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Gutes Zeugnis für Lehrer in Deutschland: Eine große Mehrheit der Eltern vertraut den Pädagogen ihrer Kinder bei Fragen zu Erziehung und Bildung.

Ausnahmefall "Frau Müller": Lehrer-Rat ist Eltern willkommen

Berlin - Im Kino zetteln Eltern derzeit gegen die Lehrerin ihrer Kinder, "diese unfähige Kuh", eine Revolution an. " Wir wollen die Müller nicht mehr - das ist die Realität. Aus die Maus!", sagt einer der Väter.

Anke Engelke als eifernde Mutter drückt es etwas vornehmer aus: "Wir haben kein Vertrauen mehr in Ihre pädagogischen Fähigkeiten." Besorgte Eltern gegen unterbelichtete Pauker - nicht nur in "Frau Müller muss weg!" ein beliebtes Film-Klischee, nach einer neuen Studie jedoch ziemlich weit weg von der Realität.

"Erfreulicherweise nennen Eltern Lehrer und Beratungslehrer als häufigste Quelle für Nachfragen und bewerten diese Ratschläge als gut und hilfreich", fasst die saarländische Familienministerin Monika Bachmann (CDU) das Ergebnis der am Mittwoch (11. März) in Berlin präsentierten Allensbach-Befragung von 1126 Eltern zusammen. In Zahlen ausgedrückt: Sieben von zehn Müttern und Vätern wenden sich mit Bildungsfragen vertrauensvoll an die Pädagogen ihrer Sprösslinge - und zwei Drittel (64 Prozent) sind mit den Ratschlägen am Ende auch zufrieden.

Da können andere Eltern (Ansprechpartner in 69 Prozent der Fälle, nur 47 Prozent Zufriedenheit) nicht mithalten, erst recht nicht Oma und Opa der Kinder (30 bzw. 25 Prozent). Von den Medienangeboten werden Fachbücher und Ratgeber (45), Stichwortsuchen im Internet (28) und Elternzeitschriften (22) noch am häufigsten genutzt. Nur wenige Eltern wenden sich mit Problemen an Online-Foren und Blogs (14 Prozent) oder Soziale Netzwerke (3).

Die von der Vodafone Stiftung in Auftrag gegebene Studie "Was Eltern wollen" nimmt vor allem Bewertungsunterschiede zwischen Menschen unterschiedlicher sozialer Schichten in den Blick. Oft sind die Differenzen eklatant, etwa bei konkreter elterlicher Förderung im Alltag, den Bildungswünschen der Mütter und Väter sowie den angestrebten Abschlüssen und Zielen schulischer Erziehung.

In zwei Punkten aber sind sich die Befragten recht einig. Erstens: Lehrer sind willkommene Ratgeber. Von Berührungsängsten der Eltern ist immer weniger zu spüren: 59 Prozent reden über die Förderung ihrer Kinder mit Pädagogen - und sogar 66 Prozent jener, deren Kind Probleme in der Schule hat. Zweitens: Erziehung wird immer schwerer, sagen 56 Prozent aller Eltern - in höheren sozialen Schichten meint das die Hälfte, in schwächeren gar 65 Prozent. Als leichter empfinden nur 6 Prozent ihren elterlichen Erziehungs-Job.

Und was erwarten Eltern von sich selbst? "Seit Ende der 60er Jahre ist das Thema Selbstständigkeit, Selbstbestimmung, Autonomie der Kinder in den Vordergrund getreten", erläutert Sabine Walper, die Forschungsdirektorin des Deutschen Jugendinstituts. Mit 77 Prozent findet sich dieses Erziehungsziel auch in der aktuellen Umfrage recht weit oben - jedoch klar hinter konservativeren Erwartungen wie Höflichkeit/gutes Benehmen (89 Prozent), Verantwortungsbewusstsein (85) und Ehrlichkeit (84).

Um die hohen Ansprüche der Eltern an die Lehrer auch wirklich erfüllen zu können, "braucht Schule zeitliche Ressourcen, denn Elternarbeit erledigt sich nicht in der Fünfminuten-Pause, das müssen wir in den Arbeitsplan von Lehrkräften integrieren", fordert Walper. Die Pädagogen wollten ja auch selbst für Elterngespräche besser gerüstet sein. "Wir tun gut daran, in diese Zusammenarbeit von Eltern und Schule zu investieren."

Auch im Kino-Hit "Frau Müller muss weg" kehrt übrigens am Ende die Harmonie zwischen Eltern und Lehrerin zurück: Frau Müller bleibt.

Film-Trailer zu Frau Müller muss weg

Webseite IfD Allensbach

dpa

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