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Michael Aufhauser lässt grüßen

Aiderbichl: Schwein gehabt - trotz allem

Die tz sprach mit dem Geschäftsführer von Gut Aiderbichl, Dieter Ehrengruber, nach der Krankheit von Michael Aufhauser über das Thema Vorsorge und neue Aiderbichl-Projekte.

Seit zehn Jahren zieht die Akte Tier vor der Sommerpause eine kleine Bilanz des Jahres – über die aktuellen Entwicklungen im Tierschutz und über die Erfahrungen von Gut Aiderbichl. Michael Aufhauser begleitet die Seite seit ihrem Start im Januar 2006. Dieses Jahr ist alles ein bisschen anders. Die Krankheit von Michael Aufhauser (63) hat vieles auf den Kopf gestellt. Er muss nach seiner schweren Herzoperation weiter im Krankenhaus behandelt werden, seine Genesung schreitet zwar stetig, aber langsam voran. Dennoch muss die normale Arbeit auf den Gütern der Gnadenhöfe weitergehen. Die tz sprach mit dem Geschäftsführer Dieter Ehrengruber über das Thema Vorsorge und neue Aiderbichl-Projekte.

Welche Zwischenbilanz ziehen Sie für 2015?

Dieter Ehrengruber: Ich habe ständig die Aussage von Michael Aufhauser im Ohr: „2015 wird das beste Aiderbichl-Jahr.“ Das hat er Anfang des Jahres prognostiziert, und dafür arbeiten wir alle hart. Als Zwischenlösung übernehme ich die Aufgaben von Michael Aufhauser jetzt mit. Ich entscheide nun letztendlich über Tierrettungen, nehme offizielle Termine wahr, bin das Gesicht von Gut Aiderbichl nach außen. Ich muss immer lachen, wenn ich zu Michael komme, denn dann fragt er immer ganz besorgt: Wie geht es dir?

Vermutlich sehen Sie etwas gestresst aus. Gut Aiderbichl versorgt über 6000 gerettete Tiere auf 26 Höfen.

Ehrengruber: Wir erleben es jeden Tag, dass Tiere in Not geraten, weil ihre Besitzer plötzlich krank werden oder versterben. Daher haben wir vor vielen Jahren die Tierabsicherung ins Leben gerufen. Diese Erlebnisse waren auch der Grund, warum Michael Aufhauser schon frühzeitig seine Nachfolge geregelt hat. Er hat einfach eine große Verantwortung übernommen. Wir müssen einplanen, dass die Tiere mit uns älter werden. Ein Highlight dieses Jahres wird die Eröffnung des Seniorenstalles für circa 60 betagte Pferde, den wir gerade fertigstellen. Wir setzen neue Standards im Umgang mit alten Pferden. Absolut einmalig ist auch die Papageienanlage, die wir auf unserem Gut in Gänserndorf eröffnet haben, mit Außenvolieren für alle Vögel, die ja zum Teil 80 oder 90 Jahre alt werden können.

In Gänserndorf werden ja auch die ehemaligen Schimpansen aus der Forschung betreut.

Ehrengruber: Die Anlage wächst beständig. Kürzlich sind sechs Füchse aus einer europäischen Pelztierfarm eingezogen. Das war ein absolutes Gänsehaut-Feeling, als die drei Silber- und drei Polarfüchsinnen in das große Gehege entlassen wurden. Sie konnten kaum laufen, gingen total gekrümmt, weil sie nur die Gitterböden gewohnt waren. Ein Tier hat keine Zähne mehr, weil es sie alle abgenagt hat. Alle Füchse waren unter ihrem Pelz erbärmlich dünn. Zu sehen, wie diese Tiere das erste Mal die Sonne spüren, auf Sand laufen – das war ein Wahnsinn. Sie haben nach Luft geschnappt und die Schnauzen aufgerissen – als ob sie sich bedanken wollten. Silberfüchsin Melissa war hochträchtig und brachte sechs Welpen zur Welt. Drei Jungtiere haben überlebt, die wir mit der Hand aufziehen mussten.

Einen immer größeren Stellenwert nimmt unser Engagement für bedrohte Tierarten ein. So haben wir eine Herde von 17 Auerochsen vor dem Schlachter gerettet. Diese urzeitlichen Tiere mit riesigen Hörnern waren schon ausgestorben und sind zurückgezüchtet worden. Sehr süß, ein echter Publikumsliebling, sind unsere fünf seltenen Kune-Kune-Schweine. Das sind Tiere, die ursprünglich aus Neuseeland stammen. Sie sind sehr zutraulich, und waren leicht zum Jagen, so dass es irgendwann nur noch neun Tiere gab. Heute sind es wieder etwa 2000 Tiere. Die Rasselbande kann auf unserem Gut in Henndorf bei Salzburg besucht werden. Dort eröffnen wir auch am 22. August eine neue große Hundewiese. Alle sind herzlich eingeladen.

Was wird die Zukunft bringen?

Ehrengruber: Sehr wichtig ist es, dass wir Projekte, die wir haben, auf hohem Niveau aufrechterhalten. Wir haben eine gewisse Größe erreicht, wo es nicht selbstverständlich ist, dass es immer so weiterläuft. 2013 haben wir das Gut-Aiderbichl- Streuner-Projekt ins Leben gerufen, um den unzähligen streunenden Katzen und Hunden im Süden und Osten Europas zu helfen. Insbesondere in Griechenland, wo viele Menschen ja immer weniger Geld haben, ist es ganz wichtig, dass wir da weiter- helfen. Wer uns besuchen möchte: Gut Aiderbichl in Iffeldorf an den Osterseen, in Henndorf bei Salzburg und Deggendorf sind täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet!

Sicherheit für den Fall der Fälle

Was haben die Eselinnen Ronja und Ellie, die zuckerkranke Katze Mau und der kleine Hund Chico gemeinsam? Sie alle wurden von ihren Besitzern schon vor Jahren mit einer Tierabsicherung bei Gut Aiderbichl versorgt. Als sich ihre Besitzer nicht mehr kümmern konnten, weil sie in jungen Jahren plötzlich verstarben, wie z.B. bei Mau, oder sehr krank wurden, hatten die Tiere ihren Platz auf dem Gnadenhof schon sicher. Gut-Aiderbichl-Mitarbeiterin Holde Sudenn: „Wenn etwas passiert, holen wir die Tiere binnen weniger Stunden ab. Sie werden bestens versorgt und betreut.“ Wie die Absicherung im Einzelfall aussehen kann, bespricht Holde Sudenn mit den Tierbesitzern persönlich, als kleiner Richtwert gilt, dass eine Katze etwa 100 Euro im Monat und ein Hund circa 300 Euro kostet: „Das sind Kosten für Futter, Unterkunft, und die intensive Betreuung.“ Wird das Tier krank, garantiert Aiderbichl auch eine optimale medizinische Versorgung.

Hier meldet sich Michael Aufhauser

Liebe tz-Leser,

Michael Aufhauser.

diese Zeilen schreibe ich nicht selbst, dafür reicht meine Kraft leider noch nicht. Ich spreche täglich mit Dieter Ehrengruber, er hat dieses Grußwort für mich formuliert. Denn es ist mir ein Herzenswunsch, mich bei allen Aiderbichlern, Paten und tz-Lesern für die vielen ­guten Wünsche und Briefe zu bedanken, die täglich in unseren ­Büros eintreffen. Die lieben Worte und aufmunternden Erzählungen tun uns gut und geben uns viel Kraft – meinen Mitarbeitern für ihre ­tägliche Arbeit und mir beim Gesundwerden. Wer mich kennt, weiß, dass ich gern alle Dinge sofort erledige. Nun muss ich Geduld lernen. Überraschenderweise fällt mir das aber gar nicht so schwer: Denn ich habe etwas erfahren dürfen, was mich gelassener macht: Es würde auch ohne mich weitergehen. Natürlich höre ich es gern, dass ich vermisst werde. Aber das Aiderbichl-Projekt ist keine ­­Ein- oder Zwei-Mann-Show. Jeder Mitarbeiter arbeitet mit Herzblut daran, unseren 6000 geretteten Tieren ein schönes Leben zu bereiten. ­Natürlich werden auch jetzt täglich Tiere vor einem sicheren Tod ­bewahrt. Und selbstverständlich gilt weiterhin das Aiderbichl-Versprechen, dass alle bis zu ihrem Lebensende, ohne Angst bei uns bleiben dürfen und bestens versorgt werden. Dafür bin ich dankbar.

Herzlichst, Ihr Michael Aufhauser

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