+
Halten Eltern Strafmaßnahmen von Lehrern für unverhältnismäßig, können sie im ersten Schritt bei der Schulleitung eine Beschwerde einlegen. Foto: Julian Stratenschulte

Lehrer verhängt Strafe: Eltern können Widerspruch einlegen

Nachsitzen und Hof kehren: Lehrer dürfen in einem gewissen Maß durchaus Strafen verhängen, um Störenfriede unter den Schülern zur Besinnung zu bringen. Doch was können Eltern tun, wenn sie eine Sanktion für überzogen halten?

Münster (dpa/tmn) - Halten Eltern eine Strafe des Lehrers für ihr Kind für überzogen, können sie Widerspruch beim Verwaltungsgericht dagegen einlegen. Das gilt etwa für Ordnungsmaßnahmen wie das Kehren des Schulhofes, die meist mit Vorlauf angekündigt werden.

Der Widerspruch hat aufschiebende Wirkung, sprich die angedrohte Sanktion tritt erstmal nicht in Kraft. Darauf weist Wilhelm Achelpöhler hin, Anwalt für Verwaltungsrecht in Münster. Richter müssen dann entscheiden, ob die Sanktion angemessen ist oder nicht. Halten Eltern Reaktionen von Lehrern für ungerechtfertigt, können sie sich im ersten Schritt an die Schulleitung wenden und Beschwerde einlegen. Dann wird die Schulkonferenz darüber beraten.

Jede Sanktion des Lehrers muss verhältnismäßig sein. Auf der untersten Stufe können Lehrer pädagogisch reagieren: "Sie können einen Schüler in eine andere Klasse schicken oder bis zu zwei Stunden nachsitzen lassen", nennt Achelpöhler als Beispiele. Alles über diese Zeitdauer hinaus sei unverhältnismäßig. Als Zweites können Lehrer Ordnungsmaßnahmen ergreifen und das Kind etwa längere Zeit vom Unterricht ausschließen. Als schärfste Ordnungsmaßnahme gilt der Schulverweis.

"Außerdem dürfen Lehrer noch eingreifen, um Gefahren abzuwehren", sagt Achelpöhler. Das gilt beispielsweise, wenn Schüler auf der Klassenfahrt Drogen nehmen und damit sich oder andere gefährden. In diesem Fall darf der Lehrer den Schüler nach Hause schicken.

Vor dem Amtsgericht in Neuss musste sich ein Lehrer verantworten, der Schülern eine Strafarbeit aufgebrummt und einen Schüler geboxt haben soll. Deshalb steht er wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung vor Gericht. Laut Anklage hatte der 50-Jährige die Schüler nicht aus dem Raum lassen wollen, ehe sie die Strafarbeit erledigt hätten. Schließlich rief ein Kind per Handy die Polizei.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Grippe-Saison steht bevor - Ministerin ruft zum Impfen auf
Vor dem Start der Grippe-Saison Anfang Oktober hat Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml zum Impfen aufgerufen.
Grippe-Saison steht bevor - Ministerin ruft zum Impfen auf
Diese Wirkung von Aspirin hätten Sie sicher nicht vermutet
Wer Kopfschmerzen hat, greift oftmals zu Aspirin. Doch Forscher haben nun eine neue Wirkung entdeckt: Der Wirkstoff ist auch gut fürs Herz.
Diese Wirkung von Aspirin hätten Sie sicher nicht vermutet
Schluss mit Bitcoin? Diese Digitalwährung macht Konkurrenz
Bitcoin sind auf dem Erfolgskurs. Eine neue digitale Währung könnte ihnen bald den Rang ablaufen.
Schluss mit Bitcoin? Diese Digitalwährung macht Konkurrenz
Warum es sich lohnt, den günstigsten Wein zu bestellen
Sie sitzen im Restaurant und fragen sich, welchen Wein Sie nehmen sollen? Auch wenn es seltsam erscheint: Der günstigste Wein ist oft die beste Wahl!
Warum es sich lohnt, den günstigsten Wein zu bestellen

Kommentare