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Je nach Alter können Kinder unterschiedlich stark ihr eigenes Fehlverhalten einschätzen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Erziehungs-Tipps

Kleine Kinder sind mit einer Entschuldigung noch überfordert

Viele Eltern verlangen von ihren Sprösslingen eine angemessene Entschuldigung nach schlechtem Benehmen. Oft sind kleine Kinder aber nicht in der Lage ihr Fehlverhalten angemessen zu reflektieren.

Fürth (dpa/tmn) - Dem Nachbarskind eins mit der Schippe übergezogen, einer fremden Frau im Bus auf den Fuß getreten: In solchen Situationen wollen die meisten Eltern von ihrem Kind, dass es sich entschuldigt.

"Los, geh mal hin und sag "Entschuldigung"", heißt es dann oft. Aber bedeutet das auch, dass Kindern es wirklich leidtut? Oder erfüllen sie nur einen Auftrag? Das hängt zum einen vom Alter des Kindes ab: "Für Zwei- oder Dreijährige ist das Konzept Entschuldigung noch nicht nachvollziehbar", erklärt Ulric Ritzer-Sachs von der Online-Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung.

Ältere können dagegen verstehen, dass man sich entschuldigt, wenn man einen Fehler gemacht hat. Das muss nicht unbedingt heißen, dass es ihnen auch leidtut. "Aber sie wissen, dass es eine Verhaltensnorm ist."

Wichtig ist, dass Eltern nicht nur auf die Einhaltung dieser Norm drängen, sondern dem Kind erklären, was an der Situation nicht gut war oder was die andere Person verletzt hat. Das muss nicht unbedingt sofort in dem Moment und vor allen Leuten sein. "Oft funktioniert es besser, wenn Eltern mit ihrem Kind später in Ruhe darüber sprechen", sagt Ritzer-Sachs.

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