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Über 50 Jahre Tradition: Das Münchner Tierheim in Riem gibt’s seit 1956

Zu wenig Geld für herrenlose Viecherl

"Das Tierheim zerreißt's"

München - Kein Herz für Tiere? Das Münchner Tierheim ist verzweifelt: Es macht Millionen-Verluste und geht schleichend pleite. Wie schlimm ist es wirklich?

Es geht bergab und bergab. Kurt Perlinger, Chef des Tierschutzvereins und damit auch der gemeinnützigen GmbH des Tierheims in Riem, ist ratlos. „Wenn es finanziell so schlecht weitergeht, wird es das Tierheim in drei Jahren nicht mehr geben. Wir gehen schleichend pleite.“

Das Problem liegt auf der Hand: In den vergangenen zehn Jahren seien Betriebs- und Personalkosten von 3,4 auf 4,8 Millionen Euro pro Jahr gestiegen, erklärt Perlinger. Auch der Tierbestand sei gewachsen. „Zusätzlich sind die Spendeneingänge kontinuierlich zurückgegangen. 2012 haben wir die Hälfte von 2003 bekommen.“ Früher habe sich das Tierheim zu großen Teilen aus Erbschaften finanziert. „2012 gab’s keine einzige Erbschaft mehr, bei der wir Alleinerbe waren.“

Die Konsequenz: Vergangenes Jahr hat das Tierheim laut Perlinger zwei Millionen Euro Miese gemacht. „Und heuer planen wir mit einem Fehlbetrag von 30 Prozent bei unseren Ausgaben von 4,8 Millionen Euro – also etwa 1,5 Millionen Euro.“ In zwei, drei Jahren seien somit die fünf Millionen Euro Reserven aus den guten Zeiten aufgebraucht. „Uns zerreißt’s!“

Kurt Perlinger sieht nur einen Ausweg: „Die Stadt muss sich um den Tierbestand kümmern.“ Bislang zahlt die Stadt nur die ersten 28 Tage für Fund- und Verwahrtiere. Er betont: „Wir als Tierschutzverein brauchen kein Geld, es geht nur um das Tierheim.“ Hier könne die Stadt zum Beispiel die Lohnkosten für die 60 Mitarbeiter und die Infrastruktur für Heizung, Müll und Wasser übernehmen.

Andernfalls müsse das Tierheim bald Angestellte entlassen und könnte keine Tier mehr aufnehmen. „Dann enden wir als reiner Gnadenhof. Damit hätten weniger wir ein Problem als die Münchner Bürger.“

Aber vielleicht gibt’s doch noch Hoffnung: Die Grünen haben jetzt einen Antrag an OB Christian Ude gestellt, bei der Anschaffung eine Hundes aus dem Tierheim für ein Jahr die Hundesteuer zu erlassen. Die CSU-Fraktion im Stadtrat stellte einen Antrag mit dem Titel „Das Münchner Tierheim retten“ – zur dringlichen Behandlung im Kreisverwaltungs-Ausschuss am 22. Januar.

nba

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