+
Erweisen sich Kaufoptionen als wertlos, können Anleger den Verlust in Höhe der Optionsprämien steuerlich geltend machen. Das hat der Bundesfinanzhof entschieden. Foto: Tobias Hase

Steuervorteile aus Verlusten verfallener Optionen

Verluste aus wertlos gewordenen Kaufoptionen können steuerlich abgesetzt werden. Dazu liegt ein Urteil des Bundesfinanzhofes vor. Bisher war dies für Anleger nicht möglich.

Berlin (dpa/tmn) - Verluste aus verfallenen Optionen können Anleger steuermindernd geltend machen. Das hat der Bundesfinanzhof entschieden und stellte sich damit gegen die Auffassung der Finanzverwaltung. Bisher blieben die Anleger auf diesen Verlusten sitzen.

"Entwickeln sich Kaufoptionen nicht wie erwartet und werden am Ende der Laufzeit als wertlos aus dem Wertpapierdepot der Anleger ausgebucht, so können Anleger den Verlust in Höhe der bezahlten Optionsprämien geltend machen", erläutert Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.

Im konkreten Fall klagte ein Ehepaar aus Thüringen. Es schloss im Jahr 2009 einen Kreditvertrag ab. Dieser diente dem Kauf von Wertpapieren. Im Jahr 2010 erwarben die Kläger mehrere Kaufoptionen für den Erwerb von Aktien. In der Folgezeit kam es zu einem starken Kursrückgang der Aktien und damit zu einem Wertverlust der Optionen. Die Kläger versuchten die Kaufoptionen zu veräußern, fanden aber keinen Käufer. Dementsprechend verfielen die Optionen. In der Steuererklärung machten die Kläger die Verluste aus den wertlos gewordenen Optionen und die Kreditzinsen steuerlich geltend.

Der Bundesfinanzhof entschied, dass die Anschaffungskosten für die verfallenen Optionen steuerlich berücksichtigt werden müssen. Nicht anerkannt wurden hingegen die Kreditzinsen, denn diese Werbungskosten seien mit dem Sparer-Pauschbetrag abgegolten (Az.: IX R 48/14). Diese Rechtslage gilt für Anschaffungen ab dem Jahr 2009.

Wie die Finanzverwaltung mit den Urteilen umgeht, ist noch ungewiss. "Betroffene Steuerzahler sollten die Anschaffungskosten aus den verfallenen Optionen aber in jedem Fall bei der Steuer ansetzen und gegebenenfalls auf die positive BFH-Rechtsprechung verweisen", empfiehlt Klocke. Eine Verrechnung der Verluste wäre dann mit anderen Einkünften aus Kapitalvermögen, zum Beispiel Einnahmen aus Zinsen oder Dividenden, möglich.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Neue Fristen für rückwirkende Kindergeldanträge ab 2018
Kindergeld kann bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gezahlt werden. Doch nicht immer wissen Eltern das. Ab dem kommenden Jahr sollten sie sich über die …
Neue Fristen für rückwirkende Kindergeldanträge ab 2018
ETF-Boom nun auch bei uns - doch ein Detail verwundert alle
Erst der Bitcoin, jetzt auch ETFs: Geldanlagen jeglicher Art boomen gerade – und sind lukrativer denn je. Warum Sie jetzt sofort zugreifen müssen.
ETF-Boom nun auch bei uns - doch ein Detail verwundert alle
Drei Dinge, die Sie mit Ihrem Chef unbedingt verhandeln sollten
Gehaltsverhandlungen gehören zu jedem Bewerbungsgespräch. Doch es gibt Dinge im Leben, die noch wichtiger sind - und um die sollten Sie unbedingt feilschen.
Drei Dinge, die Sie mit Ihrem Chef unbedingt verhandeln sollten
Schluss mit Laub in der Dachrinne - so geht's
Der Herbst ist da und mit ihm das bunte Laub: Leider landet es oft in der Dachrinne - Sie müssen jedoch nicht immer auf die Leiter steigen, um es zu entfernen.
Schluss mit Laub in der Dachrinne - so geht's

Kommentare