+
Auch wenn ein Händler keinen Umtausch gewährt, ist er verpflichtet, mangelhafte Ware zu ersetzen. Foto: Roland Weihrauch

Defekte Ware

Richtig reklamieren: Wie Käufer zu ihrem Recht kommen

Auch wenn ein Händler keinen Umtausch einräumt, haben Kunden grundsätzlich das Recht, defekte Ware zu reklamieren. Laut Gesetz ist das bis zu zwei Jahre nach dem Kauf möglich.

Potsdam (dpa/tmn) - Gekauft wie gesehen - eine solche Regel gibt es beim Kauf von Neuware nicht. Denn grundsätzlich steht jeder Händler in der Regel zwei Jahre nach dem Kauf für die Mangelfreiheit der Ware zum Zeitpunkt des Kaufs ein.

Das ist im gesetzlichen Gewährleistungsrecht im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt, erklärt die Verbraucherzentrale Brandenburg in Potsdam. Reklamationen defekter Waren sind prinzipiell auch möglich, wenn Händler einen Umtausch ausschließen.

Zuständig für die Behebung des Mangels ist der Händler, nicht der Hersteller. Kunden müssen die defekten Waren also wieder in das Geschäft bringen, in dem sie es gekauft haben, und online gekaufte Waren an den jeweiligen Händler zurückschicken.

In den ersten sechs Monaten nach dem Kauf wird generell angenommen, dass der Fehler schon beim Kauf bestand. Tritt der Mangel erst später auf, müssen Käufer nachweisen, dass ein Produkt bereits beim Kauf defekt war.

Wird im Geschäft reklamiert, kann es hilfreich sein, eine Notiz über das Gespräch anzufertigen. Festgehalten werden sollten Name des Gesprächspartners, Datum, Reklamationsgründe und das Ergebnis des Gesprächs inklusive gesetzter Fristen. Möglich ist es auch, schriftlich zu reklamieren. Hier beschreiben Kunden in einem Brief oder per E-Mail die aufgetretenen Mängel am besten möglichst genau.

Gut ist es in jedem Fall, eine Frist zu vereinbaren, innerhalb der die Ware repariert oder ersetzt wird. Angemessen sind in den meisten Fällen ein bis zwei Wochen. Reagiert der Verkäufer innerhalb dieser Frist nicht oder scheitern wiederholte Reparaturversuche, können Kunden gegebenenfalls vom Vertrag zurücktreten oder verlangen, dass der Kaufpreis reduziert wird.

Paragraf 434 BGB

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Warum Sie Karriere machen, wenn Sie öfters Nein sagen
Wer im Job immer zu allem Ja und Amen sagt, bringt weder sich noch die Firma voran. Warum Sie ab sofort Nein sagen sollten - und wieso Sie davon profitieren.
Warum Sie Karriere machen, wenn Sie öfters Nein sagen
Mit Zahl im Kopf: Gehaltsverhandlung gut vorbereiten
"Ich hätte gerne mehr Geld." - "Wie viel denn?" Vor Gehaltsverhandlungen sollten sich Arbeitnehmer eine gute Antwort auf diese Frage zurechtlegen. Die zu finden, ist …
Mit Zahl im Kopf: Gehaltsverhandlung gut vorbereiten
Es ist Zwiebelkuchenzeit: Wissenswertes zum scharfen Gemüse
Wenn der Spätsommer in den Herbst übergeht, hat der Zwiebelkuchen wieder Saison, traditionell begleitet von neuem Wein. Davor allerdings gibt es oft Tränen - und danach …
Es ist Zwiebelkuchenzeit: Wissenswertes zum scharfen Gemüse
Zehn fiese Bewerbungsfragen, die Sie provozieren sollen
Personaler schocken Bewerber gerne mit unvorhergesehenen Fragen. Wir haben für Sie ein paar knifflige Beispiele gesammelt, auf die Sie gefasst sein sollten.
Zehn fiese Bewerbungsfragen, die Sie provozieren sollen

Kommentare