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Ein beherzter Sprung von einer Eisscholle auf eine andere. Was wie ein munteres Vergnügen anmutet, ist bitterer Überlebenskampf.

23.250 gefährdete Arten weltweit

Ein Leben auf dünnem Eis: Eisbär als Aushängeschild

Das Schicksal der Eisbären weltweit wird immer bedrohlicher. Ihr Lebensraum verkleinert sich stetig – das Eis schmilzt ihnen unter den eigenen Tatzen weg! Und Schuld ist, wie könnte es anders sein, der Mensch!

Nur noch knapp 26 000 Eisbären leben auf der Erde.

Das Überleben der Arktisbewohner wird nach neuen Angaben der Weltnaturschutzunion (IUCN), die gestern Nacht eine Aktualisierung der Roten Liste gefährdeter Arten präsentierte, immer stärker durch die Klimaerwärmung gefährdet. Die daraus resultierende Eisschmelze in der Arktis, aber auch die Folgen von Öl- und Gasbohrungen bringen den Eisbären in Bedrängnis. Er ist zu einer Ikone des Kampfes gegen den Klimawandel geworden. Auch Meeresverschmutzung, zunehmende Schifffahrt und ein verstärkter Tourismus lassen die Eisbären leiden. 

Obwohl sich die Bestände in den letzten 70 Jahren auf ca. 26.000 Exemplare verzehnfacht haben, ist der Eisbär dennoch stark gefährdet. Die erneute Bewertung der Überlebenschancen des Polarbären unternahmen die Naturschützer vor allem mit Blick auf den Weltklimagipfel, der vom 30. November bis 11 Dezember in Paris stattfinden wird. Dazu wurden genaue Datenanalysen angestellt, um die Lebenserwartung mit Blick auf die Zukunft berechnen zu können – Grundlage waren Daten zu allen Populationen in der Arktis und Statistiken zur Eisschmelze aus den vergangenen Jahrzehnten. Das erschreckende Ergebnis „zeigt eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die globalen Eisbärenbestände in den kommenden 35 bis 40 Jahren um mehr als 30 Prozent schrumpfen werden“, erklärte die IUCN. Jüngste Studien würden sogar zeigen, dass die Eisschmelze in der Arktis noch schneller voranschreitet, als es bisher von den meisten Klimamodellen berechnet wurde. Demnach sei die Eismasse von 1979 bis 2011 um jeweils erschreckende 14 Prozent pro Dekade zurückgegangen. Die Folge: Die natürlichen Jagdreviere der Eisbären schrumpfen entsprechend stark. 

Durch die zusätzliche Verlängerung der eisfreien Zeiten in weiten Teilen der bewohnten Lebensräume auf mehr als fünf Monate müssten die Polarriesen deutlich früher Hunger leiden, was sich direkt auf die Fähigkeit zur Fortpflanzung auswirkt. Die neuen ökologischen Gegebenheiten in der Arktis bringen aber auch weitere Veränderungen mit sich. Andere Tierarten wie Orcas z. B. erweitern ihr Jagdgebiet bis in die Polarregionen und fressen den angestammten Bewohnern die Beute weg. Die schwindenden Eismassen machen den Eisbären die Beute immer schwerer. Sie jagen Robben vom Packeis aus. Die schmelzende Eisdecke verhindert aber, dass die Tiere ihre Jagdgründe erreichen können. „Die Beutezüge werden immer kraftraubender, weil die Eisbären Langstrecken von bis zu 300 Kilometern schwimmend zurücklegen müssen. Auf dem Festland ,gestrandete’ Eisbären, die nicht rechtzeitig mit dem im Sommer schmelzenden Meereis nach Norden wandern, müssen bis zum Winter hungern“, so WWF-Expertin Dr. Sybille Klenzendorf. Die majestätischen Eisbären müssen sich arrangieren, auch wenn sie nicht an ihrer Misere Schuld sind. Ein Leben auf dünnem Eis! Und das wird sich – so die traurige Aussicht – auch in Zukunft nicht ändern.

Auf der Roten Liste

Der Eisbär ist nicht der einzige, der um seinen Lebensraum kämpfen muss. Traurige Zahlen präsentierte die Weltnaturschutzunion (IUCN) in einer aktualisierten Roten Liste bedrohter Arten. 23 250 Tier- und Pflanzenarten gelten weltweit als gefährdet und vom Aussterben bedroht. Im Juni waren es noch knapp 500 weniger. Der Klimawandel zerstört immer mehr Lebensräume auf der Erde. Neu in der Liste ist vor allem die fortschreitende Zerstörung der Lebensräume zahlreicher Pilzarten und der Rückgang der Knochenfischbestände im Atlantik und in der Karibik. Der Grund: Überfischung und Umweltverschmutzung. Tiere, wie der Jaguar, der Sumatra-Tiger oder aber auch der Elefant stehen seit Jahren auf der Roten Liste.

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