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Wenn Kinder bei der Begrüßung nicht den Mund aufbekommen, sollten Eltern sie nicht dazu drängen. Wichtig ist, dass sie ein gutes Vorbild sind. Foto: Holger Hollemann

Was sich gehört

Kinder müssen Regeln zur Begrüßung erst lernen

Zu guten Umgangsformen zählt auch eine freundliche Begrüßung. Schüchternen Kindern fällt das jedoch oft schwer. Eltern sollten darauf gelassen reagieren.

Fürth (dpa/tmn) - Viele Eltern reagieren peinlich berührt, wenn ihr Kind Verwandte oder Freunde nicht grüßt. Tatsächlich müssen Kinder erst einmal verstehen, welche Regeln beim Begrüßen und Verabschieden gelten.

Wer in die Bäckerei geht, sagt meistens "Hallo", wer ein Kaufhaus betritt, nicht unbedingt. "Eltern sollten deshalb klarmachen, was sie von ihrem Kind erwarten", sagt Maria Große Perdekamp. Sie ist Leiterin der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung.

Kommt Besuch nach Hause, kann das beispielsweise bedeuten: "Wenn Oma nachher kommt, möchte ich, dass du aus deinem Zimmer kommst und sie begrüßt." Hat das Kind keine Lust auf Umarmung und Küsschen, sei das aber völlig in Ordnung und müsse von den Erwachsenen respektiert werden.

Tun sich Kinder generell schwer damit, "Hallo" oder "Tschüss" zu sagen, kann das vielfältige Gründe haben: Einige sind sehr schüchtern oder ängstlich, andere machen es aus Protest. Nicht zuletzt haben Eltern natürlich eine Vorbildrolle: Grüßen sie die Nachbarin selbst nie, können sie von ihren Kindern nichts anderes erwarten.

Grundsätzlich sollten Eltern aber auch nicht überreagieren und gleich ins Fremdschämen verfallen, weil ihr Kind den Mund nicht aufbekommt. "Da kann man auch mal gelassen sein und denken, "Ok, dann heute mal nicht."" Wer sich trotzdem darüber ärgert, spricht sein Kind besser in einer ruhigen Minute darauf an - und nicht vor dem Besuch.

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