Kann man nicht so leicht umtauschen

Experte: Tiere sind keine Weihnachtsgeschenke

Berlin - In knapp zwei Wochen werden wieder zahlreiche Kinderaugen strahlen. Dann ist wieder Weihnachten und einige Eltern geben den Wünschen nach und schenken ein Haustier. Das birgt aber einige Probleme.

Auf den Weihnachtswunschzetteln vieler Kinder steht es an erster Stelle: Ein Haustier zum Kuscheln und Herumtollen. Eltern fällt es oft schwer, die Erwartungen zu enttäuschen und sie geben nach. Doch die Gefahr ist groß, dass Kinder schon nach wenigen Wochen das Interesse an den neuen Gefährten verlieren oder den neuen Besitzern die Aufgabe über den Kopf wächst. Tierschützer sagen deshalb ganz klar: Ein Tier ist kein Weihnachtsgeschenk. Eine solche Anschaffung sollte gut überlegt sein.

Ist ein Tiere als Weihnachtsgeschenk überhaupt sinnvoll?

Experten raten von solchen spontanen Überraschungsgeschenken ab. "Ein Tier ist kein Pullover und kein Spielzeug, keine Sache, die ich einfach umtauschen kann, wenn sie nicht passend ist oder nicht gefällt", warnt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Die erste große Begeisterung verfliege oft schnell und die Tiere landen häufig im Tierheim, sobald sich die neuen Halter mit den tatsächlichen Ansprüchen und Kosten konfrontiert sehen. "Alle Jahre wieder werden nach Weihnachten unzählige Tiere in den ohnehin schon überfüllten Tierheimen abgegeben", kritisiert auch die Tierschutzorganisation Peta. Im schlimmsten Fall werden sie ausgesetzt.

Was raten Tierschützer?

Ein Tier sollte nicht spontan angeschafft werden, sondern erst wenn sich alle Familienmitglieder darüber informiert haben und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Vor allem sollte vorher geklärt werden, wer sich um das Tier kümmert. Denn ein Haustier ist nicht nur kurzzeitig Gast, sondern bleibt viele Jahre. Oft merken zum Beispiel Eltern erst zu spät, dass ein Großteil der Versorgung - das Füttern, Säubern des Geheges oder das Gassi gehen - an ihnen hängen bleibt.

Was sollte noch bedacht werden?

Neben der Nahrung verursachen auch die regelmäßigen Tierarztbesuche für Impfungen und Routinekontrollen Kosten. Es sollte auch bedacht werden, dass der tierische Mitbewohner ernsthaft erkranken kann und dann behandelt werden muss. Auch kann aus dem niedlichen Kätzchen später eine Kratze-Katze werde, die Möbel beschädigt, oder das Kaninchen riecht eben streng.

Wohin mit dem Tier in der Urlaubs- und Ferienzeit?

Bevor ein Haustier in die Familie einzieht, sollte auch geklärt werden, wer es in der Urlaubs- und Ferienzeit pflegt. Das können die Großeltern oder Freunde sein, aber auch Tierpensionen oder Nachbarn. Wichtig ist, dass den Tieren ihre gewohnten Schlafbehälter und Spielzeuge mit gegeben werden.

Ist ein Tier aus dem Tierheim eine Alternative?

Laut Tierschutzbund lohnt sich immer ein erster Gang ins Tierheim. Bei der Auswahl eines passenden neuen Mitbewohners sollte man sich aber viel Zeit nehmen. Hilfreich ist die Erfahrung der Tierpfleger, die ihre Schützlinge genau kennen. Jedes Jahr werden Peta zufolge rund 300.000 Tiere in den Tierheimen abgegeben, viele von ihnen waren sogenannte Impulskäufe. In Deutschland warten bis zu 30 Prozent der Tiere in den Heimen zwölf Monate oder länger auf ein neues Herrchen oder Frauchen. Aber auch hier gilt: Möglichst kein Tier in der Weihnachtszeit aufnehmen, denn Trubel und Hektik erschweren dem Neuzugang die Eingewöhnung im neuen Zuhause.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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