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Golf lässt sich auch mit einer Knie- oder Hüftprothese spielen. Allerdings sollten die Betroffenen beim Training Maß halten. Foto: Uwe Anspach/dpa

Sport mit künstlichen Gelenken

Langsam einsteigen: Golf spielen mit Knie- oder Hüftprothese

Ein neues Kniegelenk kann Patienten viel Lebensqualität zurückgeben. Wer gern Golf spielt, darf auch wieder zurück auf den Platz. Am besten steigt man bald, aber nicht zu schnell wieder ins Training ein.

Köln (dpa/tmn) - Das Schöne am Golfspielen ist, dass man diesen Sport bis ins hohe Alter betreiben kann. Es führt aber auch dazu, dass immer mehr Menschen mit künstlichen Gelenken am Abschlag stehen.

Wann darf man nach einer Hüft- oder Knie-Operation wieder auf den Platz? Wie steigt man wieder ein, und was ist wichtig, damit das neue Gelenk nicht beschädigt wird?

"Grundsätzlich können Patienten nach erfolgreicher Operation wieder Golf spielen", sagt Prof. Herbert Löllgen von der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP). Die Muskeln, die das Gelenk umgeben, müssten aber wieder gekräftigt werden.

Allzu lange muss man mit dem Wiedereinstieg nicht warten, sagt Holger Herwegen. Der Kölner Sportarzt ist Mitglied im sportwissenschaftlichen Beirat des Deutschen Golf Verbands. "Neben der muskulären Stabilisation sollte man früh wieder an der Koordination arbeiten, damit sie nicht gänzlich verloren geht."

Spricht aus medizinischer Sicht nichts dagegen, kann man Herwegen zufolge nach Wochen bereits wieder loslegen. "Natürlich steht man dann nicht gleich wieder am Abschlag." Der Wiedereinstieg beginne vielmehr mit Koordinationsübungen und Übungen für die Beweglichkeit wie Putt-Übungen oder leichten Schwungbewegungen.

"Idealerweise steigen Patienten bald nach der OP, aber dafür moderat und unter Anleitung wieder ins Training ein", rät der Sportarzt. Ein neues Hüftgelenk etwa kann sonst unter Umständen ausrenken, ein Kniegelenk könnte sich lockern. Zu Beginn empfiehlt Herwegen, Schuhe ohne Spikes anzuziehen. Um die langen Laufwege dagegen muss man sich keine Sorgen machen. "Gangschulungen sind auch Teil einer ganz normalen Reha."

Manche Patienten machen allerdings die Erfahrung, dass der eigene Arzt für eine mehrmonatige Trainingspause plädiert. In dem Fall könne man ruhig einen zweiten Mediziner um Rat bitten, sagt Herwegen - am besten jemanden, der golfmedizinische Fortbildungen besucht hat. Auf keinen Fall sollte man sich aber einfach darüber hinwegsetzen und lostrainieren.

"Wie schnell jemand wieder einsteigen kann, hängt von individuellen Voraussetzungen sowie auch von der OP-Methode ab", sagt der Sportarzt. Es kann also durchaus sein, dass es gute Gründe für eine längere Pause gibt. "In der Regel kommt es aber eher darauf an, dass der Wiedereinstieg von einem Trainer oder Physiotherapeuten gut begleitet wird."

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