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Das Leben mit Kindern haben sich viele Eltern anders vorgestellt: Laut einer Umfrage würde ein Fünftel der Mütter und Väter nicht noch einmal eine Familie gründen. Foto: Sven Hoppe

Meinungsumfrage: Ein Fünftel bereut Elternschaft

Viele Frauen und Männer träumen von eigenen Kindern. Doch nicht alle Eltern würden sich noch mal für Nachwuchs entscheiden. Das geht aus einer Umfrage hervor, und die Ergebnisse machen auch die Gründe deutlich.

Berlin (dpa) - Wenn sie die Wahl hätten, würde sich ein Fünftel der Eltern in Deutschland nicht noch einmal für Kinder entscheiden. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervor.

Als Hauptgründe nennen Mütter und Väter zu wenig Betreuungsmöglichkeiten, eingeschränkte persönliche Entfaltung und Schwierigkeiten beim beruflichen Aufstieg. Bereute Elternschaft tut der Zuneigung zum Nachwuchs jedoch keinen Abbruch. Fast alle Eltern (97 Prozent) gaben an, ihre Kinder zu lieben.

Für die Umfrage wurden im Juni 1228 Eltern interviewt. Zweifel am "Projekt Kind" haben vor allem Mütter und Väter, die nicht mehr zusammenleben, ein geringes Einkommen haben oder wenig Hilfe von Familie oder Freunden bei der Kinderbetreuung bekommen. Viele arbeiten in Teilzeit oder haben ihren Job wegen ihrer Kinder an den Nagel gehängt.

Doch nicht alle bereuten die Entscheidung für ein Kind komplett, schränkt Studienleiter Holger Geißler ein. "Das ist nur ein Teil, andere sind eher ambivalent und können dem Familienleben auch positive Seiten abgewinnen." Den Wert von einem Fünftel frustrierter Eltern - Männer gleichermaßen wie Frauen - hält Geißler für sehr realistisch. So seien statistisch gesehen zum Beispiel 20,3 Prozent aller Eltern in Deutschland heute alleinerziehend.

Fast drei Viertel (73 Prozent) der befragten Mütter und Väter würden sich dagegen sofort wieder für Kinder entscheiden. Ihre Elternschaft bereitet den meisten große Genugtuung. Darunter sind etwas häufiger Männer als Frauen. Für die meisten war der Nachwuchs ein Wunschkind, sie waren weder getrennt noch geschieden und arbeiteten oft in Vollzeit.

Ein reines Zuckerschlecken ist Kindererziehung trotzdem nicht. Rund die Hälfte aller befragten Eltern (52 Prozent) gibt an, dass Kinder zumindest manchmal eine Einschränkung in der persönlichen Freiheit bedeuten. Darunter sind eher Mütter als Väter - und auch mehr Alleinerziehende. Und fast die Hälfte (44 Prozent) der Interviewten denkt manchmal, dass sie sich für die Familie aufopfern.

Mit Blick auf den Job gibt es einen deutlichen Unterschied: 44 Prozent der Mütter, aber nur 20 Prozent der Väter sehen durch Kinder eine negative Auswirkung auf ihren beruflichen Aufstieg. Mehr Einigkeit herrscht bei der Frage, ob die Gesellschaft von Müttern eher einen Verzicht auf Karriere erwartet. Das glauben 54 Prozent der Frauen und 46 Prozent der Männer. Die größte Übereinstimmung gibt es bei der Frage nach Kinderbetreuung. Hier sehen fast zwei Drittel (64 Prozent) aller Befragten Nachholbedarf.

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