+
Wenn das Geld im Alter nicht reicht, kann Grundsicherung im Alter beantragt werden. Laut einem aktuellen Urteil darf dafür das eigene Vermögen nicht zu schnell ausgegeben worden sein. Foto: Sebastian Willnow

Rentnerin muss sparsam mit Vermögen haushalten

Wer im Alter seinen Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten kann, kann Grundsicherung im Alter beantragen. Aber nicht in jedem Fall wird sie genehmigt, zum Beispiel wenn die eigenen Rücklagen zu schnell ausgegeben wurden. Dies zeigt der aktuelle Fall einer Rentnerin.

Stuttgart (dpa/tmn) - Mit dem Ersparten muss man im Alter haushalten. Wer zu schnell sein Vermögen verbraucht, kann keine Grundsicherung vom Sozialamt verlangen.

So erging es einer Rentnerin, die durch zu schnellen Verbrauch ihres Vermögens ihre Sozialhilfebedürftigkeit sehenden Auges herbeigeführt hatte, erläutert der Deutsche Anwaltverein (DAV) eine Entscheidung des Landessozialgerichts Baden-Württemberg (Az.: L 2 SO 2489/14).

Der Fall: Die 83-jährige Rentnerin hatte zusammen mit ihrem Ehemann ein Reformhaus betrieben. Für ihre finanzielle Absicherung im Alter hatte sie privat vorgesorgt. Ihre gesetzliche Rente beläuft sich nur auf gut 250 Euro im Monat. Nach der Trennung von ihrem Ehemann verzichtete sie auf Trennungsunterhalt und lebte fortan vom Ersparten. Dabei entnahm sie aus dem Vermögen monatlich mindestens 2200 Euro. Anfang 2006 betrug das Vermögen der Frau noch über 100 000 Euro, Ende August 2009 war es aufgebraucht.

Sie beantragte daher Grundsicherung im Alter. Den Antrag lehnte das zuständige Sozialamt ab. Die Frau habe die Hilfebedürftigkeit selbst herbeigeführt und dabei vorsätzlich oder zumindest grob fahrlässig gehandelt. Deshalb sei sie von der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung ausgeschlossen.

Das Urteil: Ihre Klage hatte in keiner Instanz Erfolg. Die Frau hätte ihren Lebensstandard den schwindenden Reserven anpassen müssen, so die Richter. Wer seine Rücklagen zur Aufrechterhaltung des bisherigen Lebensstandards innerhalb weniger Jahre aufbrauche, gehe unverantwortlich mit dem eigenen Vermögen um. Als ehemalige Unternehmerin hätte die Frau auch erkennen können, dass ihr Verhalten zwingend zur Sozialhilfebedürftigkeit führen würde. Statt der Grundsicherung erhielt die Frau vom Sozialamt Hilfe.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Chefs sagen: Das ist der schlimmste Fehler im Bewerbungsgespräch
Wer denkt, das Bewerbungsgespräch sei an seiner Persönlichkeit gescheitert, der irrt oft. Der größte Fehler ist ein ganz anderer - und einfach zu vermeiden. 
Chefs sagen: Das ist der schlimmste Fehler im Bewerbungsgespräch
Darum sollten Sie alle zwei Jahre den Job wechseln
Häufige Jobwechsel machen sich nicht gut im Lebenslauf? Diese Einstellung sollten Sie dringend überdenken, denn Firmentreue bringt ihnen einen großen Nachteil.
Darum sollten Sie alle zwei Jahre den Job wechseln
Ganz ohne Chemie: Mit diesem Trick wird der Abfluss wieder frei
Wenn der Rohrreiniger nicht mehr die gewünschte Wirkung erzielt, kann ein simples Hausmittel beim Abfluss von Dusche, Wanne oder Spülbecken helfen.
Ganz ohne Chemie: Mit diesem Trick wird der Abfluss wieder frei
So beseitigen Sie muffigen Geruch aus Ihrem Kleiderschrank
Wenn der Kleiderschrank auf einmal muffig riecht, ist es höchste Zeit zu handeln: So bekommen Sie unschöne Gerüche aus Schränken und Kommoden.
So beseitigen Sie muffigen Geruch aus Ihrem Kleiderschrank

Kommentare