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Wenn das Minus auf dem Konto sich festsetzt, sollten Verbraucher über Alternativen zum Dispokredit nachdenken. Denn der ist meist teuer. Foto: Mascha Brichta

Konto im Minus?

Das sind die Alternativen zum Dispokredit

Steht das Girokonto im Minus, ist ein Dispokredit finanziell nicht immer die günstigste Variante. Die gute Nachricht: Verbraucher haben Alternativen.

Frankfurt/Main - Eine Autoreparatur oder eine neue Waschmaschine: Unerwartete Ausgaben können das Girokonto schnell ins Minus ziehen.

Zwar verfügen die meisten über einen Dispokredit. Doch der hat seinen Preis: "Je nach Bank müssen Verbraucher Zinsen von bis zu 13 Prozent zahlen", sagt Max Herbst von der unabhängigen FMH-Finanzberatung in Frankfurt am Main.

"Generell geht es bei einem Dispokredit darum, kurzfristige Liquiditätsengpässe zu überbrücken", erklärt Stefanie Laag von der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf. Sofern ein Bankkunde einen solchen Dispokredit hat, kann er ihn ohne weitere Rücksprache mit der Bank nutzen. "Er sollte aber immer nur kurzfristig zum Einsatz kommen", rät Sylvie Ernoult vom Bundesverband deutscher Banken. Steht das Girokonto permanent im Minus, sollte man sich nach Alternativen umschauen.

Ein Überblick:

Ratenkredit

Ein Ratenkredit ist ein Darlehen, das Privatkunden in einer Summe zur Verfügung gestellt bekommen. Der Kreditnehmer zahlt eine monatliche Rate bei einem festen Zinssatz über einen vertraglich festgelegten Zeitraum. "Das können beispielsweise 24, 48 oder 72 Monate sein", erläutert Laag. Am Ende der Laufzeit ist der Kreditnehmer wieder schuldenfrei. Vorzeitige Tilgungen sind möglich, hierfür verlangt das Geldinstitut oft eine Vorfälligkeitsgebühr in Höhe von maximal einem Prozent.

Was für den Ratenkredit spricht: "Die Vertragsart ist sehr transparent und gibt dem Kreditnehmer Planungssicherheit", so Laag. Und die Zinsen sind deutlich niedriger als beim Dispokredit: "Manche Geldinstitute fordern für einen Ratenkredit 2,49 Prozent Zinsen, andere Banken bis zu 8,9 Prozent", erklärt Herbst.

Abrufkredit

Hier gibt es, ähnlich wie beim Dispokredit, eine unbefristete Kreditlinie, die der Verbraucher ohne weitere Rücksprache mit der Bank in Anspruch nehmen darf. Es handelt sich aber um ein Kreditkonto, das getrennt vom Girokonto läuft. "Zinsen zahlen Bankkunden wie beim Dispokredit nur auf den in Anspruch genommenen Betrag", erläutert Laag.

"Häufig vereinbaren Bank und Kunde nur einen Mindestbetrag", erklärt Laag. Dies gibt dem Kreditnehmer zwar eine größere Flexibilität, zumal er auch jederzeit den ganzen Kredit tilgen kann. Der Nachteil: "Belässt er es bei der Mindestrate, dauert die Tilgung sehr lange und verursacht entsprechend viele Zinsen", so die Verbraucherschützerin.

Kreditkarte

Bei in Deutschland gängigen Kreditkarten rechnet das Geldinstitut am Monatsende mit dem Kunden über die getätigte Ausgaben ab. Die sogenannte revolvierende Kreditkarte funktioniert anders: "Hier wird der in Anspruch genommene Betrag nicht komplett eingezogen, sondern eine Teilzahlung zwischen dem Kunden und der Bank vereinbart", sagt Ernoult. Dies ermöglicht dem Kunden, die in Anspruch genommenen Mittel flexibel zurückzuzahlen.

In welcher Höhe der Kunde Teilzahlungen leisten muss, variiert von Bank zu Bank. Oft ist eine Mindestrate vorgegeben. Typisch sind nach Angaben der Bankenverbandssprecherin Rückzahlraten zwischen fünf und zehn Prozent der Gesamtsumme.

Wertpapierkredit

Wer Wertpapiere hat, kann diese beleihen. "Es gibt zwei Arten von Wertpapierkrediten", erläutert Ernoult. Benötigt der Kunde kurzfristig Geld, nimmt er einen Kredit auf und beleiht dabei seine bestehenden Wertpapiere. Der Zinssatz für Wertpapierkredite liegt laut Herbst zwischen drei und fünf Prozent.

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