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Eine unbekannte Schöne beim Rubensfest, 1857.

Selfies aus dem 19. Jahrhundert

Das sind Münchens erste Faschingsfotos

München - Willkommen im Fasching, der fünften Jahreszeit! Die narrische Gaudi – früher war sie vielleicht sogar noch ein bissl narrischer. Das zeigt uns tz-Fotograf Heinz Gebhardt in einer Bilder-Serie.

Heute starten wir mit Aufnahmen des Fotografen Franz Hanfstaengl. Er hat im Jahr 1857 die frühesten Faschingsfotos der Stadt (und wohl auch der ganzen Republik) gemacht. Ball-Aufnahmen sind nicht dabei – die waren wegen der langen Belichtungszeit und der technischen Rahmenbedingungen noch nicht möglich. Dafür gibt’s aber eindrucksvolle Portraits der Faschingsfreunde …

Und die hatten nach den Aufnahmen Faschings-Spaß satt! Rauschende königlich-bayerische Kostümfeste waren das mit König und Königin, Prinzen, Prinzessinnen, Malern, Bildhauern, Dichtern und schönen Münchnerinnen. Spektakulär: das Rubensfest am 14.2.1857, das im Königlichen Odeon gefeiert wurde, dem heutigen Innenhof des Innenministeriums am Odeonsplatz.

Die Maler Moritz von Schwind, Carl von Piloty und Heinrich von Pechmann organisierten das „saftvolle und üppige niederländische Volksleben“, für das der Maler Eugen Adam die Kostüme entworfen hatte. Über 2000 Gäste kamen als Niederländer verkleidet oder als „Rubensfiguren“. Unter den Promis waren König Max II. und Königin Marie mit Sohn Otto, dem Bruder des damaligen Kronprinzen Ludwig II., der sich wegen Erkältung entschuldigen ließ (Faschingsmuffel!). Dafür amüsierten sich sein Großvater Ludwig I. und der Hofstaat umso mehr. Eine Zeitung schreibt: „Trotz der großen Menschenmasse ist nicht der geringste Unfall vorgekommen.“

Lesen Sie nächstes Mal: Wildes Schwabing

Quelle: tz

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