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Bei den neueren Scheinen glänzt die Zahl unten links auf der Vorderseite in Smaragdgrün bis Tiefblau. Foto: Andrea Warnecke

Mehr Blüten als je zuvor: So erkennt man Falschgeld

Mehr als 50 000 falsche Banknoten: So viele Blüten wie Anfang 2015 hat die Bundesbank noch nie in einem Halbjahr registriert. Doch Verbraucher können sich davor schützen, Falschgeld angedreht zu bekommen.

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - 50 500 falsche Banknoten wurden in diesem Zeitraum von der Bundesbank entlarvt - mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Ein Grund: Die Geldfälscher haben den Online-Markt für sich entdeckt.

"Fast jeder zehnte falsche Fünfziger ist mit diesem imitierten Hologramm versehen, das über das Internet vertrieben wird", sagt Rainer Elm, Leiter des Nationalen Analysezentrums der Bundesbank. Geldhüter stellt das vor Herausforderungen: "Früher war das Fälschen quasi ein "Handwerk", heute kann potentiell fast jeder fälschen."

Dass Geldnoten künftig vor allem von Kleinkriminellen zu Hause im stillen Kämmerchen nachgedruckt werden, ist aber unwahrscheinlich. Denn nach wie vor werden Blüten Elm zufolge insbesondere in Werkstätten organisierter Fälscherbanden in Süd-Italien im großen Stil produziert. Das Problem liegt in der steigenden Zahl derer, die das Geld unter die Leute bringen. "Die Vertriebswege haben sich aufgrund des Internets verändert", sagt Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele. Das Bundeskriminalamt bestätigt: "Falschgeld wird zunehmend durch organisierte Gruppen im Internet auf illegalen Handelsplattformen verkauft."

Wer bei Falschgeld-Dealern nur an Profis denkt, der irrt jedoch. Laut BKA verschaffen sich gerade junge Täter zunehmend Falschgeld über das Internet, um es anschließend zu verbreiten. Es sei sogar schon vorgekommen, dass im Klassenzimmer mit Blüten gehandelt wurde, sagt Elm. Vermutlich werde Falschgeld auch von Drogensüchtigen Online gekauft, die sich so ihr Rauschgift finanzierten.

Müssen sich Händler und Verbraucher also große Sorgen machen, unechte Scheine untergejubelt zu bekommen? Thiele gibt Entwarnung. "Die Zahlen erscheinen riesig. Verglichen mit dem Bargeldumlauf ist der Falschgeldanteil in Deutschland sehr niedrig." Denn die Bundesbank prüft jährlich etwa 15 Milliarden Banknoten: "Rein statistisch muss man 833 Jahre alt werden, um einmal im Leben mit Falschgeld in Berührung zu kommen."

Ohnehin tauchen hierzulande weniger unechte Banknoten auf als im Euroraum insgesamt. Dort kommen laut Bundesbank auf das Jahr hochgerechnet 27 falsche Scheine auf 10 000 Einwohner, hierzulande sind es zwölf.

Eine weitere gute Nachricht: Nicht nur Betrüger sind innovativ, auch Europas Notenbanken sind es. "Wir bemühen uns, Fälschern immer eine Nasenlänge voraus zu sein", sagt Thiele. Nach den Fünfern und Zehnern der Europa-Serie kommt am 25. November auch der überarbeitete Zwanzig-Euro-Schein in Umlauf - unter anderem mit einem neuen Hologramm-Fenster, das nicht ohne weiteres zu fälschen sein dürfte, wie Thiele betont hatte: "Das bedarf hoher technischer Fähigkeiten." Auch die Weichen für den neuen Fünfziger sind bereits gestellt.

Farbe, Format, Bildelemente - diese Faktoren sind bei Falschgeld meistens so gut nachgemacht, dass man die unechten Noten nicht sofort erkennt. Besser man achtet auf die Sicherheitsmerkmale. Die Deutsche Bundesbank erklärt, welche das sind:

Wasserzeichen und Glanzstreifen: Auf der Seite entdecken Verbraucher durch Kippen des Scheins das Wasserzeichen. Auf der Rückseite wird bei manchen Scheinen beim Bewegen ein Glanzstreifen sichtbar.

Hologramm: Auf den Vorderseiten der Euroscheine befinden sich Hologramme: bei den Scheinen bis einschließlich 20 Euro als Streifen, ab 50 Euro als daumennagelgroßes Symbol rechts unten. Beim Kippen bewegen sich die Regenbogenfarben auf dem Hologramm.

Smaragdzahlen: Bei den neuen Versionen des 5-, 10-, und 20-Euro-Scheins glänzt die Zahl unten links auf der Vorderseite - und zwar in Smaragdgrün bis Tiefblau.

Mikroschrift: Wer eine Lupe zur Hand hat, kann sich den Schein einmal ganz genau ansehen. Denn an manchen Stellen wird dann eine Mikroschrift erkennbar.

Relief: Die Finger langsam über die Buchstabenkombination am oberen Rand des Scheins gleiten lassen, kann ebenfalls Aufschluss geben über eine mögliche Fälschung. Das "BCE ECB..." ist bei einem echten Schein nämlich als Reliefstruktur ertastbar. Bei den neuen Scheinen befindet sich diese Buchstabenkombination in Reliefstruktur am linken Rand.

Sicherheitsfaden: Ein bisschen versetzt zur Mitte des Scheins befindet sich ein Sicherheitsfaden - nicht zu verwechseln mit dem Glanzstreifen. Der Faden ist viel dünner. Darin ist der Wert des Scheins angegeben.

Bundesbank zu Falschgeld

Bundesbank zu Sicherheitsmerkmalen

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