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Um bei Medikamenten nicht den Überblick zu verlieren, sollten sich ältere Menschen einen Medikationsplan beim Hausarzt ausstellen lassen. Foto: Jens Schierenbeck/dpa-tmn

Optimale Versorgung

Pillen, Ärzte, Klinik: Im Alter den Überblick behalten

Mit steigendem Alter kommen die Wehwehchen - davor ist kaum jemand gefeit. Damit beim Arzt oder im Krankenhaus nichts schief geht, sollten Patienten selbst ein paar wichtige Dinge beachten. Ein Buchautor gibt Tipps für ältere Menschen und ihre Angehörigen.

Aschaffenburg (dpa/tmn) - Es beginnt meist mit Aspirin, um das Blut zu verdünnen. Irgendwann kommt ein Blutdruck-Mittel dazu sowie eins für den optimalen Zuckerwert. Manche ältere Patienten nehmen 14 verschiedene Medikamente, sagt Raimund Schmid - "die wenigsten wissen, warum und wofür".

Der Medizinjournalist hat gerade ein Buch über die Versorgung kranker, älterer Menschen geschrieben. Im Alter krank zu werden, kann Schmid nach seiner Recherche eher nicht empfehlen, sagt er. Und passiert es doch, behalten Betroffene und Angehörige am besten selbst den Überblick.

Viele ältere Menschen wissen gar nicht, was sie alles schlucken. Wie bringt man System in die eigene Medikation?

Raimund Schmid: Am besten lässt man sich einen Medikationsplan beim Hausarzt ausstellen und diesen auch regelmäßig überprüfen. Wichtig ist: Frei verkäufliche Arzneimittel, die man regelmäßig nimmt, gehören dort ebenfalls hinein. Viele Patienten denken, dass sie die gar nicht erwähnen müssen. Nach dem Motto: Was nicht verschreibungspflichtig ist, wird schon nicht so schlimm sein. Das ist aber ein Irrtum. Es gibt auch Wechselwirkungen zwischen Ibuprofen und Aspirin.

Was tun, wenn man als Patient das Gefühl hat, dass man lauter Tabletten nimmt, die man vielleicht gar nicht (mehr) braucht?

Schmid: Man sollte dem eigenen Medikamentenkonsum immer kritisch gegenüberstehen und sich fragen: "Muss ich dieses oder jenes Mittel wirklich noch nehmen?" Wer skeptisch ist, kann auch einfach mal den Apotheker über das Pillen-Potpourri schauen lassen. Das letzte Wort hat natürlich der Arzt, aber kritisch nachzufragen schadet nicht.

Was sollte ein älterer Mensch tun, wenn er Beschwerden hat?

Schmid: Der erste Weg sollte zum Hausarzt führen - und nicht gleich in die Klinik oder zum Facharzt, Notfälle natürlich ausgenommen. Einer muss einfach das Heft in der Hand behalten. Idealerweise sieht der Hausarzt den ganzen Patienten, stellt Zusammenhänge zwischen einzelnen Beschwerden her und verweist dann an den zuständigen Facharzt.

Viele ältere Menschen haben Angst vor dem Krankenhaus. Sind die Sorgen berechtigt?

Schmid: Es kommt darauf an. Ich rate älteren Menschen und ihren Angehörigen, sich vorab zu informieren, welche Klinik im Umkreis eine geriatrische Abteilung hat. Auf diesen Stationen ist das Personal auf die Bedürfnisse alter Menschen spezialisiert. Auf manchen Stationen werden sogar Altenpfleger beschäftigt, die sich wie Case-Manager um alle Belange des Patienten wirklich richtig gut kümmern.

Haben ältere Patienten denn andere Bedürfnisse als jüngere? Krank ist krank, könnte man doch meinen.

Schmid: Die meisten älteren Menschen haben mit mehreren Problemen zugleich zu kämpfen. Das Herz macht nicht mehr so mit, die Blase schwächelt, der Blutdruck schwankt. Dann ist es weniger sinnvoll, streng nach den üblichen Vorgaben ein einzelnes Symptom zu behandeln. Stattdessen gilt es, den alten Menschen wieder in die Lage zu versetzen, möglichst selbstständig zu leben - das gelingt auf geriatrischen Stationen häufig besser.

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