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Werden Kinder Opfer von Gewalt können sie sich an verschiedene Beratungsstellen wenden. Sie helfen in dieser schwierigen Phase weiter. Foto: Patrick Pleul

Missbrauch von Kindern: Wo Betroffene Hilfe finden

Sexuelle Gewalt gegen Kinder: Das passiert in Deutschland hochgerechnet täglich, wie die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt. Werden Kinder zu Opfern, ist das ein traumatisches Erlebnis. Darüber zu reden, fällt schwer. Doch sie und ihre Eltern können sich Hilfe holen.

Berlin (dpa/tmn) - Viele Kinder verschweigen sexuelle Übergriffe oder Gewalterlebnisse. Haben Eltern einen Verdacht, können sie sich bei verschiedenen Beratungseinrichtungen Hilfe holen. Einige dieser Stellen sind auf Missbrauchsfälle spezialisiert, andere helfen Kindern mit Gewalterfahrung:

Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs: Diese Stelle wurde von der Bundesregierung 2010 geschaffen. Unter www.beauftragter-missbrauch.de finden Betroffene von sexueller Gewalt und Angehörige kostenfrei und anonym Hilfe. Eingerichtet ist außerdem ein Hilfetelefon (0800/22 55 530) für Menschen, die sich um ein Kind sorgen oder einen Missbrauchsverdacht haben.

N.I.N.A : Die "Nationale Infoline, Netzwerk und Anlaufstelle zu sexueller Gewalt an Mädchen und Jungen" ist eine Initiative des Bundesvereins zur Prävention von sexuellem Missbrauch an Mädchen und Jungen. An diese Stelle können sich auch Kinder und Jugendliche selbst wenden, beispielsweise bei Missbrauch oder Sexting. Unter www.save-me-online.de finden sie eine Seite hierzu.

Zartbitter: Dieser Verein in Köln informiert über sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen. Es gibt spezielle Broschüren für Kinder, aber auch Infos für Eltern.

Kinderschutzbund: Der Kinderschutzbund informiert zu gewaltfreier Erziehung und bietet Familien frühzeitige Unterstützung, bevor sie in Krisen geraten.

Jugendamt: Bei einem Verdacht auf Kindesmisshandlung helfen auch das Jugendamt sowie regionale Familien- und Erziehungsberatungsstellen weiter. Informationen werden auf Wunsch vertraulich behandelt, das Jugendamt ist nicht zur Anzeige verpflichtet.

Beauftragter für Fragen sexuellen Missbrauchs

N.I.N.A.

Zartbitter

Angebote des Kinderschutzbunds

In Deutschland sind im vorigen Jahr weniger Kinder getötet worden als 2013. Insgesamt starben 108 Jungen und Mädchen 2014, weil sie Opfer von Gewalt oder Vernachlässigung wurden. Das waren fast 30 Prozent weniger als im Jahr zuvor (153). Die Zahlen gehen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik hervor.

Die Zahl der Jungen und Mädchen, die Opfer von sexuellem Missbrauch wurden, ging leicht zurück - allerdings blieb sie auf hohem Niveau: Die Polizei registrierte im vergangenen Jahr 14 395 Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch. Das sind umgerechnet fast 40 Fälle pro Tag. Die Zahl der misshandelten Jungen und Mädchen nahm zu. Gemeldet wurden 4233 Fälle und damit fast fünf Prozent mehr als im Jahr zuvor.

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