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Plötzlich Mutter: Birgitta Kleinschwärzer-Meister.

Wie eine Professorin plötzlich Mama wurde

München - Von einem Tag auf den anderen hat die Theologieprofessorin Birgitta Kleinschwärzer-Meister ihr Leben umgekrempelt. Anstatt von Seminaren gibt sie jetzt Fläschchen.

Seiner Bauchmama entzog das Jugendamt das Sorgerecht, noch bevor er geboren war. Gestillt wurde er noch nie. Sein Bauchpapa hat kein gesteigertes Interesse an ihm. An Samuel, dem Pflegekind. „Mama“ ist für den fünf Monate alten Jungen seit ein paar Wochen Birgitta Kleinschwärzer-Meister. Seine Pflegemutter. Andere „promuttieren“ neun Monate, bevor sie den Titel tragen dürfen. Birgitta Kleinschwärzer-Meister hatte vier Wochen Zeit.

Am Abend vor der Ankunft des Säuglings hat die Theologieprofessorin noch einen Vortrag gehalten, dann von einem auf den anderen Tag ihr Leben umgekrempelt: An die Stelle von Vorlesungen, Seminaren und Examen traten Fläschchen-Geben, Pürierte-Möhren-Füttern und Pürierte-Möhren-Auswaschen. Seitdem Samuel bei ihr und ihrem Mann wohnt, war sie kaum allein vor der Haustür.

Zwischen sechs und sieben Uhr abends ist Schreizeit. Einmal wollte das partout nicht enden. Da hat sie sich an den tollen Job erinnert, den sie vorher hatte. Aber ein Samuel-Lachen und ein Paar ausgestreckter Kinderhände haben sie alles vergessen lassen.

Die 42-jährige Ersatzmutter ist seit 16 Jahren verheiratet, ohne eigene Kinder. Über Adoption hat das Paar nachgedacht. Aber das Pflegemodell gefiel ihnen besser, weil dort mit offenen Karten gespielt wird: Die Kinder wissen über ihre Herkunft Bescheid. Der Preis, den die Eltern zahlen, ist die Unsicherheit. Wie lange die Kleinschwärzers Samuel betreuen werden, ist unklar, die Zukunft offen. Dennoch: Lieben, glaubt die Mutter, kann man ein Pflegekind wie das eigene. Was sie sich zum ersten Muttertag wünscht? „Das schönste Geschenk wäre, dass es dem kleinen Mann gut geht.“

Maria Engel

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