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Soziale Netzwerke sind praktisch, um sich mit Freunden auszutauschen - es kann aber ein gefährlicher Gruppendruck entstehen, wenn es um heikle Themen wie Essstörungen geht. Foto: Silvia Marks

Suizid, Ritzen, Hungern: Mit heiklen Themen im Netz umgehen

Es ist Realität: Freunde auf Facebook erzählen davon, dass sie magersüchtig sind oder sich selbst verletzen. Jugendliche sind dann schnell verunsichert. Wie sollen sie darauf reagieren?

Wuppertal (dpa/tmn) - Im Internet können Jugendliche sich einfach und schnell austauschen. Manchmal ist das toll - zum Beispiel, wenn man mit Gleichgesinnten über Probleme sprechen kann. Manchmal nimmt der Austausch aber auch gefährliche Formen an.

Das gilt zum Beispiel, wenn sich Freunde gegenseitig mit Fotos etwa zum starken Abnehmen oder Ritzen animieren. Damit man sich davon nicht unter Druck setzen lässt, mitmachen zu müssen, sollte man sich im ersten Schritt klarmachen: "Man schadet damit sich selbst", erklärt Nina Pirk vom Kinder- und Jugendtelefon "Nummer gegen Kummer".

Dann besteht eine Strategie darin, sich in sozialen Netzwerken einfach gar nicht an solchen Themen zu beteiligen, also still zu sein und nicht zu kommentieren, erläutert Pirk. Wer dann etwa auch im realen Leben auf dem Schulhof gefragt wird, warum er nicht mitmacht, sollte sich nicht auf eine Diskussion einlassen. Mit Antworten wie "Ich finde, das ist ein ernstes Thema", "Ich habe das Problem nicht", "Es ist mir egal" oder "Ich finde das einfach blöd" kann man das Gespräch schnell beenden. "Deshalb wird man jetzt nicht seine Freunde verlieren", sagt Pirk.

Wer sich über einen Freund Sorgen macht, weil er zum Beispiel Selbstmordgedanken äußert, hat mehrere Möglichkeiten: Er kann sich zunächst mit anderen Freunden oder mit den Eltern besprechen. Anonyme Hilfe gibt es etwa beim Jugendtelefon, Informationen im Internet bietet zum Beispiel der Verein Freunde fürs Leben.

Jugendschutz.net

Verein Freunde fürs Leben

Berichte über Suizidgedanken, Selbstverletzungen und Essstörungen sind bereits auf Internetseiten für Kinder zu finden. Das geht aus dem Jahresbericht von jugendschutz.net. hervor. Demnach wurden allein im Februar und März 2015 in einschlägigen sozialen Netzwerken und Communitys fast 450 Beiträge über selbstgefährdendes Verhalten gefunden, die gegen den Jugendschutz verstoßen. Die jüngsten Autoren waren neun Jahre alt. Diese Entwicklung bereite große Sorge, erklärte die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) in Berlin. Das rheinland-pfälzische Jugendministerium riet Eltern, ihre Kinder etwa durch das Installieren von entsprechenden Schutzprogrammen besser abzuschirmen. Jugendschutz.net ist die länderübergreifende Stelle für Jugendschutz im Internet.

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