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Beim Reiten ist der Körper permanent gefordert. Das ständige Ausbalancieren und Mitschwingen erfordert eine lockere Grundspannung und geht vor allem auf die Rumpfmuskulatur. Foto: Oliver Krato

Rumpf, Becken, Beine: Reiten fordert den gesamten Körper

Reiter sitzen doch nur, heißt es oft abfällig. Dabei ist Reiten ein Sport, der den gesamten Körper fordert: Am Ende einer Reitstunde werden Anfänger Muskelkater an Stellen haben, von denen sie gar nicht wussten, dass sie dort überhaupt Muskeln haben.

Warendorf (dpa/tmn) - Reiten beansprucht die Muskeln im ganzen Körper. Durch das permanente Ausbalancieren und Mitschwingen mit der Bewegung des Pferdes ist beim Reiten vor allem die Rumpfmuskulatur gefordert. Dabei spielt die Maximalkraft keine wesentliche Rolle.

Würde man im Sattel alles maximal anspannen, könnte man sich den Bewegungen nicht anpassen. "Vor und zurück, links und rechts, auf und ab", erklärt Thomas Ungruhe von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) das Muster. "Und das passiert in einem Gleichklang und permanent." Richtungswechsel, anhalten und losgehen, auf dem Zirkel reiten - all das sind neben der Bewegung des Pferdes Momente, in denen der Körper Ausgleichsarbeit leistet und unter Spannung steht. Während bei vielen anderen Sportarten eine Pause drin ist, kann man sich als Reiter nicht eine Millisekunde der Bewegung entziehen. Eine lockere Grundspannung sei unerlässlich.

Der zentrale Dreh- und Angelpunkt, um sich dem Schwung des Pferdes anzupassen, ist das Becken. Aber auch die Aufrichtung des Oberkörpers ist dabei wichtig, erklärt Ungruhe. "Wer sich nach vorne einrollt, arbeitet automatisch gegen die Bewegung des Pferdes - deshalb sind die Bauchmuskeln gefordert."

Es geht aber nicht nur darum, sich den Bewegungen anzupassen und sie ausbalancieren, sondern die An- und Entspannung der Muskulatur auch kontrolliert einsetzen: "Spannt man etwa die Rückenmuskulatur an, ist das für das Pferd das Zeichen, langsamer zu werden", erklärt Ungruhe.

Hat man etwas mehr Erfahrung gesammelt, kommt die nächste Gangart hinzu: Leicht-Trab. Dabei sind zusätzlich die Beine mehr gefordert, sagt Ungruhe. Denn in dieser Gangart hebt der Reiter sein Gesäß im Takt aus dem Sattel - dann sind nur die Knie und die Waden am Pferd.

Im Reiten als Gesundheitssport lassen sich diese Effekte noch verstärken, wenn statt eines Sattels ein Gurt mit Griffen auf dem Pferd liegt. Denn dann können auch spezielle Übungen hinzukommen: Etwa die Arme loslassen oder sich seitwärts auf das Pferd setzen. "Das ist eine unglaubliche Balance und Gleichgewichtsschulung", sagt Ungruhe. Für Anfänger reichen 20 bis 30 Minuten Training. "Dann merkt man, was man getan hat."

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