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Baby-Geier bekommt Futter mit Handpuppe – zauberhaftes Video zeigt „Ziehmutter“

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Von: Sina Lück

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Weil Baby-Geier Viktor ohne Mama und Papa aufwächst, bekommt er sein Futter mit einer Handpuppe. In einem zauberhaften Video zeigt der Zoo Dortmund die besondere „Ziehmutter“.

Dortmund (NRW) – Die meisten Menschen kennen Handpuppen wahrscheinlich noch vom Kasperletheater aus der Kindheit. Dass die Figuren aber auch für die Aufzucht von Tieren nützlich sind, beweist der Zoo Dortmund mit einem zauberhaften Video von Königsgeier-Küken Viktor. Denn der Baby-Geier ist manchmal etwas mäkelig beim Fressen und macht seinen Teller nicht immer leer. Zeit für Trick 17: Eine Handpuppe als „Ziehmutter“.

Baby-Geier bekommt Futter mit Handpuppe – zauberhaftes Video zeigt „Ziehmutter“

Auf Facebook teilt der Dortmunder Zoo das Video vom gemeinsamen Mittagessen. In den Hauptrollen: Baby-Geier Viktor und seine „Ziehmutter“ aka Tierpfleger Daniel Herken, der sich die Puppe wie einen Handschuh über die Finger stülpt. Normalerweise hat das Küken einen gesunden Appetit. Der Clip zeigt aber auch, dass Viktor das Futtern zwischendurch mal vergisst.

„Gelegentlich müssen wir ihn ein bisschen mit der Königsgeier-Handpuppe dazu animieren, seinen Teller leer zu machen, indem wir ihm die Fleischstücke mit dieser direkt in den Schnabel reichen oder auf die Schale klopfen“, erklärt der Zoo. Mit dieser simplen, aber effektiven Tarnung wird der zweieinhalb Monate junge Greifvogel nicht zu sehr auf den Menschen geprägt. Für zusätzliche Fütterungszeiten sorgen die Tierpfleger im Chester Zoo bei der Aufzucht von Erdferkel-Baby Dobby.

Weil Baby-Geier Viktor ohne Mama und Papa aufwächst, bekommt er sein Futter mit einer Handpuppe. In einem zauberhaften Video zeigt der Zoo Dortmund die besondere „Ziehmutter“.
Damit Baby-Geier Viktor groß und stark wird, hilft eine Handpuppe bei der Fütterung. © Facebook (Zoo Dortmund)

Baby-Geier bekommt Futter mit Handpuppe – Prinzip ähnelt natürlicher Nahrungsaufnahme

Das Prinzip mit der Handpuppe ähnelt auch der natürlichen Nahrungsaufnahme, wenn die Elterntiere ihren Nachwuchs großziehen. „Während die Elternvögel anfangs ihren Nachwuchs direkt mit dem Schnabel füttern, legen sie die Nahrung später nur noch vor dem Küken ab, wo dieses sich dann eigenständig bedient, dabei gelegentlich aber auch noch einmal ein bisschen nachgeholfen werden muss“, beschreibt der Dortmunder Zoo. Der kleine Viktor hat Mama und Papa allerdings nie kennengelernt, da das Königsgeier-Pärchen im Zoo bereits mehrfach seine Gelege selbst beschädigt hatte. Daher stand die Entscheidung für das Team schnell fest: Viktors Ei wird mit einer Brutmaschine ausgebrütet und das Küken anschließend mit der Hand aufgezogen. Auch im Nationalpark Berchtesgaden gibt es zwei neue Bartgeier aus Andalusien.

Baby-Geier bekommt Futter mit Handpuppe – Fleischstücke werden mit Enzymen versetzt

Doch ein Problem gibt es noch: Normalerweise verdauen die elterlichen Greifvögel die Nahrung für ihre Küken vor und würgen den Fleischbrei aus dem Kropf wieder hoch. „Dadurch ist die vorverdaute Nahrung bereits mit Verdauungsenzymen versehen, die die Verdauung bei dem Jungtier einleitet“, so der Zoo. Mit der Handpuppe funktioniert das natürlich nicht. Aber auch dafür hat das Team eine Lösung: Um die empfindliche Verdauung des Baby-Geiers nicht zu belasten, legen die Tierpfleger die Fleischstücke vorher für einige Minuten in ein spezielles Gemisch ein. Dieses enthält bereits die benötigten Enzyme. So schmeckt dem kleinen Viktor das Futter auch mit Handpuppe ganz wunderbar – und wächst bald zu einem kräftigen Königsgeier heran.

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