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Laut Bundesfinanzhof können offene Kirchensteuern eines Verstorbenen als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Foto: Frank Leonhardt/dpa

Sonderausgaben

Nachgezahlte Kirchensteuern mindern Steuern beim Erben

Der Nachlass verstorbener Menschen bereitet den Erben normalerweise keine großen Probleme. Das sieht anders aus, wenn sie offene Steuern übernehmen müssen. Doch zum Glück gibt es die Möglichkeit, diese Forderungen zu minimieren.

München (dpa/tmn) - Erben, die offene Kirchensteuern eines Verstorbenen übernehmen, dürfen diese in ihrer eigenen Steuererklärung als Sonderausgaben geltend machen. Dies geht aus einem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) hervor (Az.: X R 43/13).

"Ändert das Finanzamt die Einkommensteuern des Verstorbenen und muss der Erbe deshalb Steuern nachzahlen, können die für den Verstorbenen gezahlten Kirchensteuern in der eigenen Einkommensteuererklärung des Erben abgezogen werden", erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.

In dem verhandelten Fall veräußerte ein Vater sein Steuerbüro gegen Ratenzahlung. Nach dem Tod des Mannes einigten sich die Erben mit dem Erwerber darauf, dass der Restkaufpreis in einer Summe gezahlt wird. In dem gegenüber der Erbengemeinschaft ergangenen Einkommensteuerbescheid für den Verstorbenen erfasste das Finanzamt einen Veräußerungsgewinn, was zur Nachzahlung von Kirchensteuern führte. Die Tochter übernahm die Forderung und machte diese als Sonderausgaben bei sich geltend. Dies lehnte das Finanzamt ab.

Der Bundesfinanzhof gestattete hingegen den Sonderausgabenabzug. Für die Kirchensteuernachforderung musste die Tochter unbeschränkt, also nicht nur mit dem Nachlass, sondern auch mit ihrem gesamten Eigenvermögen einstehen. Daher sei es zu einer wirtschaftlichen Belastung gekommen, die steuerlich berücksichtigt werden muss.

Das Bundesfinanzministerium hat das Urteil inzwischen anerkannt und im Bundessteuerblatt veröffentlicht. "In Fällen von nachzuzahlenden Kirchensteuern sollten Erben deshalb den Sonderausgabenabzug bei sich verlangen", rät Klocke.

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