+
Sich gegenseitig wieder die Hand reichen: Bei Streit mit dem Anwalt können Schlichter vermitteln. Wer möglichen Ärger vermeiden will, sollte unbedingt vorab Honorarabsprachen treffen. Foto: Monique Wüstenhagen

Streit mit Anwalt vorbeugen - Schlichter vermitteln

Zu hohe Honorare, eine scheinbar falsche Rechtsberatung, lange Untätigkeit: Es gibt viele Gründe, warum sich Mandant und Anwalt in die Haare kriegen können. Schlichter versuchen dann zu vermitteln. Noch besser: Möglichen Ärger durch klare Absprachen vorbeugen.

Berlin (dpa/tmn) - Bei Problemen mit dem Anwalt können sich Mandanten kostenlos an die Schlichtungsstelle der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) wenden. Voraussetzung dafür: Der Mandant hat vorher versucht, die Auseinandersetzung mit seinem Anwalt zu klären.

Findet sich keine Lösung, unterbreiten die Schlichter schriftlich einen Einigungsvorschlag. Möglich ist dies, wenn es um Honorare oder Schadensersatzansprüche wegen vermuteter Beratungsfehler geht. Der Streitwert darf maximal bei 15 000 Euro liegen. Wichtig zu wissen: Mandaten dürfen sich nicht parallel an eine örtliche Anwaltskammer wenden. Das Verfahren ist nur bindend, wenn beide Parteien dem Vorschlag zustimmen. Ansonsten bleibt nur noch der Gang vor Gericht.

Ein häufiger Streitpunkt ist das Honorar. Deshalb sollten Verbraucher sich nicht scheuen, vorab etwa bei einer Erstberatung nach den Kosten zu fragen. "Ein guter Anwalt wird dies sogar begrüßen, denn das ist ein wichtiger Punkt", sagt Lovis Wambach, Rechtsexperte von der Verbraucherzentrale Bremen.

Wer sich ärgert, weil der Anwalt lange untätig bleibt, kann ihm per Einschreiben eine Frist von vier Wochen setzen. "Reagiert der Anwalt dann immer noch nicht, können Betroffene das Mandat in der Regel ohne Zusatzkosten kündigen", erklärt der Rechtsexperte.

Außerdem rät er, vorab den Rechtsbeistand sorgfältig auszusuchen: Wenden Sie sich an jemanden, der sich auf dem Rechtsgebiet auskennt - beispielsweise einen Fachanwalt. Häufig bieten Anwälte kostenlos eine Erstberatung an. Sie dürfen für so ein Gespräch laut Wambach aber auch bis zu 190 Euro plus Mehrwertsteuer verlangen. In jedem Fall sei dies eine gute Möglichkeit, um einen ersten Eindruck zu bekommen und den Fall, sowie den Kostenpunkt zu erörtern.

Schlichtungsstelle der Rechtsanwaltschaft

Merkblatt zur Antragstellung

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bundesverfassungsgericht verkündet am 18. Juli Urteil zum Rundfunkbeitrag
Ob der Rundfunkbeitrag von ARD und ZDF - früher auch GEZ genannt - eine Steuer ist, darüber entscheidet am 18. Juli 2018 das Bundesverfassungsgericht.
Bundesverfassungsgericht verkündet am 18. Juli Urteil zum Rundfunkbeitrag
Was können MINT-Fachkräfte bei Firmen fordern?
Qualifizierte Fachkräfte sind in MINT-Berufen derzeit gefragt. Manche Bewerber können sich ihren Arbeitgeber aussuchen. Welche Leistungen können sie im …
Was können MINT-Fachkräfte bei Firmen fordern?
McDonald's-Mitarbeiter packen aus, was sie mit Kunden erlebt haben
Mitarbeiter der Fast-Food-Kette McDonald's bedienen täglich hunderte Menschen. Einige Angestellte verraten nun, welche Horror-Geschichten ihnen bereits passiert sind.
McDonald's-Mitarbeiter packen aus, was sie mit Kunden erlebt haben
Hautgrieß: So werden Sie die unschönen Pickel endlich los
Kleine, weiße Pickelchen unter dem Auge sind für viele oft unschön, doch sind sie auch gefährlich? Die Redaktion klärt Sie rund um den Hautgrieß auf.
Hautgrieß: So werden Sie die unschönen Pickel endlich los

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.