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Nicht alles, was Haustieren schmeckt, ist auch ­gesund. Viele Tiere vergiften sich.

Gefährliche Happen

Hunde können an Weintrauben sterben

München - Hunde und Katzen können eine ganze Menge vertragen – aber nicht alles tut ihnen gut. Wussten Sie, dass beispielsweise Weintrauben eine tödlich Wirkung auf Hunde haben können.

Hunde und Katzen können eine ganze Menge vertragen – aber nicht alles tut ihnen gut. Gerade Jungtiere sind neugierig. Sie schlecken und schlucken schon mal lecker riechende Happen, die sie krank machen. Rund zweimal am Tag rufen Tierbesitzer oder Tierärzte beim Giftnotruf in München an und bitten um Rat. Hunde sind etwa dreimal häufiger von Vergiftungen betroffen als Katzen. Fast nie zum Beispiel fressen Katzen von Tierhassern ausgelegte Giftköder. Denn sie schlingen ihr Fressen nicht einfach hinunter, sondern inspizieren es sehr genau und verzichten bei einem komischen Geruch lieber auf den Snack. Nicht gefeit sind sie dagegen vor Schneckenkorn und Frostschutzmitteln: Katzen mögen ihren süßlichen Geschmack.

Grundsätzlich sollte man sich mit Hunden und Katzen im Haushalt verhalten wie mit einem kleinen Kind: Also Medikamente, Putz- und Reinigungsmittel oder Gartenchemie aus der Reichweite des Vierbeiners verbannen. So darf auch nie die Gießkanne stehen bleiben, wenn sich in ihr noch Reste von Wasser und Düngemittel befinden.

Anzeichen von Vergiftung können alle auffälligen Verhaltensänderungen sein, insbesondere Speicheln, Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, Apathie, Bewusstlosigkeit, Gleichgewichtsstörungen. Die Pupillen können stark geweitet oder verengt sein. Alle diese Erscheinungen können aber auch Zeichen anderer Erkrankungen sein. Deshalb ist es für den Tierarzt schwer, eine Vergiftung eindeutig zu diagnostizieren.

Wenn der Tierhalter den Verdacht auf Vergiftung hat, sollte er daher schnell auf Spurensuche gehen: Wurden Pflanzen angeknabbert, oder liegt irgendwo eine Zigarettenkippe herum? Wurde ein neuer Raumduft verwendet oder das Sofa mit einem Spray gereinigt? Es kann passieren, dass das Fell der Katzen damit in Berührung kommt und die Katze dann beim Sichputzen das Gift aufnimmt.

Wenn der Tierarzt das Gift kennt, kann er dem Tier besser helfen. Nach der Statistik des Münchner Giftnotrufs gibt es die meisten Vergiftungen durch Insektenvernichtungsmittel und Schädlingsbekämpfungsmittel (wie Schneckenkorn, Ameisenköderdosen), Pflanzendünger und Pilze sowie durch Medikamente. Relativ häufig kommt es auch zu Schokoladenvergiftungen: Tiere bedienen sich an Süßigkeiten, die in der Wohnung herumstehen.

Keine Weintrauben für Hunde

- Weintrauben: Zehn bis 30 Trauben oder 50 Rosinen für einen fünf Kilogramm schweren Hund führen zum Tod. Welches Gift dafür verantwortlich ist, weiß man noch nicht.

- Schokolade: eine Tafel für einen fünf Kilo schweres Tier ist tödlich. Gift: Theobromin.

- Macadamianüsse: Vier Nüsse vergiften einen 15 kg schweren Hund, es kommt zu Problemen beim Laufen und Leberschäden.

- Süßstoff: z. B. in manchen Bonbons oder auch in Zahnpasta

- Avocado: Das darin enthaltene Persin ist unschädlich für Menschen, aber sehr giftig für Hunde.

- Fisch: Fisch sollte nie roh an ein Tier verfüttert werden, er kann mit Krankheitserregern belastet sein.

- Alkohol: Hunde bekommen schnell eine Alkoholvergiftung.

Keine Bohnen für Nager

Nagetiere brauchen viel Heu und Stroh und wenig Körnerfutter. Beim Frischfutter sollte zwar auf Abwechslung geachtet werden, aber viele Sachen, die uns schmecken, sind für Meerschweinchen und Co. eher schwer verdaulich wie Bohnen, Kohlsorten oder Blattsalate. Beim Auslauf im Grünen sollten z. B. Sauerampfer oder Löwenzahnblüten aus dem Gehege entfernt werden, da sie giftig sind.

Vögel vor Blei schützen

In Freiflugzimmern müssen die Bleibänder aus Gardinen entfernt werden. Knabbert ein Wellensittich daran, endet das meist tödlich. Die Tiere werden plötzlich sehr schwach und zittern am gesamten Körper. Auch Duftöle, Reinigungsmittel und Klebstoff sollten nicht offen herumstehen. Sehr gefährlich sind auch Zigarettenkippen in Aschenbechern. Große Gefahr geht von Zimmerpflanzen aus, die giftig sein können, wie z. B. Efeu, Oleander, Weihnachtsstern oder auch Tulpen. Das Einatmen von Schimmelpilzen in Blumenerde kann zu gefährlichen Infektionen der Atemwege führen.

Gefährlich für Katzen

- Schmerzmittel: Schon in geringen Mengen ist Aspirin für Katzen hochgiftig.

- Zwiebeln und Knoblauch: Die Schwefelverbindungen in Zwiebeln greifen die roten Blutkörperchen der Katzen an und zerstören sie. Die in Zwiebeln und Knoblauch enthaltenen Sulfide können Katzen vergiften.

- Milch: Erwachsene Katzen vertragen Milchprodukte aufgrund des enthaltenen Milchzuckers (Laktose) oft nicht so gut.

- Kaffee und Tee: Koffeinhaltige Getränke tun Katzen nicht gut. Sie werden nervös, unruhig, bekommen Herzrasen und Muskelzittern – klare Vergiftungserscheinungen.

- Bonbons und Kaugummi: In Kaugummi und Bonbons ist der für Katzen giftige Stoff Xylitol enthalten. Die Folge sind Krämpfe und Leberversagen.

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