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Nicht in Wild-West-Manier: Besonders mit einem Pferdeanhänger ist eine vorausschauende Fahrweise gefragt. Foto: Marius Becker

Sicher unterwegs mit dem Pferdeanhänger

Ungeübte Autofahrer kann schon allein die Autofahrt mit Anhänger vor Herausforderungen stellen. Stehen dann noch Pferde im Anhänger, sollten Gespannfahrer einige Hinweise beachteten.

Köln (dpa/tmn) - Wer mit dem Auto einen Pferdeanhänger ziehen will, muss ein paar grundlegende Dinge rund um den Transport beachten. Zunächst gilt der Blick dem Führerschein, welche Anhänger man überhaupt bewegen darf. Mit dem alten Führerschein Klasse 3 darf man noch unbegrenzt Anhängelast ziehen.

Die heutige Klasse B für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen ist auf Anhänger bis zu 750 Kilogramm begrenzt. "Der Anhänger darf auch schwerer sein, allerdings darf dann das ganze Gespann ein maximales Zuggesamtgewicht von 3500 Kilogramm haben", sagt Hans-Ulrich Sander vom Tüv Rheinland. In der Regel benötigt man deshalb den Schein BE, der Anhänger bis 3,5 Tonnen erlaubt.

Pferdeliebhaber, die ihre Vierbeiner regelmäßig chauffieren, sollten über einen Zugwagen mit Allradantrieb nachdenken, rät Sander. Bei Vorderradantrieb entlastet das Gewicht, das auf die Anhängerkupplung drückt, die Vorderräder. Das bedeutet weniger Traktion. Und mit einem Pferdeanhänger fährt man ja nicht nur auf asphaltierten Strecken, sondern ist auch schon mal auf unbefestigten Wegen unterwegs. "Da kommt man mit Vierradantrieb einfach besser voran", erklärt Sander.

Da meistens noch Zubehör wie Sattel, Kleidung und Heu mit müssen, sollten die Pferdesportler das Gespann inklusive Tier komplett wiegen und die Stützlast messen, damit sie die zulässigen Höchstwerte nicht überschreiten.

Den Ein- und Ausstieg des Pferdes sollten die Besitzer üben. "Das Pferd muss Vertrauen zu dem Anhänger aufbauen, es darf keine Angst haben. Das geht nur mit Ruhe und Feingefühl", rät Sander. Man sollte immer seitlich von der Rampe stehen, nicht dahinter. Hinter dem Pferd habe niemand etwas zu suchen. "Es ist der gefährlichste Ort. Wenn es Panik bekommt und austeilt, kann es zu tödlichen Verletzungen kommen", warnt Sander.

Im Anhänger steht das Pferd idealerweise nicht im Dunklen und bekommt ein wenig Heu zum Fressen. Bei Pausen sollte das Pferd im Anhänger bleiben. "Es könnte plötzlich keine Lust mehr haben, wieder einzusteigen. Schlimmer aber: Es könnte sich losreißen", warnt Sander.

Der Tüv rät zu einer vorausschauenden, gleichmäßigen Fahrweise ohne wildes Gasgeben oder Bremsen. "Angesichts des hohen Schwerpunkts durch das Pferd ist natürlich auch Vorsicht bei Kurvenfahrten geboten", so Sander. Es sei allerdings immer damit zu rechnen, dass sich das Tier bewegt und das gesamte Gefährt in Bewegung gerät. Fängt der Anhänger an zu schlingern, ist laut Tüv zu viel Energie im Gespann. Im Anfangsstadium könne man noch versuchen, durch weniger Gas die Situation zu entschärfen.

Doch im schlimmsten Fall kann der Anhänger das gesamte Gespann umreißen. "Man muss unbedingt Energie rausnehmen. Wenn der Anhänger genau in einer Linie mit dem Zugfahrzeug ist, sollte man versuchen, mit einer kurzen Vollbremsung das Gespann wieder in Ruhe zu bringen", rät Sander. Die alte Stammtischlegende, das Gespann durch einen Gasstoß wieder auf Zug zu bringen, sei falsch.

Nach dem Transport gilt: Was das Pferd in flüssiger oder fester Form hat fallen lassen, muss entsorgt werden. "Der Urin ist relativ aggressiv. Der Wagen sollte ausgespült und offen zum Trocknen stehen gelassen werden", rät der Experte vom Tüv.

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