Das Babyfon von Philips konnte sich als Testsieger durchsetzen. Foto: Philips

Test: Klassisches Babyfon am zuverlässigsten

Viele Eltern überwachen den Schlaf ihrer Kinder mit einem Babyfon. Dabei gibt es verschiedene technische Möglichkeiten, die allerdings nicht alle gleich zuverlässig sind. Laut Stiftung Warentest sind klassische Babyfon-Geräte nach wie vor die beste Wahl.

Berlin (dpa/tmn) - Ein Babyfon ist praktisch, weil es Eltern während der Schlafenszeit des Kindes mehr Freiheit erlaubt. In einem Test der Stiftung Warentest von 24 Babyfon-Geräten, Smartphone-Apps, Webcams und Festnetztelefonen haben sich die klassischen Babyfone am zuverlässigsten herausgestellt.

Mittlerweile gibt es viele Wege, die Kinderlaute zu den Eltern zu bringen: Per klassischem Babyfon mit oder ohne Videoverbindung, per Smartphone-App oder Webcam, oder mit der Babyfon-Funktion des Festnetztelefons. Hier ein Überblick über Vor- und Nachteile der einzelnen Übertragungswege:

Babyfon:Die in Sende- und Empfangseinheit getrennten Geräte sind einfach zu bedienen, leiden aber unter vergleichsweise kurzen Reichweiten und schwachem Klang. Die meisten Geräte warnen, falls der Akku leer ist oder man mit dem Empfangsteil die Reichweite des Senders verlässt. Käufer sollten auf Geräte achten, die DECT-Funktechnik nutzen. Sie sind weniger störanfällig, falls weitere Babyfone in der Nähe aktiv sind. Testsieger wurde das Philips Avent SCD501 (rund 52 Euro) vor dem Hartig-Helling Babyruf MBF 8181 (rund 70 Euro) und dem Reer Lyra (etwa 70 Euro).

Babyfon mit Video:Nur eines von fünf getesteten Geräten schneidet hier mit "gut" ab. Das liegt vor allem an der mäßigen Bildqualität und der Störanfälligkeit. Auch die Akkus halten vergleichsweise kurz durch. Allerdings braucht man für den schnellen Blick aufs Baby kein Full-HD-Video. Käufer sollten nach Geräten mit Infrarotausleuchtung schauen, da sie bessere Bilder aus dem dunklen Kinderzimmer liefern. Bestes Gerät im Test war das Audioline Watch & Care V130 (etwa 90 Euro) vor dem Philips Avent SCD603 (rund 130 Euro) und dem Nuk Eco Control + Video (circa 170 Euro).

Baby-Webcams: Größtes Problem der bei der Einrichtung recht umständlichen Webcams war im Test die Klangqualität und die Zuverlässigkeit der Warnung. Eines der zwei Testgeräte litt unter Verbindungsproblemen zum Server, falls die Kamera wegen Stromausfalls den Dienst quittiert, wägen sich Eltern in trügerischer Sicherheit. Vorteil der Webcams: Eltern können sich Bild und Ton per App auf das Smartphone oder den Computer holen und sind nicht so abhängig von Funkreichweiten. Auf eine klare Empfehlung konnten sich die Tester nicht einigen.

Smartphone-Apps:Per App wird das Smartphone zum Babyfon und meldet sich bei Bedarf über Mobilfunknetz oder WLAN. Das funktioniert allerdings nicht immer zuverlässig. Im Test kam es ohne Warnung zu Verbindungsabbrüchen, manche funktionierten nicht bei aktiver Bildschirmsperre, die Videofunktion ist bei Dunkelheit fast durchweg unbrauchbar. Das Urteil der Tester über Babyfon-Apps: "Als Ersatz sind sie wenig empfehlenswert."

Festnetztelefon: Festnetztelefone mit Babyruffunktion sind laut Stiftung Warentest eine Alternative zum klassischen Babyfon. Zwar sind auch sie nicht gegen Stromausfall geschützt und warnen die Eltern nicht vor einem Ausfall, bieten dafür aber eine hohe Reichweite und lange Laufzeit. Wird das Kind laut, ruft das Telefon eine vorab gespeicherte Nummer an. Damit nicht bei jedem Babygeräusch das Telefon klingelt, empfehlen die Experten Geräte mit verstellbarer Ansprechschwelle. Außerdem sollte die Anklopffunktion aktiviert werden, da sonst das Babyfon lahmgelegt wird, wenn zeitgleich telefoniert wird.

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