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Geldgeschäfte lassen sich inzwischen bequem online erledigen. Den Weg in die nächste Bankfiliale suchen daher immer weniger Kunden. Foto: Monique Wüstenhagen

Online statt Schalter? Bei Konto auf eigene Bedürfnisse achten

Das Netz wird dünner: Immer mehr Bankfilialen schließen. Ein Trend, der sich in den kommenden Jahren vermutlich fortsetzen wird. Doch ist das für Kunden ein Problem? Nicht unbedingt. Sie müssen nur das richtige Konto für sich finden.

Düsseldorf (dpa/tmn) - Die Richtung ist klar: Bankfilialen werden in Zukunft seltener zu finden sein. "Der Trend ist klar zu erkennen", hat Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen beobachtet. "Immer mehr Filialen werden geschlossen."

Für Kunden muss das aber kein Problem sein. "Sie müssen nur ein für sich passendes Kontomodell finden." Drei Punkte, auf die es ankommt:

Geldabheben: Die Versorgung mit Bargeld ist wichtig. "Hier kommt es unter anderem darauf an, wo Sie wohnen", sagt Oelmann. Wer in der Stadt wohnt, braucht oft nicht lange nach dem nächsten passenden Geldautomaten zu suchen. "Auf dem Land kann das schon schwieriger sein." Doch auch hier gibt es Alternativen: "Kunden einiger Geldinstitute können auch an Tankstellen oder Supermärkten Bargeld bekommen." Mit Kreditkarten lässt sich außerdem oft an Geldautomaten fremder Geldinstitute Geld abheben.

Beratung: Egal ob es um Geldanlage oder Kredite geht - Beratung findet in der Regel noch in der Filiale statt. "Viele Verbraucher legen darauf nach wie vor großen Wert", sagt Oelmann. Wird nun die vertraute Filiale geschlossen, können Verbraucher überlegen zu wechseln. Allerdings bieten viele Geldinstitute inzwischen auch Beratung über das Internet an. Das kann den Weg in die Filiale ersparen.

Kontoauszüge: Geldinstitute müssen Kunden regelmäßig über Kontobewegungen informieren. "Bei vielen Instituten erhält man seine Kontoauszüge online", sagt Oelmann. Dann kann man die Dokumente auf dem heimischen Computer archivieren. "Wer lieber Papierauszüge möchte, muss sie sich meist selber am Kontoauszugsdrucker abholen", sagt Oelmann. Wer das versäumt, bekommt die Übersicht meist zugeschickt. "Hier werden aber unter Umständen Gebühren fällig", sagt die Verbraucherschützerin. Daher kann es sich lohnen, den Weg zum Kontoauszugsdrucker selbst zu übernehmen.

Viele Bankkunden in Deutschland müssen sich auf noch längere Wege zum nächsten Schalter einstellen. Trotz der Schließung tausender Filialen in den vergangenen Jahren wird die Zahl der Zweigstellen nach Erwartung des Bundesverbands Deutscher Banken weiter sinken. Ein zentraler Grund: Immer mehr läuft über das Internet.

Laut einer Umfrage des Verbands, die bald vorgestellt wird, halten 55 Prozent der befragten 14- bis 24-Jährigen sicheres Online-Banking für sehr wichtig bei der Wahl ihrer Bank. Die Nähe der Filiale war für 43 Prozent sehr wichtig. "Auch die ältere Generation ist in manchen Dingen flexibler, als man meint", meint Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer.

Die Zahl der bundesweiten Bank-Zweigstellen sank nach Verbandsangaben von gut 63 000 im Jahr 1997 auf gut 36 000 im Jahr 2013. "Wir befinden uns in einem fließenden Übergang vom Face-to-face- zum digitalen Banking", verteidigte Kemmer den Abbau. "Früher mussten Sie für Beratung in die Filiale gehen. Heute erlebt man mehr und mehr Mischformen: Sie können über Terminals Videoberatung machen, Telefon-Banking gibt es schon lange."

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