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Die streng geschützte Fledermaus-Art Kleine Hufeisennase.

Von Fischotter bis Vergissmeinnicht

Diese Arten sollte Bayern schützen

Regensburg - Zehntausende verschiedene Tiere und Pflanzen gibt es in Deutschland. Viele sind bedroht. Naturschützer meinen: Für diese Arten hat Bayern eine besondere Verantwortung.

Kröte, Natter und Käfer - besonders attraktiv wirken diese Tiere auf viele Menschen nicht. Aber nach Ansicht von Naturschützern sollten diese Arten in Bayern besonders geschützt werden. Das gilt besonders für das Bodensee-Vergissmeinnicht, das weltweit nur noch an Bodensee und Starnberger See vorkommt, wie der Naturschutzverband LBV in Hilpoltstein erklärte. Der Verband meint: Für diese Arten müsse sich Bayern besonders einsetzen.

FISCHOTTER - Dieses wasserliebende und wendige Tier gilt in Bayern als vom Aussterben bedroht. Dies geht zum Teil auf die frühere Verfolgung des Fischotters zurück, ist aber auch die Folge einer großflächigen Zerstörung der Lebensräume des scheuen Säugers. Außerdem schaden ihm die Begradigung und der Ausbaus vieler Gewässer und die Eingriffe in deren Randbereiche, die heute meist bis zur Wasserlinie intensiv genutzt werden.

GROSSE HUFEISENNASE - In Bayern gibt es nur noch weniger als 150 Grosse Hufeisennasen. Die Fledermausart ist auf Großinsekten angewiesen und reagiert sehr empfindlich auf Pestizide in der Nahrung. Möglicherweise deshalb liegt das letzte deutsche Nest der Großen Hufeisennase am Rande eines Truppenübungsplatzes mit großen, landwirtschaftlich nicht genützten Offenlandbereichen.

DER STRÖMER - Dieser karpfenartige Fisch benötigt schnellfließende, sauerstoffreiche und reich strukturierte Gewässer. Die großflächige Verbauung der Gewässer zerstört deren natürliche Dynamik, lässt die Laichplätze auf Kiesbänken verschlammen und verhindert Wanderungen. Erhalt oder Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Gewässer ist daher entscheidend für den Schutz des Strömers, der im Donausystem vorkommt.

WECHSELKRÖTE - Sie kann auch als Münchnerin bezeichnet werden - fast zwei Drittel der Wechselkröten in Bayern lebt im Münchner Raum. Selbst dort gilt sie inzwischen als vom Aussterben bedroht. Vor allem große Straßenbauprojekte zerschneiden ihren Lebensraum und trennen die Populationen unüberbrückbar voneinander. Hilfreich für diese wanderfreudigen Arten sind wenig bewachsene Bahndämme oder Wanderwege, auf welchen die Wechselkröte über Nacht einen Kilometer zurücklegen kann.

WENDEHALS - Der selten gewordene Baumhöhlenbrüter ist ein typischer Bewohner alter Streuobstbestände. Dass diese mehr und mehr gerodet und durch moderne, kurzlebige Plantagenbestände ersetzt werden, macht ihm ebenso zu schaffen wie der Rückgang von Insekten und das Verschwinden magerer, kurzrasiger Jagdflächen in einer immer intensiver genutzten Agrarlandschaft.

BREITRAND-KÄFER - Der Breitrand-Käfer ist der größte Vertreter der Schwimmkäfer in Europa und bevorzugt nährstoffarme Stillgewässer. Deutschlandweit wurde der Käfer an nur acht Fundorten entdeckt und gilt daher als vom Aussterben bedroht. Häufigste Ursache hierfür ist die Nährstoffanreicherung der Gewässer und die intensive Fischhaltung, mit dem damit verbundenen Wasserablassen, Kalken und Entkrauten.

ÄSKULAPNATTER - Die größte Schlange Deutschlands ist als Symbol in der Humanmedizin bekannt - die Natter wickelt sich um den Stab des griechischen Gottes Äskulap. In Bayern gibt es aber nur noch vier kleine, isolierte Vorkommen. Vor allem Siedlungserweiterungen in ihrem Lebensraum und Nutzungsintensivierung im Umfeld tragen zum Rückgang dieses wechselwarmen Tieres bei.

BLAUSCHILLERNDER FEUERFALTER - Der Tagfalter ist nicht nur vom Aussterben bedroht, sondern in Nordbayern bereits von der Bildfläche verschwunden. Die Bedrohung geht wie so oft vom Lebensraumverlust aus: Der Blauschillernde Feuerfalter besiedelt moorige Standorte und ist an Vorkommen des Wiesenknöterichs als Raupenfraßpflanze gebunden. Die vielerorts erfolgte Entwässerung von Moor- und Feuchtgebieten und heute auch deren fortschreitende Verbuschung durch die Aufgabe der nicht mehr rentablen Nutzung verdrängt den Blauschillernden Feuerfalter.

BODENSEE-VERGISSMEINNICHT - Auch diese weltweit nur noch an Bodensee und Starnberger See vorkommende Art ist vom Aussterben bedroht. Die kleine Pflanze braucht Wasserstandsschwankungen durch die Frühjahrshochwässer, um sich am kiesigen Ufer gegen konkurrenzstärkere Pflanzen durchzusetzen. Bedroht ist sie vor allem durch Uferverbauung und die Anschwemmung von großen Treibholzmengen an den verbleibenden natürlichen Uferbereichen.

dpa

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