gehalt oder aber die rentenrechtlichen Zeiten der letzten drei Kalenderjahre (hierfür kommt es dann unter anderem darauf an, ob der Verdienst in den alten oder den neuen Bundesländern erzielt wurde).

Kaum bekannt, weil Rentenbescheide einen enormen Umfang haben: Im Rentenbescheid (Anlage 19) ist „für die erste Zeit des Rentenbezugs“ die für die oder den Rentner maßgebende Hinzuverdienstgrenze genannt. Aber da die Grenzwerte „dynamisch“ sind, kommen in den folgenden Jahren des Rentenbezugs regelmäßig neue Hinzuverdienstgrenzen zustande. Darüber gibt es aber keine regelmäßigen „Anpassungs“-Mitteilungen der Rentenversicherer.

Wer beispielsweise in den letzten drei Kalenderjahren vor seinem Rentenbeginn stets das Durchschnittsentgelt verdient hatte (auf 2016 bezogen macht das 3063,35 Euro brutto monatlich aus), für den gelten folgende Hinzuverdienstgrenzen:

Bei einer Teilrente zu

  • zwei Drittel 1132,95 Euro
  • der Hälfte 1655,85 Euro
  • einem Drittel 2178,75 Euro

Wichtig: Wer danach zum Beispiel als Bezieher einer (halben) Alters-Teilrente im Westen bis zu 1655,85 Euro „brutto“ im Monat hinzu verdienen darf, der hat – ebenso wie 450-Euro-Jobber – das Recht, in zwei Monaten eines Kalenderjahres das Doppelte dieses Betrages auf dem Gehaltsstreifen zu haben, also 3311,70 Euro – ohne Renteneinbuße. Unangenehm wird es nur, wenn sich der Mehrverdienst in einem Kalenderjahr auf mehr als zwei Monate ausdehnen sollte. Hält er sich im Rahmen der für diesen Rentner nächsten Stufe (maximal 2178,75 Euro), dann sinkt seine Rente auf „1/3“ der Vollrente. Wird auch dieser Rahmen überschritten, dann steht die vorzeitige Altersrente nicht mehr zu.

Das sind die Hinzuverdienstmöglichkeiten beim Bezug einer „vollen“ Erwerbsminderungsrente – ebenfalls bezogen auf einen Durchschnittsverdiener:

Bei einer Teilrente zu

  • drei Viertel 740,78 Euro
  • der Hälfte 1002,23 Euro
  • einem Viertel 1220,10 Euro

Wichtig auch: Werden Überschreitungen der zulässigen Hinzuverdienstgrenzen dem Rentenversicherungsträger erst im Nachhinein bekannt, dann wird nicht etwa erst von da an die Rente gekürzt oder eingestellt; die Zahlungen werden rückwirkend „bereinigt“.

Das kann dem Grunde nach ohne große Probleme nachvollzogen werden. Schwieriger wird es aber dann, wenn die vorzeitige Altersrente oder eine Erwerbsminderungsrente schon zwei oder drei Jahre lang bezogen wird. Denn bis dahin können sich die Hinzuverdienstgrenzen „entwickelt“ haben – und zwar grundsätzlich „nach oben“. Denn je nach der Höhe der jeweils ab Jahresmitte maßgebenden neuen Rentenwerte steigt auch die Möglichkeit, zur vorzeitigen Altersrente etwas hinzu zu verdienen, ohne auf die (nun ja höhere) Rente zum Teil oder ganz verzichten zu müssen. Wer diesen höheren Wert nutzen möchte, der kann versuchen, das nach einer komplizierten Formel, die im Rentenbescheid auch genannt ist, selbst auszurechnen. Besser dürfte es aber in jedem Fall sein, seinen Rentenversicherer unmittelbar danach zu fragen, was für ihn nun „Sache“ ist. Und das von Jahr zu Jahr aufs Neue.

*Bei Rentenbeginn 2016: vor dem 65. Geburtstag und sechs Monaten

Weitere Informationen

zum Thema enthalten die beiden Broschüren: „Altersrentner: So viel können Sie hinzuverdienen“ sowie „Erwerbsminderungsrentner: So viel können Sie hinzuverdienen“. Sie werden von den Rentenversicherungsträgern auf Anforderung kostenlos zugesandt.

von Wolfgang Büser

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