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Wildbienen macht das kalte Frühlingswetter zu schaffen. Es erschwert ihnen die Futtersuche. Foto: Arne Dedert/dpa

Notfalls zufüttern

Bienen leiden unter kalten Frühlingstemperaturen

Schnee, Frost und viel Regen - der April ist bekannt für unbeständiges Wetter. Doch nicht nur die Kälte macht den Bienen das Leben schwer.

Hannover (dpa) - Die niedrigen Temperaturen machen den Bienen zu schaffen. Weil viele Blüten wegen der Kälte geschlossen bleiben oder durch Frost absterben, haben die Insekten Schwierigkeiten, Nahrung zu finden.

Vor allem Wildbienen, die auf eine Pflanzenart spezialisiert sind, haben dann Probleme bei der Futtersuche. "Es ist zu kalt für Bienen, aber das kommt immer mal wieder im April vor", heißt es vom Landesverband Hannoverscher Imker. Hobbyimker müssten dann notfalls zufüttern, was aber derzeit noch nicht nötig sei.

"So kalte Temperaturen über so lange Zeit, das ist nicht gewöhnlich", sagte Jürgen Frühling vom Imkerverband. Bei Regen und kalten Winden schaffen es viele Bienen vom Wasser holen nicht wieder rechtzeitig in den Stock zurück. "Das ist Stress für die Bienen, denn sie müssen ihr Brutnest wärmen und brauchen dafür mehr Energie."

Hart trifft es auch die Wildbienen. "Viele Wildbienen sind auf Weiden spezialisiert", sagte Luisa Stemmler, die den Verein Netzwerk Wildbienenschutz in Niedersachsen leitet. Weil es nur für einen kurzen Zeitraum warm wurde und jetzt wieder kalt ist, finden die Wildbienen keine Nahrung.

Generell werde das Nahrungsangebot für Wildbienen immer knapper, sagte Stemmler. Natürliche Wegränder würden oft gespritzt oder landwirtschaftlich genutzt, durch Straßen versiegelt oder zu häufig gemäht.

Wildbienen sind Frühling zufolge spezialisierte Einzelkämpfer. Je nach Art sind sie auf bestimmte Pflanzen angewiesen und daher nicht so flexibel wie Honigbienen, die anstelle eines Apfelbaumes auch einen Birnbaum anfliegen.

Rund 70 Prozent der Wildbienen leben laut Stemmler im Boden. Außerdem wohnen sie in totem Holz oder Pflanzenstängeln. Es gebe etwa 360 Wildbienenarten in Niedersachsen, über die Hälfte der Arten gelten als gefährdet.

Im Landkreis Harburg haben Honigbienen zurzeit noch mit einem anderen Problem zu kämpfen. Die Amerikanische Faulbrut, eine Bienenseuche, wurde in Winsen bei vier Bienenvölkern festgestellt. Ein Bakterium befällt dabei die Brut der Honigbiene, was zum Sterben des Volkes führt. "Die Bienenkrankheit ist für Menschen völlig ungefährlich", sagte Bernhard Frosdorfer vom Landkreis Harburg. "Uns geht es darum, die Imker dafür zu sensibilisieren." Ab Freitag tritt ein Sperrbezirk um die betroffenen Völker in Kraft.

Seit Mai des vergangenen Jahres gab es bereits ähnliche Fälle im Landkreis Harburg, die nach Angaben des Landkreises teilsweise erfolgreich bekämpft werden konnten.

Landesverband Hannoverscher Imker

Netzwerk Wildbienenschutz

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