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Manuka Schneider bietet Falltrainings für mehr Sicherheit beim Reiten an. Foto: Manuka Schneider

Nicht ohne Aufwärmen: Stürze beim Reiten vermeiden

Vor dem Sport wärmt man sich auf - klar. Nur bei Reitern hat sich das noch nicht so richtig durchgesetzt. Aber gerade sie sollten auf Betriebstemperatur sein, bevor sie aufs Pferd steigen.

München (dpa/tmn) - Laufen, Gymnastik, Stretching: Ein Aufwärmprogramm sieht man bei Reitern selten. Zwar sorgen sie vor dem Training, Turnier oder Ausritt dafür, dass ihr Pferd warm wird. Sich selbst auf Betriebstemperatur zu bringen, fällt den meisten aber nicht ein.

Dabei wäre ein Aufwärmprogramm auch für den Reiter selbst wichtig: Das kann Unfälle vermeiden und bei Stürzen vor Verletzungen schützen, wie Manuka Schneider erklärt. Sie bietet Falltrainings für mehr Sicherheit beim Reiten an. "Denn Stall kehren und das Pferd putzen reicht zum warm werden nicht", betont sie.

Wer richtig aufgewärmt ist, verkrampft beim Reiten nicht so leicht. Pferde sind aufmerksame Fluchttiere und können durch einen angespannten Reiter verunsichert werden, erklärt Schneider. Die Gefahr, dass das Pferd zum Beispiel scheut, kann so steigen. Dehnfähige Muskeln und bewegliche Gelenke können in einer solchen Situation vor Verletzungen schützen. Das gilt nicht nur beim Sturz selbst: Auch unvorhergesehene Bewegungen sind leichter auszugleichen, wenn der Körper warm ist.

Vor allem an der Beckenbeweglichkeit hapert es häufig. Diese mangelnde Flexibilität ist bereits eine Unfallgefahr, weil der Reiter nicht mit den natürlichen Bewegungen des Pferdes mitgeht, wie Schneider erklärt. Das kann das Pferd verunsichern. Über das Becken werden Bewegungen von den Füßen zum Kopf und umgekehrt übertragen.

Eine mögliche Übung für mehr Beweglichkeit im Becken ist die "Beckenuhr": Man liegt auf dem Rücken, die Beine angewinkelt, die Füße stehen hüftbreit auseinander. Dabei stellt man sich vor, man liegt auf einem Ziffernblatt - zwölf Uhr ist bei den Füßen. Zunächst das Becken langsam von zwölf nach sechs Uhr rollen lassen, dabei hebt und senkt sich der untere Rücken, dabei die Bauchmuskeln locker lassen. Danach das Becken von drei nach neun Uhr rollen lassen, dabei berührt mal die eine, mal die andere Seite des Beckens den Boden. Danach das Becken erst im und dann gegen den Uhrzeigersinn rollen lassen. Anschließend pausieren.

Bei den Falltrainings zeigt Schneider Reitern natürlich auch, wie sie sich im Falle eines Sturzes richtig abrollen können. Besonders wichtig sind diese Übungen, bei denen man etwa aus verschiedenen Positionen über einen Gymnastikball rollt, für Reiter, die in der Vergangenheit schon einmal gestürzt sind: So können die negativen Erinnerungen umprogrammiert werden.

Bei allem Aufwärmen, bewusstem Atmen und Abrollen sollte vor allem eines beim Reiten nicht fehlen: die Reitkappe. Sie ist idealerweise nicht älter als fünf Jahre und wird nach einem Sturz ausgetauscht.

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