Der Krampus

Der Krampus ist im alpenländischen Adventsbrauchtum sowie in Ungarn, Tschechien, Teilen Norditaliens und Teilen Kroatiens eine Schreckgestalt in Begleitung des Heiligen Nikolaus. Während der Nikolaus die braven Kinder beschenkt, werden die unartigen vom Krampus bestraft.

Update vom 5. Dezember 2016: Am Nikolaustag am 6. Dezember 2016 beschenkt der Heilige Nikolaus die Kinder. Wir haben zusammengefasst, was Sie zum Heiligen Nikolaus und den Bräuchen wissen müssen.

Der Krampus ähnelt somit in der Funktion dem Knecht Ruprecht, es bestehen aber Unterschiede zwischen beiden Figuren; zum Beispiel treten Krampusse meist in größeren Gruppen auf. Die Gruppe aus Nikolaus, Krampus und Körbelträger (oder auch Waldmann) wird als „Pass“ bezeichnet.

Der Name leitet sich von altdeutsch Krampen (= „Kralle“) oder bairisch Krampn (= etwas Lebloses, Vertrocknetes, Verblühtes oder Verdorrtes) ab. Im bayerischen Alpenvorland ist der Krampus eher unter der Bezeichnung „Kramperl“, im steirischen Salzkammergut unter dem Namen „Miglo“ geläufig. Zusätzlich zum Krampus findet sich im Berchtesgadener Land auch eine ähnliche Figur unter dem Namen „Buttnmandl“. Im alemannischen Alpenraum (Allgäu, Schweiz), heißt ein ähnlicher Brauch „Klausentreiben“. In vielen Regionen vermischt sich die Gestalt des Krampus mit dem Perchtenbrauchtum. Der Name findet sich im zoologischen Namen des Großen Schwertwals wieder: Grampus orca (heute: Orcinus orca) - "Die Schreckgestalt aus der Unterwelt".

Der Krampusbrauch war ursprünglich in ganz Österreich verbreitet und wurde dann in der Zeit der Inquisition verboten, da es bei Todesstrafe niemandem erlaubt war, sich als teuflische Gestalt zu verkleiden. Jedoch wurde dieser Winterbrauch in manchen schwer zugänglichen Orten weitergeführt.

Ausgehend von den Klosterschulen (Knabenbischofsfest) entwickelte sich seit Mitte des 17. Jahrhunderts der Einkehrbrauch: begleitet von Schreckgestalten, Teufeln und Tiermasken (Habergeiß), prüft und beschenkt der Heilige Nikolaus die Kinder, während die Unartigen vom Krampus bestraft werden. In der Gegenreformationszeit entstanden Stubenspiele, die bis heute in Bad Mitterndorf, Tauplitz und Pichl-Kainisch (Salzkammergut) und in Tirol existieren.

In vielen Dörfern und Städten gibt es auch heute noch Krampusumzüge, bei denen als Krampus Verkleidete unter lautem Lärm ihrer Glocken durch die Straßen ziehen, um Passanten zu erschrecken. Dabei machen sie auch Gebrauch von ihren langen Ruten. Das „Kramperltratzn“ (in Teilen Österreichs: "Kramperlstauben") ist mancherorten eine Mutprobe der Kinder der Gegend, die versuchen, die Krampusse zu reizen (bairisch „tratzen“), ohne erwischt oder geschlagen zu werden.

Krampustag ist der 5. Dezember, während das Fest des Heiligen Nikolaus auf den 6. Dezember (Nikolotag) fällt. Üblicherweise erscheinen aber beide Gestalten gemeinsam am Abend des 5. Dezembers zum Teil jedoch auch am 6. Dezember.

Bekannte und eindrucksvolle Krampusumzüge ereignen sich in Osttirol, dem angrenzenden Kärnten und in Salzburg. Einer der größten Umzüge mit mehreren hundert Krampussen ist der Schladminger Krampuslauf.

In Italien beschränkt sich der Krampusbrauch auf Südtirol und Kanaltal (Udine). Unter anderem in Schlanders, Naturns, Lana, Tramin und Sterzing (Vipiteno) finden Krampusumzüge statt.

Der Krampus ähnelt in seinem Aussehen dem Teufel ebenso wie mystischen und Tiergestalten.

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