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Pferde sind Fluchttiere. Erschrecken sie sich und flüchten von der Weide, können sie großen Schaden anrichten. Halter brauchen daher eine spezielle Haftpflichtversicherung. Foto: Ingo Wagner

Reiten ohne Risiko

Eine Pferdehaftpflichtversicherung ist wichtig

Reiten ist ein beliebtes Hobby. Es ist aber nicht ganz ungefährlich, ein Pferd zu halten - reißt es sich los, kann es erhebliche Schäden anrichten. Wichtig deshalb: die passende Versicherung.

Düsseldorf (dpa/tmn) - Je größer das Tier, desto größer die Gefahr: Auf diese etwas vereinfachte Formel lässt sich das Risiko bringen, das Tierhalter im Kopf haben sollten. Denn grundsätzlich haftet der Besitzer für alle Schäden, die sein Tier anrichtet.

"Wenn man eine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat, dann sind bestimmte Tiere über diese Haftpflichtversicherung abgesichert. Das sind etwa Katzen, Vögel, Meerschweinchen, Hamster", erläutert Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Größere Tiere wie Hunde und Pferde müssen dagegen separat versichert werden. Warum ist das so - und was ist zu beachten?

Warum brauchen Pferdehalter eine Extra-Versicherung?

Elke Weidenbach: Pferde sind Fluchttiere. Wenn sie sich erschrecken, reißen sie sich los. Und ein Tier, das 600 Kilo oder mehr wiegt, das kann man nicht halten. Dadurch können große Schäden entstehen. Als Tierhalter muss man die Gefährdungshaftung übernehmen. Das heißt: Wenn mein Tier einen Schaden verursacht, hafte ich. Ob mich ein Verschulden trifft, ist dabei unwichtig. Insofern ist eine Haftpflichtversicherung ein gewisser Selbstschutz.

Werden alle Risiken von einer solchen Police erfasst?

Weibenbach: Nicht unbedingt. Wer einen Hengst hat, sollte darauf achten, dass auch Deckschäden von der Versicherung übernommen werden. Denn wenn eine fruchtbare Stute unabsichtlich gedeckt wird, kann das unter Umständen teuer werden - zum Beispiel, weil die Stute als professionelles Reitpferd genutzt wird und dann einige Zeit ausfällt. Halter von Stuten sollten wiederum darauf achten, dass auch Fohlen in den ersten Monaten vom Versicherungsschutz erfasst werden. Auch bei einer Reitbeteiligung gelten Besonderheiten: Damit die Versicherung auch bei anderen Reitern greift, muss der Pferdebesitzer darauf achten, dass fremde Reiter mitversichert sind.

Welche Punkte sind beim Abschluss besonders wichtig?

Weidenbach: Die Versicherungssumme sollte ausreichend hoch sein. Wir empfehlen mittlerweile pauschal fünf Millionen Euro. Dann ist man eigentlich auf der sicheren Seite. Eine solche Versicherungssumme ist auch nicht viel teurer als eine geringere Summe, aber man hat einen höheren Schutz. Man sollte die Verträge außerdem jährlich zahlen, dann wird es billiger. Für monatliche Abschläge oder auch viertel- oder halbjährliche Zahlungen verlangen Versicherer oft einen Aufschlag. Insgesamt kosten Haftpflichtversicherungen für ein Pferd etwa 100 Euro pro Jahr.

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